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Allgemein Tipps

Pinzieren – kräftige Pflanzen, üppige Blüte

Wie Besenstiele standen sie da, meine Dahlien – ein dicker, hohler Haupttrieb in der Mitte, oben dann zwei, drei Blüten, das wars. Auf Bildern im Internet sahen diese wunderschönen Blumen so buschig aus und bildeten dutzende Blüten an langen, schmalen Stielen. Was hatte ich falsch gemacht?

„Pinzieren bedeutet, dass man den Haupttrieb kappt, um so dafür zu sorgen, dass die Pflanze an dieser Stelle mehrere neue Seitentriebe ausbildet.“

In meinem Workshop bei Floret Flowers lernte ich dann, welche Schnittblumen man pinzieren sollte und erlebte selbst, welche Wunder das bewirken konnte. Meine Erfahrungen möchte ich hier mit euch teilen.

Pinzieren bedeutet, dass man den Haupttrieb kappt, um so dafür zu sorgen, dass die Pflanze an dieser Stelle mehrere neue Seitentriebe ausbildet. Das führt dann dazu, dass man nicht einen dicken Stiel hat, wie bei meinen Dahlien damals, sondern eben schön verzweigte, buschige Pflanzen, die natürlich viel mehr Blüten bilden und das an schmaleren, längeren Stielen.

„Das führt dann dazu, dass man nicht einen dicken Stiel hat, sondern schön verzweigte, buschige Pflanzen, die viel mehr Blüten bilden.“

Für den Schnitt tief am Haupttrieb ansetzen

Man schneidet den mittleren Trieb bei Einjäfhrigen dann, wenn die Pflanze ca. 20 Zentimeter groß ist. Dahlien dann, wenn der Haupttrieb kräftig und dick ist. Das ist am Anfang wirklich schwierig und brutal, aber es lohnt sich auf jeden Fall! Man schneidet immer oberhalb einer Blattachse, damit die Pflanze von hier aus neue Stiele treibt. Und zwar möglichst tief, also etwa bei fünf bis zehn Zentimetern. Ja ich weiß, das fällt einem wirklich schwer… Die Seitentriebe lässt man sich ungestört entwickeln, man pinziert immer nur den Haupttrieb.

Meine Technik ist es mittlerweile, bei einigen Sorten nur zweidrittel aller Pflanzen zu pinzieren und Eindrittel weiter wachsen zu lassen. So entwickeln die die unpinzierten Blumen zwar viel weniger Blüten, werden dafür aber schneller groß und blühen auch früher. Die pinzierten Blumen kommen dann etwas später hinterher, sind dafür viel kräftiger, tragen doppelt so viele Blüten und blühen auch länger.

Der hohle, dicke Haupttrieb der Dahlie

Die zwei wohl wichtigsten Schnittblumen, die unbedingt pinziert werden müssen, sind Dahlien und Cosmea. Auch Cosmeen entwickeln sonst einen dicken, hölzernen Haupttrieb der am Kopf mehrere Blüten bildet und unten dann einige dünne Seitentriebe bildet. Das sieht erstens nicht so schön aus und zweitens kann man diese Stiele gar nicht für die Vase schneiden. Durch das entfernen des Haupttriebes hingegen entwickeln sich an der Basis viele lange Triebe sich wunderbar für den Schnitt eignen.

 

Löwenmäulchen

Zinnie

Es gibt Schnittblumen, die sogar mehrfach pinziert werden sollten, etwa zwei bis drei mal, um größer zu werden. Zwei für mich wichtige Sorten sind dabei Chinesisches Vergissmeinnicht und einjähriger Phlox. Diese beiden Blumen bleiben ohne pinzieren gerade mal 20 Zentimeter groß. Durch das mehrmalige pinzieren können sie bis zu 40 Zentimeter groß werden.

Einjährige Blumen, die du pinzieren solltest:

Basilikum, Chinesisches Vergissmeinnicht, Cosmea, Dahlien, Löwenmäulchen, Nelken, Phlox, Ringelblumen, Rittersporn (Delphinium), Tagetes, Wicken, Zinnien

Einjährige Blumen, die du nicht pinzieren solltest:

Ammi, Astern, Bells Of Ireland (Muschelblume), Bupleurum (Hasenohr), Craspedia, Fingerhut, Jungfer im Grünen, Levkojen, Kapuzinerkresse, Kornblumen, Mohn (alle Sorten), Orlaya, Schleierkraut, Rittersporn (Larkspur), Rudbeckia, Schafgarbe, Skabiosen, Statice (Strandflieder), Strohblumen, Sonnenblumen, Wicken

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