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Durch das Jahr

Juni 2020

Frühsommer – diese Jahreszeit war mir fast in Vergessenheit geraten. In den beiden letzten Jahren startete nach einem sehr kurzen Frühling im April sofort der Hochsommer durch mit heißen Temperaturen und viel Trockenheit. Doch das ist in diesem Jahr schönerweise ganz anders: die Temperaturen liegen bei angenehmen 20 Grad, es regnet alle paar Tage mal mehr und mal weniger und zwischendurch gibt es wunderbare lauschige, helle Sommernächte.

Auch wenn dadurch alles ein wenig langsamer wächst und später blüht – ich genieße diesen Juni nicht nur, weil ich keine große Hitzefreundin bin, sondern auch, weil ich mich über jeden Regen freue! Seitdem ich so intensiv gärtnere und der Klimawandel Fakt ist, kann es für mich hier im Norden nach der langen Trockenheit gar nicht genug regnen und schauern. Ich freue mich, dass der Kreislauf scheinbar funktioniert und die Erde erfrischt wird und atmen kann.

Päonienmohn „Salmon“ und Kornblumen

Anfang Juni kommt nun endlich der große Auftritt der Pfingstrosen! Kurz, aber immer spektakulär. Ja, die buschigen Stauden nehmen viel Platz weg und ja, sie blühen wirklich nur äußerst kurz. Aber das ist eben so außergewöhnlich schön, dass ich nicht genug Pfingstrosen haben kann. Mittlerweile sind es sechs Stück in Weiß, Rosa und Pink und ich befürchte, es werden noch mehr, sobald ich ein freies Plätzchen finde. Ich pflanze sie immer in den Hintergrund, damit sie nach der Blüte z.B. von Kugeldistel und Phlox verdeckt werden und setze auch vorgezogene Einjährige an ihre Füße, wie Zinnien oder Cosmea, die dann ab Juli das verwelkte Laub der Pfingstrosen verdecken. Sehr hübsch ist immer eine Kombination mit Storchschnabel in Weiß oder Lila und dem frischen Lindgrün des Frauenmantels.

Ähnlich spektakulär blühen in diesem Juni zum ersten Mal die Glockenblumen in meinem Blumengarten. Und es sind nicht irgendwelche, sonder auch gefüllte! Ich habe die Samen im letzten Jahr bestellt und ausgesät und dann die Setzlinge im Herbst ins Beet gepflanzt. Die Blattrosetten wurden schnell sehr mächtig und in diesm Frühling trieben dann tatsächlich die ersten Stiele aus. Man braucht wirklich nicht viele Pflanzen vorziehen, denn sie werden sehr kräftig und groß und entwickeln sicher bis zu 15 Stiele. Ich habe die Hälfte der Pflanzen pinziert, wodurch sie etwas filigraner wurden. Ich bin auf jeden Fall großer Fan und hoffe sie versamen sich fleißig, denn auch in der Vase hielten sie überraschenderweise über drei Wochen!

Nur zwei Tage hält hingegen der Päonienmohn Mohn in der Vase, dafür sieht er im Blumengarten einfach besonders schön aus. Er macht seinem Namen alle Ehre und ähnelt den Pfingstrosen (Päonien)  – er hat nicht weniger dicke, gefüllte Blütenbälle und leuchtet zwischen den Kornblumen.

Und so sehr ich mich auch über das frische Wetter freue, einen Nachteil hat es dann doch: die schleimigen Nacktschnecken lieben die feuchte Erde und den regelmäßigen Regen und futtern was das Zeug hält… Das war in den letzten Jahren auf jeden Fall deutlich weniger. Ich gehe bei der Abwehr dreischrittig vor: zum einen setze ich Schneckenkrägen um einzelne Pflanzen, die besonders betroffen sind, wie schwächliche junge Dahlientriebe oder Zinnien, zu schützen. Dann streue ich regelmäßig Schneckenkorn auf Eisenbasis und gehe, wenn es zeitlich passt, in den frühen Abendstunden mit der Schere auf die Jagd… Das ist nicht schön, aber mittlerweile bin ich da recht abgehärtet.

Nun blüht auch ein weiterer Neuzugang in meinem Garten: die drei cremefarbenen Stammrosen „Aspirin“. Auch wenn sie noch etwas klein sind, es ist ja ihr erstes Jahr, haben sie mich schon voll und ganz überzeugt! Sie bringen eine wunderbare Struktur ins mittlere Staudenbeet, sorgen für Ruhe und durch die zweite, höhere Ebene, die sie bilden auch für mehr Farbe und Abwechslung.

 

Bisher ist es noch ruhig hier...

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