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Interviews

Interview mit Chantal von „Erna Primula“

In diesem Interview möchte ich euch gerne Chanti vorstellen. Sie war für mich einer der ersten Kontakte mit der Slow Flower-Szene in Deutschland und wir haben uns auf Anhieb gut verstanden und uns ausgetauscht. Chanti lebt mit ihrer Hundin „Erna“ in Leipzig und betreibt dort das „Erna Primula – Blumen Studio“. Seit sie Kind war und bis zu ihrem Studium der Landschaftsarchitektur zog es Chanti so stark zu Blumen hin, dass sie 2016 beschloss, die Arbeit mit Schnittblumen zu ihrem Hauptberuf zu machen. Doch eben nicht im herkommlichen Sinne als Floristin in einem Blumenladen. Sie baut nämlich die Blumen für ihre Aufträge gleich selber an mit dem Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und einer großen Nähe zur ursprünglichen Natur der Blumeü. Damit ist Chanti eine der wenigen „Slow Flower“-Produzentinnen in Deutschland und fur mich eine ganz besondere Interview-Partnerin.

Chantal mit Cosmeen „Cupcake“

Liebe Chanti, vor drei Jahren hast du das „Erna Primula – Blumen Studio“ gegründet – könntest du uns kurz erzählen, was genau du dort machst?

Hallo Katharina, danke, dass ich eine Interview-Partnerin sein darf! Wir bei „Erna Primula – Blumen Studio“ statten Hochzeiten, Events und Fotoshootings mit nachhaltigen Blumen aus. Zusätzlich bieten wir in der Saison ein Workshop-Angebot in unserer Gärtnerei an.

Warum hast du dich entschlossen in diesem Frühling zusätzliches zu deinem Studio „Ernas Garten“ zu eröffnen und wie genau sieht dieser Garten aus?

In Leipzig habe ich relativ lange nach einem Ort Ausschau gehalten, an dem ich gewerblich nachhaltige Blumen anbauen kann. Ende des Jahres 2017 gab es dann das Angebot das Kooperationsprojekt ‚Ernas Garten‘ zu starten, indem wir seit April 2018 anbauen. Ernas Garten befndet sich in einer Gärtnerei, dort bauen wir auf ca. 1.700 qm unsere Blumen an. Das außergewöhnliche ist, dass sich die alte Gärtnerei in Stotteritz und damit mitten in der Stadt Leipzig befindet. Wir bewirtschaften rund 1.400 qm Freilandfäche, haben eine Scheune, einen Verkaufstand an der Straße, einen Workshop-Raum und Anteile im Gewächshaus und Tunnel. Auf dem Feld haben wir ungefähr zur Hälfte Stauden und Sträucher und zur anderen Hälfte einjährige Schnittblumen.

Warum machst du dir die Arbeit und baust die Blumen selber an, anstatt sie auf dem
Großmarkt zu kaufen?

Ich wollte schon immer ein nachhaltiges, möglichst naturnahes Produkt anbieten. Leider war es am Anfang wirklich nicht leicht., da ich keine ungespritzten regionalen Blumen gefunden habe. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen die Blumen einfach selber anzubauen. Slow Flowers sind für mich mehr als nur Blumen, ist sind die perfekten und unperfekten Blüten, die mich inspirieren. Gleichzeitig sehe ich auch einen aufklärerischen Anspruch in unserer Arbeit: Wir zeigen den KundInnen welche Blumen saisonal und regional tatsächlich verfügbar sind.

Mit Hündin Erna und Hofladen

Was unterscheidet deine foralen Designs von anderen?

Meine Blumen inspirieren mich! Eine krumm gewachsene Skabiose beispielsweise bringt einem Arrangement erst den richtigen Schwung in meinen Augen. Meine Designs sind üppig, voller Blüten und ein bisschen wild und unangepasst. Ich arbeite gern in harmonischen Farben und mit unterschiedlichen Texturen und Tiefen.

Du bietest mittlerweile auch Workshops in deinem Studio an. Was genau kann man bei dir
lernen und was möchtest du den Teilnehmern mitgeben?

In den Workshops möchte ich in erster Linie meine Liebe zu Blumen teilen. Als Kind bin ich öfters in den Blumenladen in unserer kleinen Stadt gegangen und hätte am Liebsten von allem ganz viel mitgenommen. Genau dieses Gefühl wird bei den Workshops wahr: Die TeilnehmerInnen können sich in einer sehr großen Auswahl ohne Limit austoben. Hierzu zeige ich meine Techniken (ohne Steckschaum und Plastik!) und leite meine TeilnehmerInnen zur eigenen foralen Experimenten an. Erstaunlicherweise sind immer alle Ergebnisse wunderschön und absolut einzigartig! Auf Grund der hohen Nachfrage bieten wir ab 2019 auch Workshops zu Gartentechniken und Schnittblumen im eigenen Garten an.

Wie sind die Reaktionen auf die Blumen aus „Ernas Garten“? Hast du das Gefühl, das
Wissen über regional angebaute Blumen und die Nachfrage danach nehmen zu?

Ja, die Reaktionen sind fast ausnahmslos positiv. Viele Kontakte über die Sozialen Medien kommen aus anderen Bundesländern und es ist schön, wenn man eine Farmer-Florist Kollegin empfehlen kann! Ich persönlich habe das Gefühl unsere Community und das öffentliche Interesse daran wächst!

Wo siehst du dich in fünf Jahren? Was sind deine Träume?

Uiuiui, das ist eine schwere Frage! Ich würde wahnsinnig gerne irgendwann mal ein Buch schreiben, ja vielleicht ist es das in fünf Jahren?! Außerdem bin ich ja noch viel mehr als nur Blumendesignerin. Ich würde beispielsweise wirklich gerne eine Zeit lang am Meer leben und viel Zeit zum Surfen haben, hoffentlich mit Erna an meiner Seite und ein paar Blumen im Haar 😉

Chantals wunderschöne Cosmeen auf dem Blumenfeld

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