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Blumenportraits

Orlaya

„Was ist das denn für eine wunderschöne Blume?“ wurde ich regelmäßig auf dem Markt gefragt. Die filigranen, schneeweißen Blüten waren immer als erstes ausverkauft und ich wurde sogar einige Male gebeten, das Saatgut dazu zu verkaufen. Anscheinend war diese wunderbare Schnittblume nicht nur mir bis vor einigen Jahren noch völlig unbekannt, sondern auch heute noch eher eine Seltenheit.

„Anscheinend war diese wunderbare Schnittblume nicht nur mir bis vor einigen Jahren noch völlig unbekannt, sondern auch heute noch eher eine Seltenheit.“

Orlaya entdeckte ich vor ein paar Jahren beim Stöbern auf der Seite von Keimzeit-Saatugt. Dort hieß sie „Schlossblume“, ich fand sie gleich ungewöhnlich schön und versuchte mein Glück. Im Sommer war ich hin und weg von den eleganten weißen großen Blüten.

Als ich dann später die Flower-Farmer-Szene in den USA entdeckte, sah ich, dass „Orlaya“ zum Standardrepertoire einer jeden Blumenbauerin gehörte. Sie ist ja auch wirklich etwas Besonderes, mit diesen unzähligen mini kleinen Blüten, die sich zu dem großen Dolden-Teller zusammensetzen.

Orlaya, im Vordergrund Schopfsalbei in Pink

In der Gartengestaltung muss ich allerdings sagen, dass ich ihr Laub nicht so hübsch finde und pflanze sie deswegen immer in der Mitte eines Beetes, so dass ihre Stiele und Blätter von niedrigeren Blumen verdeckt werden. Meine Empfehlung zur Gestaltung wäre das Chinesische Vergissmeinnicht, dann leuchten Blau und Weiß zusammen oder die Zwergwicke „Bounce Dark Violet“ in dunklem Lila.

Orlaya braucht kaum Pflege, man merkt, dass sie früher mal eine Wildblume war. Ein nahrhafter Boden reicht, sie braucht keine extra Düngegaben und auch mit Trockenheit kommt sie mal zurecht.

Beim Schnitt habe ich die Erfahrung gemacht, später ist besser. Grundsätzlich schneidet man Blumen immer früh, bevor sie richtig aufgeblüht sind, doch bei einigen wenigen ist es anders (z.B. auch bei Zinnien, Ammi und Hasenohr). Orlaya hält für mich am besten, wenn sie richtig aufgeblüht ist, quasi auf dem Höhepunkt ihrer Blütezeit. Das führt zwar dazu, dass sie dann ihren Blütenstaub in der Vase verliert, aber dafür auch fünf bis sechs Tage lang hält. Damit gehört sie natürlich nicht zu den haltbarsten Sorten, aber ihre Schönheit macht das mehr als wett.

„Orlaya hält für mich am besten, wenn sie richtig aufgeblüht ist, quasi auf dem Höhepunkt ihrer Blütezeit.“

Wie bei allen Blumen trau dich und schneide auch hier tief. Orlaya ist ein „Medium Producer“ und schiebt immer wieder neue Blüten hinterher. Entferne nach dem Schnitt das Grün (etwa 2/3). Ob du noch geschlossene Blüten entfernst oder mit in die Vase stellst, ist dir überlassen. Ich finde die noch geschlossenen Knospen oft sehr hübsch.

Toll wirkt Orlaya solo in einer großen Vase, dann kommt ihre Verspieltheit und das Luftige so richtig zur Geltung. Doch auch in einem Strauß, vor allem in romantischen Sträußen oder einem Brautstrauß sieht sie toll aus.

Päonienmohn „Antigua“ und Orlaya auf dem Balkon

Man kann Orlaya direkt säen, aber das hat bei mir noch nie funktioniert. Ich empfehle das Vorziehen im Haus. Orlaya ist eine Coolflower und wird deswegen am besten schon im August vorgezogen, Ende September ausgespflanzt und überwintert dann, auch ohne Schutz (bei mittleren Frösten). Dann blüht sie bereits im Mai. Ab Januar kann man sie laufend aussäen und dann ab März auspflanzen. Dann blüht sie ab Juni.

Das Vorkommen der wunderhübschen Blume ist in Deutschland leider fast erloschen, weswegen Orlaya auf der „Roten Liste gefährdeter Gefäßpflanzen“ steht und vom Aussterben bedroht ist. Man sollte Orlaya also nicht nur wegen ihrer seltenen Schönheit, sondern auch zu ihrem Schutz und Erhalt unbedingt einen Platz im Blumengarten oder auf dem Balkon reservieren!

Kurzinfo Nelken

  • Kategorie: Cool Flowers, Anzucht, Lichtkeimer
  • Höhe: ca. 40 bis 50 cm
  • Aussaat: Ab Januar oder August
  • Auspflanzen: ab März oder September
  • Entspitzen: ja
  • Düngen: mittel
  • Blühzeitraum: Mai oder ab Juni
  • Art: Medium Producer
  • Erntefenster: mittel
  • Haltbarkeit: mittel, fünf bis sechs Tage

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