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Durch das Jahr

Mai 2019

Der Mai verschlägt mir jedes Jahr aufs neue die Sprache: wo eben noch die Staudenspitzen austrieben und sich die ersten kleinen Knospen von Nelken, Mohn und Kornblumen zeigten explodiert innerhalb weniger Tage mein ganzer Garten. Alles scheint nur darauf gewartet zu haben, dass der Wonnemonat mit seinen langen Tagen, warmen Sonnenstrahlen und milderen Nächten endlich seinem Namen alle Ehre macht.

„Jeden Tag bin ich aufs Neue überrascht, was sich wieder verändert hat“

Jeden Tag bin ich aufs Neue überrascht, was sich wieder verändert hat: die Lupinen und Wasserlilien sind riesig und haben so viele Blüten wie noch nie, den Wicken kann ich beim Wachsen zusehen und der einjährige Rittersporn hat die Einmetermarke schon längst überschritten. Kommt es nur mir so vor oder ist dieses Jahr ein besonders fruchtbares? Alles scheint noch üppiger als sonst, die Rosen und Margeriten, so habe ich sie gefühlt noch nie blühen sehen.

Wasserlilien und Lupinen

Oder ist es der viele Kompost den ich ausgebracht habe? Statt wie sonst mit großen Betonkübeln mehrere Wagenladungen Kompost von der städtischen Entsorgung zu holen habe ich dieses Jahr einen Anhänger geliehen und ihn pickepacke voll geschaufelt. Das waren dann gleich vier Tonnen… Diesen ganzen Kompost habe ich dann als dicke Schicht auf alle Beete gepackt und die Wärme hat sofort dafür gesorgt, dass er seine Wirkung entfalten konnte.

„Meine Entdeckung diesen Frühling: die Jakobsleiter. Eine wunderschöne Staude, die  lange Stiele entwickelt mit vielen kleinen dunkelblau-lilanen Blüten mi gelber Mitte.“

Meine Entdeckung diesen Frühling: die Jakobsleiter. Eine wunderschöne Staude, die  lange Stiele entwickelt mit vielen kleinen dunkelblau-lilanen Blüten mi gelber Mitte. Auch eine gute Haltbarkeit. Kann ich nur empfehlen! Und sie blüht Anfang Mai, wo sonst noch recht wenig blüht. Daneben gibt es bei mir Anfang Mai Allium, Wolfsmilch, Kamille, Lungenkraut, Stochenschnabel, Akelei und immer noch Ranunkeln und Anemonen.

Pinke Lupinen und die blauen Wasserlilien

Die Nächte sind dieses Jahr noch so frisch, dass ich mit dem Auspflanzen der Sommerblüher wie Cosmeen, Zinnien und Sonnenblumen noch bis Mitte Mai warte. Auch die vorgetrieben Dahlien pflanze ich erst ins Beet, wenn die Nächte wirklich dauerhaft über 8 Grad sind. Diese Jahr habe ich zwei große Dahlienbeete. In das eine kommen alle Knollen, bei denen ich nicht weiß, welche Sorte es ist. Sie haben ihre Markierung verloren oder ich habe vergessen sie zu beschriften. In das zweite Beete pflanze ich die Dahlien dieses Jahr nach Farben sortiert. Das habe ich mir bei Erin Benzekain von Floret abgeschaut, die auf Insta gezeigt hat, dass sie ihre Dahlienfelder wie einen Regenbogen bepflanzt. Das wird bei mir natürlich nicht annähernd so beeindruckend, aber ich bin trotzdem sehr gespannt auf den (hoffentlichen) Farbverlauf.

Und Mitte Mai wird es dann warm, ein paar Tage über zwanzig Grad reichen, um alles kräftig an zu schieben. Der Mohn ist wahnsinnig groß und die Bienen lieben ihn! Wenn man einige Knospen schneidet, bevor sich Hummeln und Bienen den Nektar geholt haben, hält er in der Vase bis zu einer Woche.

„Der Mohn ist wahnsinnig groß und die Bienen lieben ihn! Wenn man einige Knospen schneidet, bevor sich Hummeln und Bienen den Nektar geholt haben, hält er in der Vase bis zu einer Woche.“

Zu meinen regelmäßigen Arbeiten im Garten gehört nun defintiv das Mähen und auch mit Jauche gießen. Ich habe dieses Jahr viel Brennesseljauche angesetzt und dünge damit einmal wöchentlich alle Beete. Ich gebe die Jauche in eine große Gießkanne mit Tülle, fülle im verhältnis 1 zu 10 mit Wasser auf und gieße dann über die komplette Pflanze. So kombiniere ich die Blattdünung mit der Wurzeldüngung. Dabei achte ich darauf, dass die Sonne nicht scheint.

Ende Mai beginnen nun die Bartnelken zu blühen und ich liebe sie! Schon im Garten meiner Eltern waren sie meine Lieblingsblumen und heute weiß ich sie noch mehr zu schätzen: lange Stiele, dicke Blütenköpfe, frühe Blühzeit, unempfindlich, säen sich selbst aus, überwintern, es gibt sie in so vielen Farben! Ich liebe weiß und helles Rosae. In der Vase halten sie ca. zwei Wochen!

Detail einer Bartnelke in Pinkrot

Nun Blühen auch Kornblumen kräftig, der Jasmin, die zarten Sterndolden, der Staudenrittersporn und der Islandmohn. Ein toller Füller für Sträuße ist nun defintiv die hohe Apfelminze. Ganz puschelig und in einem sanften, hellen Grün gibt sie jedem Strauß Ruhe und Struktur.

Die Abende nutze ich gerade, um meine Samen zu sortieren und mir einen Überblick zu verschaffen. In mein Gartebuch schreibe ich in einer Tabelle, was ich alles habe und wieviel davon und was ich mir wünsche. Dann weiß ich, was ich bestellen muss. Denn Anfang August brauche ich bereits sehr viele Samen, da dann der beste Zeitpunkt für die Aussaat der Coolflowers ist. Ich bestelle in England bei Chilternseeds und in Amerika bei Geoseeds. Im Herbst bestelle ich dann noch einiges, was es bei den anderen beiden nicht gibt bei Johnnysseeds.

Und zum Abschluss dieses schönen Monats schenken mir meine vier Pfingstrosen wunderbare Blüten in weiß, Rosa und Pink. Die Weiße schneide ich noch nicht, sie ist noch zu jung und braucht viel Kraft fürs nächste Jahr, aber bei den anderen kann ich wunderbar ernten und trage dicke, leuchtende Blütenbälle mit nach Hause die fantastisch aussehen mit Apricotfarbenem Istlandmohn und blauen Kornblumen!

Ein bunter Strauß aus dem Garten

 

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