Jeder Monat des Blumengartenjahrs hat sein ganz eigenes Thema. Nachdem der Fokus nun im November und Dezember ganz klar auf Familie, Freunde, zu-Hause-sein und Pause vom Garten lag erwacht nun wieder zaghaft die Lust auf Planung und damit die die stetig wachsende Vorfreude auf ein Jahr voller Blumen.
Zu einem dauerblühenden Schnittblumengarten gehören natürlich Blumen aus Knollen, wie Tulpen, Narzissen, Ranunkeln und Anemonen im Frühjahr sowie Dahlien im Spätsommer. Wenn man nun noch Stück für Stück einige Stauden, die sich besonders gut zum Schnitt eignen dazu integriert, wie z.B. Pfingstrosen, Frauenmantel oder Storchenschnabel, steht dem prachtvollen Blumengarten nichts mehr im Wege. Dazu findet ihr viele Tipps in weiteren Artikeln auf meinem Blog.
Doch hier dreht sich alles um die Anzucht von Schnittblumen aus Samen. Die haben nämlich einen großen Vorteil: sie sind super günstig, es gibt eine riesige Auswahl und sie schenken Blüten über viele Wochen und Monate hinweg. Perfekt für den Einstieg oder als Garant für einen lückenlos druchblühenden Garten.
Und womit wird gestartet? Schönerweise ganz gemütlich vom Sofa aus: mit dem Bestellen der Blumensamen. Wobei dem noch ein wichtiger Schritt vorausgeht, denn um am Ende weder überflüssige Saattütchen zu Hause zu haben noch schnell nachkaufen zu müssen bedarf es einer Planung.



Planung
Zunächst ist die Menge entscheidend, also wie viel Fläche möchte ich bepflanzen. Dazu am besten ein Zeichnung anfertigen und die Beete, die für den Schnittblumenanbau sein sollen, einzeichnen. Im nächsten Schritt werden die Quadratmeter berechnet.
Hier empfehle ich, sich für den Anfang nicht zu viel vorzunehmen. Ich stand in meinen ersten Jahren vor 100qm reiner Beetfläche, was bedeutete, dass ich täglich mehrere Stunden im Sommer arbeit hatte. Also lieber mit einer kleineren Fläche starten und diese konsequent mit Liebe und Aufmerksamkeit versorgen und evtl. zweimal bepflanzen. So ist die Ernte am Ende vielleicht sogar üppiger, als mit einer sehr großen Fläche, der man kaum Herr(in) wird.
Nun ist die schöne Frage: welche Blumen wünsche ich mir?
Möchte ich, dass es das ganze Jahr durchblüht, dann brauche ich sowohl Coolflowers, als auch Sommerblumen und bepflanze ein Beet zweimal. Oder reicht es mir, wenn einzelne Beete für einige Wochen blühen. Dann kann ich für jedes Beet nur eine Sorte wählen. In meinem Online-Workshop zeige ich das Bauen, Befüllen und dann eben auch Planen, Bepflanzen und Ernten eines Rahmenbeets. Dazu gibt es verschiedene Pflanzpläne, um die Beete geschickt jeweils zweimal zu bepflanzen, damit es von Mai bis Oktober durchblüht.
Viele einzelne Sorten mit ihren Besonderheiten stelle ich auch hier auf dem Blog in der Kategorie Blumenportraits vor.
Auch hierbei rate ich: nicht gleich zu viele Sorten zu wählen. Denn sie brauchen teilweise unterschiedliche Anzuchtbedingungen, haben unterschiedliche Zeiten und so kommt man mit vielen Sorten schnell ins straucheln und verliert eventuell den Überblick. Lieber erstmal auf die allerliebsten beschränken und hier dann mehrere Farben.
Wenn man möglichst viel Ernte auf kleiner Fläche haben möchte braucht man für verzweigte Cut and Come Agains (z.B. Cosmeen) ca. 25cm Pflanzabstand, für Medium Producer (z.B. Löwenmäulchen) 18cm und für One-Hit-Wonder 10 cm (z.B. Levkojen). Damit kann man sich dann seine Flächen und Pflanzbedarf ausrechnen.

Sorten-Tipps
Meine sechs absoluten Lieblinge, auf die ich nie verzichten würde (und ich könnte eigentlich hunderte nennen…) sind bei den Coolflowers Löwenmäulchen, Ährensalbei sowie Feldrittersporn und bei den Sommerblumen Zinnien, Cosmeen und Astern. Mit diesen sechs Sorten hat man einen dauerblühenden Garten: Löwenmäulchen und Feldrittersporn beginnen bereits Ende Mai, dann kommt der Ährensalbei im Juni dazu dazu und ab Juli blühen dann Zinnien, Cosmeen und Astern bis zum Frost.
Samen bestellen
Ich habe es schon so oft geschrieben: viel hilft viel. Wenn ich meine Beetfläche berechnet habe und demnach z.B. 25 Stück Cosmeen pflanzen möchte, bestelle ich nicht 25 Samen! Denn es ist immer Schwund, Samen keimen nicht, Setzlinge vertrocknen, verschimmeln, vergeilen und nach dem Auspflanzen werden einige von Schnecken gefressen oder verschwinden sonswie (man kann auch auf eine Saatschale treten…).
Ich würde immer ca. doppelt soviel aussäen, wie ich brauche. Dann bin ich auf der sicheren Seite und kann im Zweifel Jungpflanzen noch an andere Stelle setzen oder verschenken. Ein super Geschenk übrigens!
Wenn nun also die Sorten und die Mengen stehen geht es ans Bestellen. Ich empfehle da immer Online-Shops, da man in Baumärkten zum einen kaum Auswahl hat und zum anderen für mich die Qualität meist nicht passt.
In folgende Shops habe ich schon selbst bestellt und gute Erfahrungen gemacht:
Im nächsten Schritt beginnt dann die große Anzucht. Wann damit gestartet wird, ist abhängig von Klima, Wünschen und Zeitkapazität. Tipps gibt es in diesem Artikel und natürlich sehr ausführlich und Schritt für Schritt mit genauen Zeitplänen im Online-Workshop.




6 Kommentare
Sonja
23. Februar 2025 at 0:23Ich freue mich schon auf die Gartensaison! Vielen Dank für den tollen Beitrag!
Katharina | Aus dem Garten
16. März 2025 at 20:45Sehr gern! Ich wunsche dir auch ein wunderbares Blumengartenjahr 🙂
Katharina
Matthias
27. Februar 2025 at 10:18Oh ja, jetzt geht’s wieder los mit der großen Anzuchtplanung!
Ich kenn das nur zu gut – am Anfang überschätzt man sich gern und plötzlich hat man mehr Pflanzen als Beete. Letztes Jahr hab ich mir auch vorgenommen, es ruhiger anzugehen, aber naja… dann waren da diese Zinniensamen und dann die Astern und…
Katharina | Aus dem Garten
16. März 2025 at 20:44Das kenne ich auch nur zu gut! Am Ende des Sommers nehme ich mir vor, es im nächsten Jahr ruhiger angehen zu lassen und dann im Frühling kann ich mich doch nicht zurück halten 🙂
Ich wünsche dir ein wunderbares Blumenjahr
Katharina
Sophie
5. März 2025 at 8:45Danke für deine Tipps, ich hab schon einiges bestellt und werde demnächst eine weitere Bestellung machen (vor allem noch viele Schneckenkragen, uff, letztes Jahr war echt hart). Um nicht ständig nach bestellen zu müssen, überlege ich gerade, direkt Netze dazu zu kaufen, um erstmals zu probieren, die Schnittblumen durch Netze wachsen zu lassen. Das mit den Bambusstangen ist immer so ein Hickhack. Hast du darüber schon mal geschrieben und kannst es mir vielleicht verlinken? Über die Suche habe ich keine Tipps gefunden. Ich würde z.B. gerne wissen: Welche Maschenweite ist gut? Wie hoch spanne ich das Netz? Reicht eins oder spanne ich in der Höhe noch mal nach? Falls du da Tipps hast, bin ich sehr dankbar. Die Google Suche spuckt mir nur Tipps zur Cannabis Zucht aus. Das wollte ich eigentlich nicht… 😀
Katharina | Aus dem Garten
16. März 2025 at 20:43Liebe Sophie,
oh ja, das letzte Jahr war wirklich verrückt, was Schnecken angeht!
Alles zu Netzen zeige ich in meinem Onlineworkshop. Maschenweite sollten ca 20cm sein. Ich spanne immer nur eine Lage, selbst bei Dahlien und lasse sie mit hoch wandern.
Ganz liebe Grüße
Katharina