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Blumenportraits

Die besten Stauden für den Schnitt

Um einen üppig blühenden Blumengarten zu haben, gehören neben den ganzen Einjährigen Blumen wie Löwenmäulchen, Kornblumen, Zinnien, Levkojen und Cosmeen Stauden zum Pflichtprogramm. Was Stauden genau ausmacht, wo ihre Vor- und Nachteile liegen und eine Auswahl besonders guter Stauden für den Schnitt habe ich euch hier zusammen gefasst.

„Um einen üppig blühenden Blumengarten zu haben, gehören neben den ganzen Einjährigen Blumen Stauden zum Pflichtprogramm.“

Stauden gibt es eigentlich in jedem Garten. Man bezeichnet eine Pflanze als Staude, wenn sie jedes Jahr aufs neue austreibt, für einen gewissen Zeitraum blüht und sich im Winter zurückzieht, um im kommenden Jahr größer und stärker wieder auszutreiben. Es gibt auch sogenannte remontierende Stauden, dass bedeutet dass sie nach einem Rückschnitt der ersten Blühte eine zweite Blüte im gleichen Jahr zeigen.

Lupine in weiß-gelb

Pflanzen sollte man Stauden laut den meisten Empfehlungen im Herbst, am besten im September, damit sie vor den ersten Frösten genug Zeit haben anzuwachsen. Dann sammeln sie ihre Kräfte im Winter und treiben im Frühjahr das erste mal aus. Ich pflanze sie hingegen lieber im Frühjahr, da man so sicher sein kann, dass sie auch austreibt und die Blüte oft ein bisschen früher ist.

Am schönsten blühen Stauden so oder so dann erst in den Folgejahren, frühestens nach ihrem ersten Sommer. Stauden können viele Jahre alt werden und wenn man sich ein bisschen um sie kümmert, sie mal zurückschneidet, teilt und ihnen frischen Kompost gibt, vergrößern sie sich Jahr für Jahr und schenken einem ohne viel Aufwand wunderbare Schnittblumen.

„Man bezeichnet eine Pflanze als Staude, wenn sie jedes Jahr aufs neue austreibt, für einen gewissen Zeitraum blüht und sich im Winter zurückzieht.“

Das ist auch schon der große Vorteil der Stauden: wenig Arbeit! Viel weniger, als bei den Einjährigen. Dafür kommen wir auch gleich zu beiden Nachteilen: größere Preisinvestition am Anfang (die sich aber sehr schnell auszahlt) und ein kleineres Blühfenster. Das ist wohl der entscheidenste Nachteil gegenüber den Einjährigen: die meisten Stauden blühen nur etwa zwei bis vier Wochen und wenn man sehr wenig Platz hat, verschenkt man quasi viel Beetfläche für die restlichen Monate der Erntezeit.

„Das ist auch schon der große Vorteil der Stauden: wenig Arbeit!“

Rittersporn „Finsteraarhorn“

Doch kann man das auch andersherum sehen: jede Staude zeigt uns die Jahreszeit an! Ihre Blüte richtet sich nicht nach dem Datum auf einem Kalenderblatt, sondern nach der Art des Winters und den Temperaturen und Niederschlägen im Frühling.

An ihr erkennen wir den Verlauf des Jahres, sie zeigt uns ihren Rhythmus und lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Ihre Blüte wird zu etwas Besonderem – Löwenmäulchen können mit der richtigen Kultivierung von Mai bis Oktober blühen – die großen cremeweißen Blütenrispen der Astilbe „Weiße Gloria“ hingegen, zeigt ihre Schönheit nur Ende Juli.

„An ihr erkennen wir den Verlauf des Jahres, sie zeigt uns ihren Rhythmus und lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen.“

Für mich überwiegen definitiv die Vorteile! Wenig Arbeit, besondere, oft sehr großblumige Blüten, Abwechslung im Jahresverlauf und eine sichere Einnahmequelle.

Goldfelberich

Grundsätzlich würde ich also sagen: Stauden sind das perfekte Grundgerüst für einen Blumenhof. Sie sind die „sichere Bank“, bei ihnen weiß man ganz genau, wann sie blühen – und dass sie blühen werden! Man kann die Anzahl an Stielen sehr gut abschätzen und hat kaum Ausfälle (im Vergleich zu Einjährigen). Sie sind eine sehr gute Investition, die sich ganz schnell auszahlen wird und ohne zutun vermehrt.

Wenn man viel Platz hat und an diesem Ort für die nächsten Jahre bleiben möchte, ist die Entscheidung eigentlich klar: einmal etwas Geld in die Hand nehmen, ein großes Staudenbeet anlegen und sich jedes Jahr über eine neue Blüte freuen!

Toll ist auch, dass die meisten Blüten so groß werden, dass man sie solo oder als zentrale Blüte nutzen kann, wo einem die Einjährigen oft fehlen.

Meine Empfehlungen, um eine lückenlose Blühzeit zu haben und Sträuße und Arrangements wunderschön zu ergänzen:

Lupine (Lupinus polyphyllus): Lupinen haben sehr große, doldenförmige Blüten, ein hübsches dunkelgrünes Laub und wirken in jedem Strauß strukturgebend; ganz klar die zentrale Blüte eines Arrangements, mächtig und Farbe gebend; Blüht sehr früh von Mai bis Juni und dann nach einem Rückschnitt erneut im August (Tipp „Salmon Star“, „Masterpiece“, „Camelot White“)

Phlox (Phlox Paniculata): tolle große runde Blüten, strukturgebend, füllend, in diversen Farben von Weiß, über Rosa, Pink, Rot, Bordeaux, Lila, Violet eigentlich alles außer Gelb und Orange, kann man wirklich nicht genug von haben! Recht pflegeleicht, wenn ihm der Standort gefällt; blüht von Juli bis September (Tipp „Pax“, „Blue Ridge“, „Cool Water“)

Goldfelberich (Lysimachia punctata): wunderbar pflegeleicht, braucht kaum Wasser, kein Dünger, keine Pflege, vermehrt sich ganz von allein; leuchtend gelb bringt er frische Farbe in jeden Strauß, hält sich super; Blühzeit von Juni bis August

Schafgarbe (Achillea Millefolium): doldenförmige große Blüten setzen sich aus hunderten kleinerer Blüten zusammen, eignet sich dadurch besonders gut als zentrale Blume; besonders lange Blütezeit von Anfang Juni bis August, ca. 50 bis 60cm hoch; lange Haltbarkeit in der Vase und große Farbauswahl (mein Tipp „Wonderful Wampee“, „Kirschkönigin“, „Schneetaler“ oder „Ovation“

Margerite (Leucanthemum x superbum): die großblumigen Margeriten bringen Sommer, Leichtigkeit und Frische in jeden Strauß, sie wirken sehr natürlich und geben dem Strauß das perfekte „frisch aus dem Garten“-Gefühl, es gibt sie klassisch mit gelber Mitte und gefüllt; die Blühzeit ist (je nach Sorte) sehr lang, von Juni bis Oktober, unermüdlich (Tipp „Polaris“, „Paladin“, „Luna“)

Mutterkraut (Tanacetum parthenium): wir kleine knopfartige Margeriten sehen die niedlichen Blüten des Mutterkrauts aus, wirken in Sträußen luftig, verspielt und natürlich, erinnern sehr an Kamille; Blühzeit von Juni bis September

Prachtspiere (Astilbe): sehr grpße, dicht an dicht besetzte Blütenrispen, aufrecht wachsend, können sowohl als zentrale Blume wie auch als einzelne Vasendekoration eingesetzte werden, lange Haltbarkeit, Blütezeit von Juli bis August (Tipp „Weiße Gloria“, „Younique Salmon“ oder „Cattleya“)

Sternendolde (Astrantia): romantisch, fiedrige, kleine sternförmige Blüten, die jeden Strauß zu etwas Besonderem machen, sehr gut für etwas schattigere Ecken, mindestens lichter Halbschatten, gute Haltbarkeit, frühe Blüte von April bis Juli (Tipp „Star of Royals“, „Roma“ oder „Star of Billion“)

Lavendel (Lavandula angustifolia): Lavendel ist sowohl frisch als auch getrocknet sehr schön; gibt natürlich einen wunderbaren Duft und Bauerngartenflair; mag es trocken und relativ karg, kein Dünger, kein Gießen, dafür Wärme und volle Sonne, gibt es neben Lila auch in Weiß und Rosa, blüht von Juli bis August (Tipp „Imperial Gem“, „Elagance Ice“, „Hidcote Pink“)

Lenzrosen (Helleborus Orientalis): von mir erst spät entdeckt bin ich total verliebt! Diese sehr früh blühenden Stauden (Februar bis April) in gedeckten Farben sind in der Vase ungewöhnlich und edel. Sie brauchen, wie alle Stauden, einige Zeit, um sich zu aklimatisieren. Der perfekte Standort ist unter Gehölzen, feucht und halbschattig. Wichtig beim Schnitt: am besten abends schneiden, über Nacht komplett, also die ganze Blumen samt Stiel und Blüte ins Wasser legen und sie erst am nächsten Tag für den Verkauf nutzen, blüht Februar bis März (Tipp „Pink Spottet Lady“, „White Spottet Lady“, „Yellow Lady“)

Rittersporn (Delphinium Elatum): einer meiner Lieblinge! Hohe, lange Blütenrispen, für mich der Inbegriff einer Blume im Bauerngarten. Mittlerweile gibt es diverse Farben, doch mein Favorit ist klassisches Blau oder auch Hellblau. Man muss beim Austreiben sehr auf Schnecken achten! Rittersporn ist eine demontierende Staude, die im Juni und nach dem Rückschnitt erneut im September ihre Blüten zeigen (Tipp „Ballkleid“, „Delphis Pink Power“, „Galahad“ oder „Blue Bird“)

Winteraster (Chrysanthemum hortorum oder indicum): Chrysanthemen bilden den krönenden Abschluss eines blühenden Jahres. Wenn die Dahlien im Oktober langsam ermüden bekommen diese wunderschönen Stauden ihre Bühne. Es gibt so viele Sorten, doch meine Lieblinge sind die „Irregular Curve“, ich weiß leider nicht, wie man diese Kategorie in Deutschland nennt. Sie zeichnen sich durch besonders große, gefüllte Blüten aus, die mich sehr an päonienartige Sommerastern erinnern; blüht von Oktober bis November (Tipp „Quan Yon Hung“, „Whiteout“ oder „Crimson Tide“

12 Comments

  • Reply
    Imke
    10. Juli 2020 at 13:01

    Hi Katharina,
    für die meisten von dir empfohlenen Sorten finde ich nur Jungpflanzen, aber kein Saatgut. Hast du Pflanzen oder Aussaat gemacht? Liebe Grüße
    Imke

    • Reply
      Katharina
      10. Juli 2020 at 19:02

      Liebe Imke,
      ich habe alle als Jungpflanzen gekauft und vermehre sie nun über Teilung. Das ist etwas teurer, aber geht euch viel schneller, um seinen Stock zu vergrößern. Mit der Anzucht von Stauden aus Samen habe ich kaum Erfahrung, außer mit Bartnelken, Sonnenhut und Achillea, die einfach zu Stauden geworden sind nach der Anzucht 🙂
      Liebe Grüße nach Berlin!

  • Reply
    Michaela
    10. März 2021 at 10:38

    Liebe Katharina,

    Ich habe ganz, ganz lehmige Erde im Garten. Würdest du Sand untermischen vor dem Pflanzen der Stauden? Und wenn ja, welchen? Ich lese überall, dass sie keinen Lehmboden mögen und selbst dem widerständigen Goldfelberich, von dem ich letztes Jahr zwei Pflanzen gepflanzt habe, schien es nicht gut zu gehen. Bin gespannt, ob er überhaupt wieder kommt!
    Hast du Tipps?
    Alle anderen Schnittblumen als Direktaussaat sind in dem Beet auch nichts geworden…

    GLG! Michaela

    • Reply
      Katharina
      10. März 2021 at 13:10

      Liebe Michaela, richtiger Lehmboden ist schwierig. Ich hatte auch mal einen Garten mit so einem Boden. Habe ihn kräftig belüftet mit der Grabegabel (also nicht umgegegraben), viiiel Kompost aufgebracht und mit Bändchengewebe als Mulchschicht gearbeitet. dann hatte ich durch den Kompost quasi Hügelbeete. Den Pflanzen hat es gut gefallen und ich hatte das Gefühl, dass der Boden über die Jahre tatsächlich in der oberen Schicht lockerer geworden ist. Mit Sand habe ich keine Erfahrung. ich würde zum Hügelbeet raten oder einen niedrigen Rahmen aufsetzen und befüllen, wie ein Mini-Hochbeet. Viel Erfolg!

      • Reply
        Michaela
        11. März 2021 at 14:09

        Daaaanke Katharina 🙂

        Ich werde berichten.

        LG Michaela

        • Reply
          Katharina
          11. März 2021 at 15:43

          Super, ich drücke die Daumen 🙂

  • Reply
    Kim Neuhaus
    8. Juli 2021 at 12:08

    Liebe Katharina, Erin Benzakein empfiehlt in Ihrem Buch auch die Fetthenne als Staude für den Schnittblumengarten. Was hältst du davon?

    • Reply
      Katharina
      8. Juli 2021 at 13:55

      Finde ich super! Kann man auch schon knospig schneiden, dann hat man einen grünen Füller. Hält sehr lang in der Vase, hat ein breites Schnittfenster und ist easy über Stecklinge zu vermehren. Möchte ich auch noch ein Portrait drüber machen!
      Liebe Grüße

      • Reply
        Kim Neuhaus
        12. Juli 2021 at 12:13

        Klasse…. dann geht meine Frage direkt weiter. Meinst du, es ist sinnvoll Pfingstrose, Fetthenne und Goldfelberich in ein Beet zu pflanzen? Ich suche Pflanzen, die pflegeleicht sind und das „unbeblumte“ Grün der Pfingstrose ab Juli kaschieren…

        • Reply
          Katharina
          14. Juli 2021 at 12:05

          Pfingstrosen blühen im Mai/Juni, Goldfelberich im Juni/Juli, Fetthenne im September. Von der Staffelung her passt es, aber von den Größen nicht so perfekt, denke ich. Pfingstrosen sind am höchsten (ca. 60-100cm), Felberich 50cm, Fettehenne 30-40cm. Die verdecken das nicht und breiten sich beide dazu auch gern aus. Also es ist ein sehr pflegeleichtes Beet, nur wird nichts überdeckt. Muss aber vielleicht auch nicht sein – wenn man die verblühten Blüten abschneidet, sehen Pfingstrosen auch ganz gut aus.

  • Reply
    Jessica
    18. Juli 2021 at 15:32

    Hallo Katharina,
    Ich meine irgendwo gelesen zu haben, dass der Anbau von Rittersporn „illegal“ ist. Stimmt das????????

    • Reply
      Katharina
      21. Juli 2021 at 21:00

      Nein, das stimmt nicht. Rittersporn ist zwar giftig, aber verboten ist er nicht!

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