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Tipps

Den Blumengarten winterfest machen

Wenn die Luft kalt und klar ist und die Sonne tief steht genieße ich die Zeit im Garten. Die Hektik ist vorbei, nichts will mir sofort gegossen, gejätet oder geschnitten werden. Alles kann heute oder auch morgen erledigt werden. Ich liebe das! Und doch muss ich aufpassen, dass ich die wichtigen Aufgaben im Herbst erledige, bevor die Erde gefriert.

1. Stauden teilen und neue Stauden pflanzen

Sobald die Blumen ihre Kraft verlieren und beginnen sich zurück zu ziehen, ist es der richtige Zeitpunkt, zu groß gewachsene Stauden zu teilen und an einen neuen Standort zu setzen. Ich nutze diese Zeit auch, den Garten für das nächste Jahr zu planen und neue Beete anzulegen. Wie man Stauden teilt könnt ihr hier am Beispiel vom Phlox nachlesen. Jetzt im noch warmen Herbst mögen es auch viele Stauden gerne, neu gepflanzt zu werden. Ich habe mittlerweile leider keinen Platz mehr, kann aber nur jedem sagen: man kann nicht genug Stauden haben! Meine Lieblingssorten zum Schnitt: Lupinen, Phlox und Pfingstrosen.

2. Beete vorbereiten

Wenn ich im März das Bändchengewebe oder die Mulchschicht von meinen Beeten räume und darunter wunderbare, nährstoffreiche Erde zum Vorschein kommt in die ich direkt meine kleinen Coolflower-Setzlinge pflanzen kann, bedanke ich mich jedes Jahr aufs Neue bei mir, dass ich meine Beete schon im November vorbereitet habe! Denn jetzt ist die Erde noch warm und locker. Ich ziehe dafür alle Einjährigen aus der Erde, nehme die Folie hoch, gebe eine dicke Schicht Kompost auf die Erde und decke alles wieder ab. Fertig.

In meinen Staudenbeeten lasse ich alles wie es ist. Das sieht nicht besonders hübsch und ordentlich aus, ist aber sehr wichtig für Insekten, Igel oder Vögel, die sich über die Rückzugsmöglichkeiten freuen. Wichtig ist, dass die Erde nirgendwo nackt bleibt. Deswegen packe ich immer ordentlich Laub oder Reste von Einjährigen auf die Erde zwischen den Stauden, damit das Bodenleben darunter seine Arbeit schön gemütlich verrichten kann und geschützt bleibt.

3. Tulpen und Narzissen pflanzen

Im Oktober und November ist die richtige Zeit die Frühblüher in die Erde zu stecken. Tulpen pflanze ich, nachdem ich die Dahlien aus der Erde geholt habe in das gleiche Beete. Dafür hebe ich ein großes Erdloch von etwa 20 Zentimetern aus und setze die Tulpen so eng, als säßen sie in einem Eierkarton. So wachsen sie durch die Konkurrenz schon hoch. Mitte Mai, wenn die Tulpen verblüht sind, setze ich wieder die vorgetriebenen Dahlien in diese Beet.

Narzissen hingegen pflanze ich in ein großes Beet unter den Apfelbäumen. Hier stören sie nicht, können sich nach der Blüte gut zurückziehen und sich in aller Ruhe vermehren. Im Frühjahr sind noch so wenig Blätter an den Bäumen, dass die Narzissen genug Licht bekommen und im Sommer, wenn die Bäume viel Schatten spenden, brauchen die Narzissen gar kein Licht mehr. Eine wunderbare Symbiose, wie ich finde.

4. Dahlien ausgraben und einlagern

Diese zwei Tage im Jahr, das Pflanzen im Mai und dann das Ausgraben im November sind für mich jedes Mal etwas Besonderes. Im Frühling verheißen sie eine riesige Blütenpracht und im Herbst läuten sie das Ende des Blumenjahres ein. Wie ich Dahlien genau ausgrabe und einlagere lest ihr hier. In diesem Jahr bin ich Dank des Tipps von Bernhard von Gabel und Spaten dazu übergegangen, das gesamte Dahlienlaub als Schutz des Bodens auf den Beeten liegen zu lassen. Ich finde diese Idee genial! So können über den Winter auch die wichtigen Nährstoffe aus den alten Pflanzenteilen wieder in den Boden übergehen und im Frühjahr nehme ich große Reste auf den Kompost und kleinere Teile arbeite ich einfach beim Pflanzen in den Boden wieder ein.

Ich gehe also folgerndermaßen vor: Dahlienstiele abschneiden, Knollen ausgraben, abschütteln, in luftige Kästen mit Zeitung legen. Tulpen pflanzen. Das gesamte Laub der Dahlien wieder auf der Erde verteilen. Die Tulpen können dann einfach durch das Laub im Frühjahr hindurch wachsen.

5. Chrysanthemen einlagern

Für mich eine neue Aufgabe in diesem Herbst: die nicht frostharten Chrysanthemen in ihren Töpfen in der Garage einlagern und hoffen, dass sie im Frühjahr kräftig austreiben und wieder so wunderschön blühen.

6. Rosen pflanzen und schützen

Man kann nicht genug Rosen haben! Vor allem die wunderschönen englischen Sorten von David Austin. Möchte man einen rein effizienten Schnittblumengarten sind sie vielleicht nicht die richtige Wahl. Geht einem aber bei dem Anblick der feinblättrigen, dicht gefüllten Blüten und dem Duft nach Tee und Zitrone das Herz über, kann man nicht genug davon pflanzen. In diesem Herbst kamen bei mir neben ein paar Buschrosen und einer Kletterrose noch drei Hochstämme dazu. Ich bin so gespannt aufs Frühjahr! Wichtig ist hierbei, die Veredelungsstelle zu schützen, also den dicken Knubbel, aus dem die Stiele austreiben. Bei Buschrosen häufelt man dazu die Erde über dieser Stelle hoch an. Bei Stammrosen packt die Triebe und die Stelle dick mit Vlies ein.

7. Cool Flowers schützen

Sobald die Temperaturen langanhaltend im frostigen Bereich sind, müssen empfindliche Cool Flowers, wie Wicken, Löwenmäulchen, Levkojen oder Orlaya extra geschützt werden. Dazu ziehe ich Vlies über gebogene Eisentsäbe und errichte somit kleine Schutztunnel. Auch meinen Ranunkeln und Anemonen gebe ich damit etwas mehr Wärme über den Winter. Wie ich das genau mache, könnt ihr hier lesen.

Wenn es sehr frostig wird schütze ich empflindliche Cool Flowers teilweise doppelt: mit Folie und Vlies.

 

Bisher ist es noch ruhig hier...

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