Tipps

Wühlmäuse im Garten ohne Gift vertreiben

Meine erste Wühlmaus-Plage…

Wühlmaus-Plagen, die Geschichten kannte ich nur vom Hörensagen und konnte die Leidensgeschichten nicht nachvollziehen. Ich hatte auch genug zu tun mit riesigen Kaninchen, sehr aktiven Maulwürfen, tausenden von Rapsglanzkäfern und natürlich Nacktschnecken ohne Ende…

Aber nein, das sollte noch nicht reichen. In diesem Jahr bevölkerten nun auch meinen Garten die Wühlmäuse. Ich denke, sie waren auch schon im letzten Jahr da, aber mir noch nicht aufgefallen. Doch jetzt im Nachhinein weiß ich endlich, warum meine Himbeeren und auch Lupinen in bestimmten Beeten ständig vertrockneten, obwohl ich doch ausreichend goss: Wühlmäuse hatten die Wurzeln frei gelegt.

Ein Wühlmausgang

Wühlmäuse erkennen

Wühlmäuse erkennt man an den langen Gängen, die knapp über der Oberfläche verlaufen und aufgeschüttet sind. Es ist also nicht ein großer Haufen, wie bei Maulwürfen, sondern eben ein Gängesystem mit Eingängen. Diese Eingänge sind ca. 3cm groß und Kreisrund.

Was Wühlmäuse fressen

Wühlmäuse essen am liebsten Wurzeln, z.B. von Topinambur (den habe ich zu Hauf in meinem Garten und dort noch keine Maus entdeckt…), Möhren und Tulpenzwiebeln (haben sie aus welchem Grund auch immer ebenso verschmäht). Des Weiteren gehören Rosen und Obst zu ihren Leckerbissen – das kann ich beides nur bestätigen!

Vor drei Wochen legte ich ein neues großes Beet an und pflanzte meine Dahlienknollen und hunderte vorgezogene Löwenmäulchen ein. Ein paar Tage später entdeckte ich lange, aufgeschüttete Gänge, die sich durch das gesamte Beet zogen. Die kleinen Löwenmäulchen hatten die Mäuse Gott sei Dank nicht gefressen, aber beim Wühlen nach oben geschubst, so dass die Pflänzchen entwurzelt auf der Erde lagen und vertrockneten…

Die Panik ergriff mich! Da mir einige Garten-Nachbarinnen schon häufiger von Wühlmäusen berichteten, war der Täter klar. Doch was tun? Instinktiv setzte ich die Pflänzchen wieder ein und lief barfuß durch meine Beete, um die Gänge zu verdichten.

Das Eingangs-Loch ist ca. 2cm groß

So viele Tipps gegen Wühlmäuse…

Nächster Schritt: Googeln. Ich las mich durch die diverse Artikel und schaute dutzende YouTube-Videos. Die einen sagten, Maulwürfe würden Wühlmäuse vertreiben – bei mir feierten sie gemeinsam eine Party. Die anderen sagten, Buttermilch und Knoblauch würden die feinen Näschen gar nicht mögen – in einem Video zeigte eine Gärtnerin, dass den Wühlern die strengen düfte völlig egal waren.

Da ich viel mit Jauche dünge, konnte ich selbst bestätigen, dass die heftigen Gerüche die Mäuse so gar nicht zu stören schienen. Und auch die Knoblauchpflanzen in meinem Erdbeerbeet interessierten die Mäuse herzlich wenig.

Drahtkörbe um die Pflanzen-Wurzeln sind ein weiterer, sicher toller Tipp, aber ich konnte ja schlechte meine großen Beete komplett verdrahten…

Und am Ende waren sich gefühlt alle einig: es hilft entweder eine Falle oder Gas… Gegen die Falle sprach, dass ausgehend vom Wegesystem ungefähr hundert Wühlmäuse in meinem Garten lebten. Bis ich die letzte gefangen hätte, hätten sich die anderen in der Zwischenzeit schon wieder vermehrt. Und wo hin dann auch mit ihnen? In den Nachbarsgarten???

Sehr sicher wirke wohl Cabrid, dass, sobald es den feuchten Gartenboden berührt ein Gas freisetzt, das sehr unangenehm riecht. Man bringt dieses Gas in die Gänge, verschließt sie und räuchert die Mäuse quasi aus. Sie sterben allerdings nicht, der Geruch vertreibt die Nager nur.

Vergasen? Auf keinen Fall!

Allerdings wird auch davon abgeraten, dieses Gas zu benutzen, wenn man einen Brunnen im Garten hat oder Kinder. Als ich das las war es für mich klar, Gas kommt mir nicht in den Garten!

Ich nahm mir einfach vor, es den Mäusen so unbequem wie nur irgend möglich in meinen Beeten zu machen und da ich noch sehr viel Bambus von meinem Elefantengras im Garten liegen hatte, schnitt ich es in kurze Stäbe und steckte diese in kurzen Abständen in alle Gänge, die ich entdecken konnte. Die Mäuse sollten sich quasi ständig den Kopf stoßen und nicht mehr ungehindert buddeln können. Ich wollte sie so doll nerven, dass sie es aufgaben und weiter zogen.

Den Mäusen das Leben schwer machen!

In einer meditativen Arbeit zerkleinerte ich dutzende Bambusstäbe und steckte sie etwa 20 cm tief in die Gänge. Am nächsten Tag sah ich genau: die Mäuse wichen aus. Es gab neue Gänge, die nun dort verliefen, wo ich keine Stäbe gesteckt hatte. Es funktionierte also! So weit so gut. Ich steckte also wieder neue Stäbe in die neuen Gänge. Tag für Tag, das ging recht flott. Am Ende sahen meine Beete recht merkwürdig aus, aber hey, es klappte!

Die Lösung

Nach etwa einer Woche konnte ich keinen neuen Gänge entdecken. Die Wühlmäuse schienen sich woanders hin verzogen zu haben. Und bis heute sind die Beete wühlmausfrei. Ich habe mich noch nicht getraut, die Stäbe wieder raus zu ziehen. Sie bleiben einfach erstmal dort und stören ja nicht. Wenn man die Stäbe etwas länger schneidet kann man sie direkt auch als Stützstäbe für die Blumen nutzen und sie daran fest binden.

Ab und zu entdecke ich doch wieder einen neuen Gang. Doch dann zücke ich kurzerhand meine Lieblingswaffe, den Bambusstab und die Mäuse sind verschwunden.

Bambus-Party

Das könnte dir auch gefallen...

Bisher ist es noch ruhig hier...

    Antworten...

    fünf × 1 =