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Blumenportraits

Ranunkeln

Ranunkeln kannte ich nur aus dem Blumenladen, ich hatte sie noch nie in einem Garten gesehen. Ich ging einfach davon aus, dass sie in einem Garten nun mal nicht wachsen. Doch dann entdeckte ich sie bei so vielen Flower Farmern in Amerika und England, dass ich entschloss, es auch selbst zu probieren.

„Ranunkeln kannte ich nur aus dem Blumenladen, ich hatte sie noch nie in einem Garten gesehen. Ich ging einfach davon aus, dass sie in einem Garten nun mal nicht wachsen.“

Die dicken gefüllten Blütenbälle erinnern mich an Pfingstrosen und ich liebe Pfingstrosen! Sie blühen aber viel länger, denn es schieben sich immer neue Knospen hervor, ca. vier bis fünf Stück pro Pflanze von Anfang April bis Ende Mai. Also in einer Zeit, in der sonst noch nicht so viel blüht. Ein weiterer Vorteil ist ihre sehr lange Haltbarkeit, bis zu zwei Wochen strahlen die Blüten in der Vase.

Die Stiele tief unten schneiden, damit neue nachwachsen

Doch nun kommt der Nachteil: sie sind empfindlich, was die Wachstumsbedingungen angeht. Am allerliebsten haben sie Temperaturen um die zehn Grad – konstant! Das funktioniert zwar wunderbar in großen, beheizten Gewächshäusern aber überhaupt nicht in meinem Garten zwischen Oktober und Mai…

Die „Krallen“ nach dem Einweichen

Ich wagte es trotzdem und bestellte zwei verschiedene Sorten in Italien bei „Biancheri Creations“: „Mistral Rarity“ in Violet und „Mistral Bianco“ in reinem Weiß. Das sind die besten „Krallen“ (so nennt man die kleinen Wurzelstöcke der Ranunkeln, die man dann pflanzt) die es auf der ganzen Welt zu kaufen gibt und auch alle bekannten amerikanischen Flower Farmer beziehen sie von dort.

Der zweite Nachteil: man kann die Krallen in dieser hohen Qualität nur in großer Stückzahl kaufen. Sprich, eigentlich 500 Stück – pro Sorte/Farbe! So viele passen gar nicht in meinen gesamten Garten… Aber ich hatte Glück und durfte „Probiergrößen“ von 50 Stück pro Farbe bestellen, was immer noch viel ist. Mein Tipp: tut euch zusammen! Vielleicht hast du andere Blumengärtnerinnen, die auch Ranunkeln ausprobieren möchten. Wenn du SchnittblumengärtnerIn oder Flower FarmerIn bist, kannst du auch in meine Facebookgruppe „Deutschsprachige Schnittblumen-BauerInnen“ kommen, dort schließen sich immer verschiedene Gruppen zusammen, um alles mögliche aus dem Ausland zu bestellen – und eben auch Ranunkeln.

„Ich wagte es trotzdem und bestellte zwei verschiedene Sorten in Italien bei „Biancheri Creations“.“

Das Schneiden ist leicht und angenehm

Das Pflanzen ist recht einfach: Ende September weicht man die Krallen über Nacht in Leitungswasser ein, dann kann man sie vortreiben, um zu schauen, ob auch alle austreiben. Dafür legt man sie in eine Kiste mit leicht feuchter Anzuchterde und stellt sie für etwa 14 Tage an einen kühlen Ort (um die 15 Grad).

Sobald die Krallen Triebe entwickeln kann man sie nach draußen in ein lockeres Beet mit viel Kompost pflanzen, das ist optimalerweise Anfang Oktober. Der Abstand sollte etwa 20 Zentimeter sein und dann 3cm tief.

Nun muss man sie schützen und zwar am besten mit Vlies. Das gibt es recht günstig im Baumarkt. Das Vlies sollte nicht direkt auf den Pflanzen liegen, damit die Luft gut zirkulieren kann und sich keine Pilze bilden. Dafür einen kleinen Tunnel mit biegsamen Eisenstäben, Plastikrohren oder Weidenruten basteln. Nun das Vlies einfach drüber legen und mit Steinen beschweren. Bei starker Frostgefahr (ab -3 Grad) doppelt oder dreifach drüber legen. Wenn die Sonne stark scheint ruhig öfters lüften, Ranunkeln lieben frische Luft.

Dieses Jahr hatte ich ca. drei Quadratmeter mit Ranunkeln. Davon konnte ich jede Woche einen mittlegroßen Strauß schneiden. Beim Schnitt setzt man tief an, so hat man schöne lange Stiele. Wenn die Knsopen noch geschlossen sind, aber schon weich und farbig halten die Ranunkeln ca. 14 Tage in der Vase. Wenn man sie schon weiter offen schneidet noch etwa eine gute Woche.

Was Ranunkeln also von Tulpen und Narzissen unterscheidet: sie brauchen Schutz und werden vorgetrieben. Dafür stehlen sie mit ihrer Schönheit im Frühling wirklich allen die Show! Und sie haben ein viel größeres Blühfenster, als Tulpen und Narzissen. Ich kann mir einen Garten ohne sie auf jeden Fall nicht mehr vorstellen und werde im kommenden Herbst noch viel mehr Sorten ausprobieren!

Kurzinfo Ranunkeln

  • Kategorie: Frühlingsblüher, „Krallen“
  • Höhe: ca. 20 bis 30 cm
  • Vortreiben: September
  • Auspflanzen: Anfang Oktober
  • Entspitzen: nein
  • Düngen: mittel
  • Blühzeitraum: April bis Ende Mai
  • Art: Medium Producer
  • Erntefenster: mittel
  • Haltbarkeit: sehr gut, 7 bis 10 Tage

5 Comments

  • Reply
    Oktober 2019 – Aus dem Garten
    27. Oktober 2019 at 15:29

    […] und war so begeistert von ihrer Produktivität und Schönheit. Alle Details dazu findet ihr hier. In diesem Jahr habe ich die Krallen und Knollen Mitte August in Anzuchterde gelegt und in meinem […]

  • Reply
    Malena
    15. März 2020 at 9:56

    Hallo Katharina,
    solche Blumen kenne ich wirklich nur aus dem Blumenladen. Faszinierend, dass das auch in dem eigenen Garten geht! Ich werde mich da mal informieren, wie es mit der Bestellung läuft und vielleicht mit einer Nachbarin zusammen bestllen. Danke für diese Tipps.
    Viele Grüße,
    Malena

    • Reply
      Katharina
      15. März 2020 at 10:01

      Liebe Malena,
      ja, ich kannte die auch nur aus dem Laden! Aber sie sind tatsächlich ein bisschen anspruchsvoll – lohnen sich dafür total! Sich zusammen zu tun ist eine super Sache – viel Spaß dabei!
      Viele Grüße,
      Katharina

  • Reply
    Sarah Leuffen
    10. Mai 2020 at 21:36

    Was eine tolle seite, ich bin sehr begeistert, habe viel Platz im Garten und kann mit deinen Tipps viele meiner unmöglich gedachten Träume verwirklichen!

    • Reply
      Katharina
      12. Mai 2020 at 15:37

      Liebe Sarah,
      vielen Dank für deine Worte – das freut mich sehr! Und wie schön, dass du so viel Platz hast 🙂
      Viele Grüße,
      Katharina

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