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Tipps

Schnittblumen vom Balkon

In meinem ersten Jahr in der Stadt hatte ich noch keinen Garten, dafür endlich einen Balkon, nach Westen ausgerichtet. Ich war hochschwanger in dem Frühsommer und hatte viel Zeit diverse Kästen, Kisten und Töpfe mit den unterschiedlichsten Blumen zu bepflanzen – für mich das erste Mal!

Ich kaufte kleine Samentütchen im Baumarkt und säte direkt in meine Balkonkästen. Die Blumen dankten mir die viele Fürsorge und Liebe und mit viel Anfängerglück hatten wir bis in den späten Herbst hinein (dann schon zu dritt) einen wunderbar bunten Balkon, der sich anfühlte wie ein kleiner Garten und so prächtig blühte, dass ich immer mal wieder kleine Sträuße für den Küchentisch schneiden konnte.

„Es ist also möglich, auch auf kleinster Fläche Blumen selber zu ziehen, statt seine Kästen und Töpfe mit Balkon-Stauden aus dem Blumenladen zu bepflanzen.“

Es ist also möglich, auch auf kleinster Fläche Blumen selber zu ziehen, statt seine Kästen und Töpfe mit Balkon-Stauden aus dem Blumenladen zu bepflanzen. Vor allem hat man viel mehr davon, man kann aus einer Fülle an Sorten und Farben auswählen, es ist viel günstiger und der Blick auf den Balkon war sicher noch nie so schön!

Beispiel für eine Bepflanzung auf einem kleinen Balkon.

Bild oben:

März – Mai: 1. Papageien-Tulpe „Prof. Röntgen“, 2. Tulpe „Mango“, 3. Narzisse „Pink Whonder“, 4. Papageien Tulpe „Roccoco“, 5. Tulpe „Orca“, 6. Narzisse „Obdam“

Mai – Otober: 1. Dahlie „Cafe au lait“, 2. Zinnien „Benarys Giant“, 3. Cosmea „Cupcake“, 4. Löwenmäulchen „Mme Butterfly“, 5. Basilikum „Mrs. Burns Lemon“, 6. Hasenohr, 7. Kornblumen, 8. Apfelminze

„Als Gefäß kannst du eigentlich alles nehmen – hauptsache, du bohrst Löcher unten hinein, damit das Gießwasser abfließen kann.“

Zunächst ist es wichtig, wie dein Balkon ausgerichtet ist. Komplett nach Norden ist leider für fast alle Blumen sehr schwierig. Osten geht gut, Süden ist mit viel Gießen, aber üppigen Blüten verbunden und Westen ist auch wunderbar.

Dann benötigst du die richtigen Gefäße. Einjährige Blumen wurzeln nicht so tief, wie Stauden, trotzdem sollte die Erde mindestens 25cm bis 30cm tief sein, damit genug Wasser gespeichert werden kann.

Als Gefäß kannst du eigentlich alles nehmen – hauptsache, du bohrst Löcher unten hinein, damit das Gießwasser abfließen kann. Zinkwannen, Tontöpfe, Blumenkästen, geflochtene Körbe. Mein Favorit sind geschlossene Weinkisten. Ich habe davon mittlerweile etwa acht Stück auf meinem Balkon und wenn man die nebeneinander stellt, sieht es aus wie ein kleines Beet.

„Der zweite riesengroße Vorteil: du hast keine Schädlinge und Krankheiten!“

Der Vorteil an der Blumenzucht auf dem Balkon ist zum einen, dass du deine Blumen ständig im Blick hast. Du kannst ihnen schnell morgens eine extra Portion Wasser geben, wenn es heiß wird, abends beim telefonieren Verblühtes abschneiden und bist immer ganz nah dran, ohne viel Aufwand.

Der zweite riesengroße Vorteil: du hast keine Schädlinge und Krankheiten! Außer du bist unten im Erdgeschoss, da schaffen es Nacktschnecken und Läuse vielleicht trotzdem hin. Aber ansonsten wachsen und gedeihen deine Blumen in einem wunderbar geschützten Raum.

„Du kannst für deine Blumen die perfekte Erde mischen.“

Und auch klasse: der Boden. Da du deine Gefäße selbst befüllst, hast du es natürlich nicht mit klebrigem Lehmboden oder kargem Sand zu tun. Du kannst für deine Blumen die perfekte Erde mischen.

Päonienmohn „Antigua“ auf meinem Balkon

Wenn du passende Gefäße hast, füllst du unten am besten eine kleine Schicht Kies oder gröbere Steine ein. Wenn du das nicht hast, achte dafür darauf, dass die Abzuglöcher groß genug sind, damit keine Staunässe entsteht. Sonst fault z.B. auch Material wie Holz.

Die Erde kannst du im Baumarkt kaufen, oft heißt sie „Blumen- und Pflanzende“. Da kann man nicht so wahnsinnig viel falsch machen – grundsätzlich ist bio natürlich am besten. Oder du fragst bei einer Gärtnerei nach, ob dort auch Erde verkauft wird – die ist meist qualitativ besser.

Und nun kann es schon los gehen! Am schönsten ist es natürlich, wenn du deine Blumen auf der Fensterbank aus Samen gezogen hast und sie dann im Frühling als zarte Pflänzchen in die Töpfe auf deinem Balkon verpflanzt. Hast du etwas mehr Platz und es ist schon etwas wärmer, kannst du einige Blumen auch direkt draußen aussäen. Die höhere Erfolgsquote hast du jedoch drinnen.

„Besonders schön sieht es aus, wenn du dir ein Farbkonzept überlegst. Je nachdem was zu dir und deiner Wohnung passt.“

Besonders schön sieht es aus, wenn du dir ein Farbkonzept überlegst. Je nachdem was zu dir und deiner Wohnung passt. Vielleicht hast du es gerne warm und sonnig, dann säe gelbe, orange und rote Blumen aus. Oder romantisch in blau, weiß und rosa. Puristisch in reinem weiß. Es gibt ja fast alle Sorten in den entsprechenden Farben.

Bei der Sortenauswahl solltest du darauf achten, dass die Blumen nicht zu hoch werden. Schön ist es, wenn du staffelst: etwas höhere Blumen nach hinten in den Topf, niedrigere nach vorn. Spiele auch mit Formen und Farben.

Ein kleiner bunter Strauß mit Löwenmäulchen, Cosmeen, Kornblumen und einer Dahlie

Besonders empfehlenswert für den Balkon sind Dauerblüher wie Löwenmäulchen, Cosmeen, Ringelblumen, Kornblumen und Zinnien. Sehr schön finde ich auch immer Sonnenblumen (niedrige Sorten), Rudbeckia und Dahlien.

Nicht empfehlen würde ich dir Gräser, die wirken oft spillerig im Wuchs und machen kein hübsches Bild. Füller sind aber auch wichtig, wenn du kleine Sträuße binden möchtest. Am besten wählst du welche, die im Wuchs hübsch und auch essbar sind.

Basilikum und Minze sind hier meine Favoriten! Achte darauf, dass das Basilikum eine hoch wachsende Sorte ist und bei der Minze ist Apfelminze am schönsten, mit puschigen hellgrünen Blättern. Minze ist eine Staude, am besten pflanzt du sie separat in einem Topf, wo sie auch überwintern darf. So hast du frisches Grün für deine Arrangements und zugleich die richtigen Kräuter für Salate, Pesto oder Limonade.

„So hast du frisches Grün für deine Arrangements und zugleich die richtigen Kräuter für Salate, Pesto oder Limonade.“

Auch Blumen, die kein schönes Grün haben sind schwierig. Im Garten fällt das nicht so auf, auf dem Balkon hingegen schon. Orlaya gehört dazu, aber auch Rittersporn, Craspedia, Strandflieder und Cosmeen sind nicht für jeden etwas.
Im Hintergrund können Strohblumen sehr schön wirken.

Einzelne Blumen haben eine tolle Wirkung

Toll ist es auch, Frühblüher wie Tulpen und Narzissen im Herbst schon in deine Töpfe zu setzen, dann blüht und leuchtet es bereits im Februar und März auf deinem Balkon. Im Mai, wenn sie verblüht sind, tauschst du sie einfach gegen Sommerblüher aus. Passend sind dann Einjährige, die du in dem Fall vorziehen musst, wie Basilikum, Zinnien oder Cosmea. Auch Dahlien gehen sehr gut, da die Knollen erst Anfang Mai in die Erde gesetzt werden.

„Toll ist es auch, Frühblüher wie Tulpen und Narzissen im Herbst schon in deine Töpfe zu setzen, dann blüht und leuchtet es bereits im Februar und März auf deinem Balkon.“

Nun kannst du deinen eigenen Blumen beim Wachsen zusehen! Düngen brauchst du in der Regel nicht, da die frische Blumenerde genug Nährstoffe enthält. Nur bei einer Dahlie solltest du zusätzlich zu Beginn etwas Dünger mit einarbeiten, z.B. Kompost oder Hornspähne.

Gieße deine Blumen regelmäßig, an heißen Tagen täglich, da die Erde im Gefäß viel weniger Wasser speichern kann, als im Garten. Entferne Verblühtes, in dem du die Blüten einfach abknipst und mache dir immer mal wieder Notizen, was besonders gut klappt und schön blüht und was für dich nicht funktioniert. Für die Vase schneidest du deine Blumen am besten früh morgens, so gut hydriert halten sie am längsten.

„Nun kannst du deinen eigenen Blumen beim Wachsen zusehen!“

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