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Tipps

Staudenpflege im Herbst

Ich bin ja großer Fan davon, im Herbst nicht alles ratzeputze kahl zu schneiden, damit es schön ordentlich aussieht, sondern so viel wie möglich einfach stehen zu lassen – als Kälteschutz für die Pflanzen selbst, den Boden und allerlei Tiere und Insekten. Ich habe es grundsätzlich gerne dicht bewachsen, üppig blühend, geschwungen und als Gestaltungselemente viele Naturmaterialien, wie Holz, Rindenmulch und Steine.

„Ich bin ja großer Fan davon, im Herbst nicht alles ratzeputze kahl zu schneiden, damit es schön ordentlich aussieht, sondern so viel wie möglich einfach stehen zu lassen.“

Aber ich fühle mich auch am wohlsten, wenn es dabei etwas „ordentlich“ ist, also der Rasen gemäht, das Unkraut geharkt und Verblühtes abgeschnitte ist. Doch im Herbst halte ich mich wirklich zurück, schütte das gesamte zusammengeharkte Laub auf meine Beete, darunter eine ordentlich Schicht Kompost und das wars. „Schön“ sieht es nicht aus, immer etwas rumpelig und ungepflegt, aber wenn ich dann ein paar angeknabberte Äpfel und die Hinterlassenschaften von Igeln sehe und kleine Meisen durch die Sträucher turnen freue ich mich sehr.

Es gibt allerdings eine Ausnahme: kranke Staudenteile müssen bodennah abgeschnitten werden. Bei mir betrifft das am häufigsten Äste und Stiele mit Mehltau. So können sich die Sporen weniger im Beet ausbreiten und man dämmt das Risiko für einen Befall im nächsten Jahr ein wenig ein.

Mein mittiges Staudenbeet

In der echten Natur gibt es keinen nackten Boden. Entweder ist er mit Sträuchern, Gräsern und Wildblumen bewachsen oder, wie im Wald, mit Moosen, Bodendeckern und einer Laubschicht. Nackter Boden macht überhaupt keinen Sinn. Denn dann werden Nährstoffe im Boden schnell ausgewaschen, Nützlinge können sich nicht verstecken und der Boden ist Frost, Hitze und Regen schutzlos ausgeliefert. Deswegen mache ich es im Herbst folgendermaßen:

Ich lasse wie gesagt alles stehen, auch viele Einjährige, dann verteile ich zwischen den Büschen, Stauden und verblühten Blumen reifen Kompost, so etwa einen Zentimeter und ich streue zusätzlich kleine organische Pellets, eine Mischung aus Rinder- und Hühnermist dazu. Die bekomme ich von einem Bauern. Das harke ich alles vorsichtig ein. Dann kommt dick das Laub darauf, Rosen häufele ich zuvor noch mit Erde an.

„In der echten Natur gibt es keinen nackten Boden… Denn dann werden Nährstoffe im Boden schnell ausgewaschen, Nützlinge können sich nicht verstecken und der Boden ist Frost, Hitze und Regen schutzlos ausgeliefert.“

Wenn man Stauden teilen möchte, siehe HIER, kann man das gut durch Teilung machen, auch im Herbst. Aber da meine Beet zu dieser Zeit so wild und voll sind, schiebe ich das Teilen auf den Frühling. Dann entferne ich die Laubschicht, freue mich über den tollen aktiven Boden, schneide alle Stauden zurück, werfe die Reste der Einjährigen auf den Kompost und habe so eine viel bessere Übersicht. Nun sehe ich, welche Stauden groß genug für eine Teilung sind und wo vor allem Platz für eine Neupflanzung ist.

Jungfer im Grünen samt sich im Herbst zu Tausenden selbst aus

Unkraut ist erstaunlich frosthart und sprießt auch noch im November gerne kräftig. Da ich zu dieser Jahreszeit in der Regel recht entspannt bin, macht es mir gar nichts aus einmal die Woche ein bisschen zu zupfen.

Und das beschränkt sich nicht nur auf „Unkräuter“, sondern auch auf die vielen Einjährigen, die sich schönerweise in den Beeten ausbreiten möchten. Doch würde ich alle wachsen lassen, würden sie meine Stauden und auch sich gegenseitig bedrängen.

 

„Unkraut ist erstaunlich frosthart und sprießt auch noch im November gerne kräftig.“

Besonders stark keimen dabei Jungfer im Grünen, einjähriger Rittersporn, Mohn und Ringelblumen. Ich schaue dann, dass ich die Keimlinge entweder versetze, dorthin, wo sie einen passenden Platz haben.

Wenn es einfach zu viele sind, kommen sie auf den Kompost. Es ist nämlich viel einfacher, sich darum zu kümmern, wenn die Blumen noch so klein sind, als dann im Frühling, wo sie schnell wachsen und sich die Aufgaben im Garten häufen.

Mein letzter Tipp für das Staudenbeet im Herbst ist: noch mehr Stauden pflanzen! Es gibt so viel schönes, dass sich meine Beete jeden Herbst wieder vergrößern, weil ich einfach nicht genug Lupinen, Phlox, Margeritten, Astilben und Astrantien haben kann…

„Mein letzter Tipp für das Staudenbeet im Herbst ist: noch mehr Stauden pflanzen!“

Bisher ist es noch ruhig hier...

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