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Erstes Flower Farmer Treffen

Am Samstagnachmittag Mitte März saß ich ziemlich aufgeregt im Auto Richtung Marl, denn dort, in dem kleinen Ort in der Nähe von Düsseldorf, hatten Bernhard und Meike das erste deutsche Flower Farmer Treffen organisiert, damit sich unsere kleine Comunity nun endlich mal persönlich kennen lernen konnte. Denn über Instagram und Facebook standen wir alle schon lange irgendwie miteinander in Verbindung – um so aufregender, sich jetzt persönlich kennen zu lernen!

„Über Instagram und Facebook standen wir alle schon lange irgendwie miteinander in Verbindung – um so aufregender, sich jetzt persönlich kennen zu lernen!“

Als ich in die Auffahrt von Bernhard und Meike fuhr war ich schon hin und weg: eine riesige Gärtnerei, große Beete, blühende Sträucher, hohe Bäume. Neben ihrem kleinen Blumenladen haben sie ein Atelier, das sich wunderbar für Workshops anbietet und dort trat ich nun durch die Tür.

Wer ist denn nun wer? Doch Bernhard kam gleich auf mich zu und stellte sich und die anderen vor: zuerst Meike, die beiden leben und arbeiten hier zusammen, dann Katharina aus Münster und Ruben und Imke aus Berlin. Später am Abend kamen noch Chantal aus Leipzig und Sabeth und ihr Freund aus Potsdam mit dazu. Alle hatten leckere Kleingkeiten mitgebracht und wir quatschten sofort los – wer hat welche Geschichte, wie groß ist die Anbaufläche, was sind die Pläne und die Zeit flog vorbei.

Bernhard, Imke, ich, Anne, Sabeth, ihr Freund, Chantal, untere Reihe: Marlin, Meike, Katharina (nicht im Bild, weil Fotograf: Ruben)

Auf dem Weg zu meinem AirBnB merkte ich, wie angespannt ich den Abend über war, es war echt aufregend sich kennen zu lernen und nun fiel die erste Anspannung von mir ab.

Am Sonntag starteten wir um neun Uhr mit einem gemeinsamen Frühstück, das eigentliche Programm sollte um 9.30 Uhr mit einer Vorstellungsrunde starten, doch wir hatten uns alle gleich schon wieder so viel zu erzählen (jetzt waren auch Anne aus Osnabrück und Marlin aus Freiburg dabei), dass wir direkt mal den Zeitplan sprengten… Bernhard gab sich aber alle Mühe und schaffte es am Ende auch ziemlich gut, uns immer wieder einzufangen 🙂

Wir waren wirklich eine bunte Truppe: Meike und Bernhard, die hier in Marl gemeinsam leben, ihre Blumen anbauen und direkt im Laden verkaufen. Dann Imke und Ruben aus Berlin, die in Amerika eine Flower Farm besuchten und seit dem hin und weg sind und nun auf der Suche nach der geeigneten Anbaufläche bei Berlin. Chantal baut ihre Blumen seit einigen Jahren auf einem Gärtnereigelände in Leipzig an, macht viele Hochzeiten und Workshops und Sabeth mit ihrem Freund und gemeinsamen Baby, die drei fahren gerade in ihrem Bus durch Deutschland auf der Suche nach dem richtigen Platz für ihren Blumenanbau.

Beim Eierfärben

Marlin hingegen hat zwar schon das richtige Land bei Freiburg für ihren Blumenanbau gefunden, doch nimmt sie sich dieses Jahr noch Zeit für die richtige Planung und möchte dann ab 2020 ihre Schnittblumen verkaufen. Und die bunte Truppe bereicherte dann noch Anne aus Osnabrück, die dort ein florales Studio hat und ihren Schwerpunkt auf das Binden und Stecken besonderer Arrangements legt und Workshops gibt – die Blumen dafür baut sie natürlich selbst an.

Doch so unterschiedlich unsere Geschichten, Konzepte und Pläne auch waren, eines Verband uns sofort miteinander: die Leidenschaft für Schnittblumen und die Überzeugung, dass die Zeit für eine Slow Flower Bewegung in Deutschland mehr als reif ist.

Wie schon am Samstagabend flog die Zeit nur so vorbei: Katharina stellte ihre Bachelorarbeit zum Thema „Flower Farming“ in Deutschland vor und wir diskutierten über die Ergebnisse, wir haben unsere Zahlen anonym offengelegt und besprochen, wo wir das größte wirtschaftliche Potential sehen. Beim Mittagessen hat Meike uns gezeigt, wie man Ostereier mit Naturmaterialien färbt und wir inspizierten all die kleinen Setzlinge im Gewächshaus.

Überhaupt tauschten wir uns kreuz und quer in einer Tour aus: die heißesten Aussaattips, Geheimrezepte des Pflanzenschutzes, Sortenempfehlungen etc. pp. und versuchten so viele Erfahrungen wie möglich in der kurzen Zeit weiter zu geben. Ich machte mir in einer Tour Notizen in mein Handy oder fotografierte schnell diese wunderhübsch blühende Staude mit den kleinen weißen Blüten („Spirea Prunifolia Plena“).

Katharina, ich und Anne

Nach leckerem Mittagessen und vielen intensiven Gesprächen sammelten wir unsere Wünsche für die Zukunft und waren uns dabei alle einig: wir wollen eine gemeinsame Austauschplattform haben und uns unbedingt regelmäßig treffen. In Kontakt bleiben wir nun über die Facebookgruppe „Deutschsprachige SchnittblumenbauerInnen“ und das nächste Treffen findet dann bei Anne in ihrem Atelier „Iko“ in Osnabrück statt. Ich wünschte, das Treffen wäre schon morgen…

Ich hätte nie gedacht, wie sehr mich diese elf Menschen berühren und wie glücklich so ein gemeinsames Großprojekt macht! Endlich nicht mehr nur im Kleinen so alleine vor mich hinarbeiten und schreiben, sondern zu wissen, da gibt es andere, denen es genau so geht wie mir! Ja, wir sind wenige und ja, es ist alles weit entfernt von einem Umbruch. Aber ich bin mir ganz sicher, dass wir mehr werden, dass das Slow Flower Movement auch in Deutschland ein Begriff wird und wir uns ganz langsam, Schritt für Schritt mehr Aufmerksamkeit schaffen werden.

„Ich hätte nie gedacht, wie sehr mich diese elf Menschen berühren und wie glücklich so ein gemeinsames Großprojekt macht!“

Und hier einige Links zu den blumenverrückten Flower Farmern:

https://www.ikoflowers.com/

https://www.erna-primula.de/

https://gabel-spaten.de/

https://www.instagram.com/malingaertnert/

https://www.rox-rose.com/

2 Comments

  • Reply
    Anne Oberwalleney
    24. März 2019 at 9:59

    Danke Danke Danke, Katharina, für diesen wunderschönen Artikel!
    Ich fühle das wir etwas bewegen werden, und du kannst so klar und wahr darüber schreiben und es so zu den Menschen bringen! Es ist so dringend an der Zeit hinzuschauen, wo Blumen herkommen.
    Sei gedrückt!!!
    Liebste Grüße, Anne

  • Reply
    Chantal Remmert
    24. März 2019 at 10:52

    Wunderbar geschrieben, genau so hat es sich für mich auch angefühlt!

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