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Über mich

Ich werde Blumenbauerin! Das war meine feste Überzeugung im Sommer 2017. Und nun weiß ich: ich werde keine Blumenbauerin.

„Ich vergaß den Rest der Welt – aber dabei immer glücklich strahlend!“

Mein Garten war immer ein Ort für mich, Zeit und Raum zu vergessen. Das klingt abgedroschen, aber es war genau so: ich trat durch die Pforte, schlüpfte in meine Gartenschuhe und verschwand irgendwo zwischen Wiesen, Bäumen und Büschen in einem meiner Blumenbeete. Zupfte, säte, teilte, goss und schnitt, bis es dunkel und still um mich wurde.

Ich vergaß buchstäblich den Rest der Welt: Anrufe in Abwesenheit auf dem Handy, vergessene Verabredungen, zu spät am Kindergarten – aber immer glücklich strahlend!

Mein Garten

Ich pflanzte zwar Gemüse und Obst, doch meine Leidenschaft gehörte sehr schnell den Blumen, vor allem den Einjährigen. In allen Zimmern standen nun Vasen voll wunderbar duftender Blumen aus dem Garten und ich liebte es für Freunde und Verwandte üppige, bunte Sträuße zu binden.

Auf der Suche nach einer größeren Auswahl an Samen und Aussaattips landete ich ziemlich schnell in England und Amerika, stieß auf Sarah Raven und natürlich Erin Benzakain von Floret Flowers.

Mir eröffnete sich eine ganz neue Welt, die ich nicht kannte und die viel größer war, als ich es mir zu träumen erhofft hatte: das Business der Flowerfarmer. Slow Flowers und die Frauen, die diese Bewegung vorantreiben haben mich inspiriert und ermutigt.

In Deutschland ist das Wissen um importierte Schnittblumen bzw. die Möglichkeit des regionalen Anbaus noch sehr klein. Doch ich glaube ganz fest daran – bei Lebensmitteln hat es ja auch geklappt!

„Ich bin keine Blumenbauerin – ich bin Blumengärtnerin!“

Und so erlebte ich meine erste Saison als Blumenbauerin 2018 mit Höhen und Tiefen. Ein Jahr voller Begeisterung, Motivation, Enthusiasmus, Enttäuschung, Stress und Scheitern. Von anfänglichem Erfolg mit meinem Stand auf dem Wochenmarkt, einem Meer von Schnittblumen, Hochzeiten und vielen Bestellungen über Erschöpfung und ganz grundsätzlichen Fragen nach dem Sinn hinter meinem Tun und meinen Wünschen. Alle Einzelheiten dazu in diesem Artikel.

Es war eine lange Achterbahnfahrt an deren Ende mein Entschluss stand: Ich bin keine Blumenbauerin, die maximal produziert und wirtschaftlich erflogreich sein möchte – ich bin eine Blumengärtnerin! Mit dieser Erkenntnis fühle ich mich ein Stück weit angekommen und weiß, was ich will.

Ich möchte mit Zeit und Ruhe, die Natur beobachten, Samen säen und die Schönheit meiner Blumen genießen. Ich möchte die Zeit vergessen dürfen und mich im Garten verlieren – ohne Druck und Stress.

Darüberhinaus  engagiere ich mich für die Slowflower-Bewegung in Deutschland! Ich habe 2018 eine Facebook-Gruppe gegründet, in der mittlerweile 70 Blumenbauern oder Floristen sind. Dort tauschen wir uns tagtäglich aus, geben uns praktische Tipps, Hilfen und sind immer füreinander da. Im Frühling 2019 trafen sich ein Teil dieser Gruppe zum ersten mal in Marl. Wir treffen uns nun jedes halbes Jahr und begrüßen dabei stets neue Gesichter. Unser gemeinsames Ziel ist es, über alternativen Schnittblumenanbau zu informieren, KäuferInnen und ProduzentInnen zusammenzubringen und Slowflowers in die Öffentlichkeit zu bringen: nachhaltig, regional, saisonal und natürlich!

Deswegen habe ich mich dazu entschieden, nur noch wenige Bestellungen anzunehmen.  So habe ich Raum, Zeit und Energie für meine Leidenschaft, die Blumen und das Schreiben darüber. Und zum anderen auch, die „Slowflower-Bewegung“ weiter mitzuentwickeln.

„Ich möchte mit Zeit und Ruhe, die Natur beobachten, Samen säen und die Schönheit meiner Blumen genießen.“

Ich habe meinen Spaß wieder gefunden, ich genieße den Garten und die Blumen, engagiere mich für die Slowflower-Bewegung und mit dem  Schreiben darüber schließt sich für mich der Kreis. So ist es genau richtig und ich jetzt freue ich mich auf alle Sommer, die kommen werden.