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Anemonen im Blumengarten

Anemonen sind zu unrecht sehr selten im Blumengarten anzufinden. Sie werden oft mit den deutlich empfindlicheren Ranunkeln in eine Kategorie gepackt und es bestehen deshalb vielleicht einige Unsicherheiten und Missverständnisse die hier aus der Welt räumen möchte. Ich habe Anemonen seit vielen Jahren in meinem Garten und bin in jedem Frühling aufs Neue so verzaubert, dass ich meine Begeisterung hier teilen möchte.

Schönheit

Man kann es nicht leugnen, Anemonen sind einfach traumhaft schön! Die langen, starken Stiele tragen riesige, elegante Blütenköpfe. Im Blumenladen kostet nur eine einzelne Blume meist zwischen 2 und 3 Euro. Es gibt sie in Weiß, Lila, Rosa, Pink, Rot und Bordeaux. Sie duften ganz leicht nach frisch gewaschener Wäsche.

Und das Besondere: sie blühen bereits im März, wenn sonst nur Narzissen Farbe in den Garten bringen. Damit bereichern sie die Beete und ermöglichen eine besonders frühe Ernte für zu Hause.

Sorten

Ganz wichtig ist es, auf die richtige Qualität zu achten. Die Unterschiede in Größe, Blüte und Gesundheit sind wirklich riesen groß. Es gibt, so weit ich weiß, nur zwei Züchter, die hervorragende Profi-Qualität anbieten: Biancheri aus Italien und Comptoir aus Frankreich. Ich habe schon beide dort bestellt und angebaut und bin mit beiden sehr zufrieden.

Früher war es ein Problem, da man bei den beiden Produzenten nur in sehr großen Mengen bestellen konnte. Doch heute gibt es mehrere Händler, die Anemonen auch in kleineren Mengen vertreiben – mittlerweile auch in Deutschland! Ihr findet sie ab Herbst z.B. bei Gartenzauber.

Vortreiben

Anemonen haben kleine, dicke, sehr harte Knollen. Sie erinnern an Nüsse. Sie werden in der Regel getrocknet geliefert und müssen vor der Pflanzung in Wasser eingeweicht werden. Danach legt man sie in Azuchterde und nach ca. zwei Wochen zeigen sich überall grüne Triebstpitzen.

Für das Vortreiben gibt es zwei Zeitpunkte: entweder Anfang September, für eine Blüte im März und April oder im Febraur für eine Blüte im Mai und Juni.

Nun können die Knollen ins Beet gepflanzt werden. Sie mögen es humusreich, locker und nicht zu nass.

Pflegen

Schönerweise sind Anemonen viel kältetoleranter, als Ranunkeln. Mit ein bisschen Schutz, z.B. mit Vlies, kommen sie super gut durch frostige Zeiten. Je nachdem wie die Erde beschaffen ist, tut ihnen eine Düngung, z.B. mit Jauche im März oder April gut.

Anemonen brauchen keine Netze oder Stütze, da sie sehr stabile Stiele haben.

Ernten

Anemonen sind denkbar einfach zu ernten: die langen Stiele werden ganz einfach, am besten morgens, wenn es noch kühl ist, mit einem scharfen Messer oder einer Schere über der Blattrosette abgeschnitten. So entwickeln sich immer neue Stiele für eine lange Ernte.

In der Vase halten sich Anemonen 7 bis 10 Tage. Sie wachsen in der Vase meist noch ein bisschen weiter, das sollte man bei einem Strauß beachten. Besonders hübsch ist eine Kombination mit Narzissen, Tulpen und Quitte.

Das Vortreiben, Pflanzen, Pflegen und Schneiden haben wir bereits gefilmt und die Videos werden ganz bald dem Online-Workshop hinzugefügt. Im Rahmen des Workshops zeige ich auch verschiedene Beispielbeete mit unterschiedlichen Sorten, geschützt mit Vlies, mit Folie oder auch ganz ohne Schutz sowie unterschiedliche Pflanz-Zeitpunkte und Blühzeiträume im Vergleich und teile all meine Ergebnisse.

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