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Tipps

Einen Blumenstrauß binden

So viele Blumen – aber wo fange ich an? Als ich meinen ersten richtigen Blumenstrauß für eine Bestellung binden wollte, fühlte ich mich wie der Autor vor einem weißen Blatt Papier: völlig gehemmt. Ich nahm eine Blume und noch eine und noch eine – und legte alles wieder zurück.

„Ich nahm eine Blume und noch eine und noch eine – und legte alles wieder zurück.“

Es sah wirr und durcheinander aus, nicht wie ein schöner Strauß und mir wurde schnell bewusst, dass zwischen dem Blumen pflücken im Garten und einfach auf den Küchentisch stellen und einem richtigen Binden himmelweite Unterschiede liegen.

Frühlingsstrauß mit Ranunkeln, Hyazinthen, Helleborus und Eryngium

Damit ein Strauß ausgewogen, stimmig und harmonisch wirkt gilt es, einige Grundregeln zu beherzigen:

Ein Strauß in Gelb, Weiß und Blau

1. Entscheide dich für ein Farbschema

Wenn du die Auswahl im Garten hast, bleibe ruhig in Farbfamilien oder kombiniere nur ausgewählte Farben miteinander. Zum Beispiel Grün, Weiß, Gelb und Blau, um einen frischen Strauß zu binden. Damit bekommst du einfach einen „Feld- und Wiesen-Look“, den Bräute auch gerne mögen.

Rot, Pink, Burgunder und Lila sind sehr intensiv und leuchtend. Diese dunklen, kräftigen Farben können sehr edel und extravagant aussehen.

Andere Möglichkeiten sind auch Weiß, Creme und Burgunder, damit erzeugt man eine edle Wirkung, sehr klassisch für Hochzeiten. Oder Apricot, Rosa, Gelb und Eukalyptus, diese Kombination ist sehr frisch und modern.

2. Wähle verschiedene Blütenformen aus

Es gibt fünf Kategorien, damit dein Strauß harmonisch und abwechslungsreich zu gleich wirkt: die zentrale Blume, die Spitzen, die Scheiben, die Füller und das Luftige.

Annette und Julia nennen diese in ihrem Blog Gabel und Spaten „Stars, Sternchen und Statisten“ – auch schön! Folgende Blumen fallen unter anderem in meine fünf Kategorien:

  • Zentrale Blumen: Tulpen, Ranunkeln, Sonnenblumen, Sommerastern oder Dahlien. Sie bilden die ruhige Mitte.
  • Spitzen: Levkojen, Löwenmäulchen oder Rittersporn. Sorgen für eine gestaffelte Höhe.
  • Scheiben: Ammi, Ringelblumen, Zinnien, Cosmeen oder Orlaya. Füllen und bringen auch Ruhe.
  • Füller: Hasenohr, Kamille, Strohblumen, Strandflieder, Eucalyptus, Basilikum oder Minze. Sind entweder grün oder gedeckt oder in einer Farbe gehalten, um den Strauß dicht und „rund“ zu machen.
  • Luftiges: Schleierkraut, Jungfer im Grünen, Wicken oder Mohn. Geben einen romantischen, verspielten, leichten Touch.

Rosa, Rot und Lila in verschiedenen Blütenformen

3. Schaue, dass du genug Blumen hast

Man braucht mehr Stiele, als man denkt. Für einen kleinen Strauß (20cm), brauchst du eine zentrale Blume, drei Spitzen, drei Scheiben, von drei Sorten je fünf Füller und vom Luftigen noch mal drei Stiele. Also etwa 25 Blumen.

Schneide lieber etwas mehr und mache mit dem Übriggebliebenen noch etwas hübsches kleines für dein Bad oder Arbeitsplatz.

4. Schaffe Ordnung

Je mehr Sträuße du binden möchtest, um so wichtiger ist die richtige Organisation. Wobei ich mittlerweile schon für nur einen Strauß meine Ordnung brauche.

„Je mehr Sträuße du binden möchtest, um so wichtiger ist die richtige Organisation.“

Lege alle Blumen gesäubert und nach Sorten getrennt auf eine Arbeitsplatte oder einen Tisch, es geht auch der Boden. Keine Angst, die halbe Stunde überstehen deine Blumen auch ohne Wasser (außer Zinnien und Dahlien, die werden dann an einer Seite sehr unschön eingedrückt, lasse sie lieber im Wassereimer).

Nun hast du einen guten Überblick über die Farben, Formen und Größen und erkennst schneller, was schön zusammen aussieht.

Blumen sortiert nach Sorten, Farbe und Größe

Jetzt kann es losgehen:

Beginne innen, mit der zentralen Blume und lege nun rund herum die Blumen so an, dass sie zueinander passen. Du kannst dabei immer durchwechseln oder in Farbverläufen arbeiten. Schaue einfach, dass die Blumen, die direkt beieinander liegen, gut zusammen passen. So können in einem Strauß auch Blumen, die eigentlich nicht passen, harmonisch wirken, da sie sich nicht berühren und durch andere „aufgehoben“ werden.

Halte die Blumen dabei in der linken Hand (wenn du Linkshänder bist, in der rechten Hand) schön fest, lege mit der Rechten an, das ist eine reine Übungssache!

„Schaue einfach, dass die Blumen, die direkt beieinander liegen, gut zusammen passen.“

Mit der linken Hand den Strauß festhalten

Wenn der Strauß ein Geschenk sein soll, setze die linke Hand ein wenig tiefer und wickle nun oberhalb mit Bast oder einer Juteschnur mehrmals drum rum, lege ihn ab und binde eine Schleife.

Du kannst natürlich auch ein Gummiband benutzen, das ist nur weniger ökologisch und nicht so hübsch – geht aber schneller! Wenn er für dich zu Hause ist, stelle ihn in eine passende Vase und rüttele die Blumen vorsichtig, bis alles locker an seinem Platz ist.

Du kannst ihn natürlich auch binden, dann sitzt er fester und bleibt mehr in Form, ganz wie du magst – einfach ausprobieren.

Wenn du den Strauß noch transportieren musst, weil er ein Geschenk ist, wickle ihn in am besten noch in braunes Packpapier. Ich nehme mittlerweile oft Zeitungspapier, insofern die Blumen kein feierliches Geschenk, sondern ein Mitbringsel oder eine Bestellung für den Kunden selbst sind. Das ist zwar nicht ganz so dekorativ, aber dafür noch ökologischer.

 

Bisher ist es noch ruhig hier...

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