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Durch das Jahr

Juni 2021

Ein weiterer Monat ist vergangen und für mich Zeit, einen Artikel zu schreiben. Da kam mir der Gedanke: liest das überhaupt jemand? Interessiert es andere Menschen, was in meinem Garten in einem vergangenen Monat passiert ist? Wäre es nicht viel besser, eine knackige Checkliste zu schreiben, was in welchem Monat zu tun ist? „Arbeiten im Mai“, z.B.? Das würde sicher mehr LeserInnen erreichen, mehr Klicks, mehr Likes etc.

Aber ich liebe einfach „Durch das Jahr“! Es macht mir so Spaß, mein Gartentagebuch der vergangenen vier Wochen durch zu blättern, zu resümieren, fest zu halten. Und ich lese die Artikel tatsächlich selbst 🙂 Ich vergleiche: wie war es im letzten Jahr. und vor allem lese ich dann zu Beginn eines Monats den Artikel aus dem letzten Jahr: was war los, was habe ich gelernt, worauf muss ich achten.

Und so schreibe ich nun bereits meinen vierten Artikel über den wunderbaren Monat Juni – und er wird wieder mal „viel zu lang“, wenn man Blog-Artikel-Schreib-Tipps folgt, aber es passiert nun mal immer so viel. Vier mal Juni im Blumengarten, vier Jahre Aufzeichnungen, was in diesen vier Wochen, Jahr für Jahr in meinem Garten los war. Das ist für mich ein großer Schatz und das Zurückblicken etwas sehr wertvolles.

Also, los gehts

Dieser Juni ist sensationell für die Natur: es ist warm, auch mal kurz heiß, aber dafür regnet es regelmäßig in Strömen. Alle ein bis zwei Wochen regnet es für mehrere Tage komplett durch, so dass das Wasser bis in die tiefsten Bodenschichten dringen kann. Es ist nun bereits Anfang Juli und ich habe in diesem Jahr erst einmal gegossen. Alle Bäume und Büsche sind tiefgrün und treiben kräftig aus, der Rasen ist gesund und dicht. Nach den sehr trockenen Sommern der letzten Jahre eine Wohltat und Erholung für alle am Kreislauf der Natur Beteiligten.

Was jetzt blüht

Der Juni ist sowieso mein Lieblingsmonat, vor allem die erste Hälfte, und durch den vielen Regen wird es noch schöner. Lupinen, Katzenminze, Wasserlilie, Salbei, Orlaya und Nachtviolen blühen und ich kann die ersten richtigen Sträuße binden. Dafür nehme ich auch sehr gern Apfelminze.

Und dann zur Mitte des Monats hin geht es endlich los: die Pfingstrosen haben ihren Auftritt! Kurz, aber wie immer sensationell. Ich habe letztes Jahr drei neue Sorten gepflanzt, unter anderem „Duchess de Neymour“ und „Sarah Bernard“ und habe ich schon eine richtige kleine Ernte. Besonders die Kombination mit Fingerhut, Katzenminze und Storchenschnabel ist super schön und in diesem Herbst möchte ich ein weiteres Beet damit bepflanzen. Einige Pfingstrosen schneide ich Knospig und lege sie trocken in den Kühlschrank, um sie im Juli in die Vase zu stellen.

Nun kommen auch Sterndolden, Clematis und die ersten Wicken und vorallem auch die Levkojen aus den Startlöchern und alles blüht und summt und brummt. Besonders abends ist es wunderschön im Garten und ich raffe mich oft auf, um die Couch gegen die Hängematte zu tauschen und die Nacht im Garten zu begrüßen.

Probleme…

Im Laufe des Monats kommt alles zur Ruhe. Das Auspflanzen, hochbinden und ständige Jäten nimmt ab, alles hat sich zurecht geruckelt und blüht nun einfach. Die Schnecken finden das Wetter natürlich auch sensationell! Doch bis auf in einem Dahlienbeet habe ich so gut wie keine Schäden. Meine Strategien scheinen aufzugehen! Bei dem Dahlienbeet handelt es sich einfach um einen schwierigen Standort: direkt am Gartenzaun, umgeben von Büschen. Dort leben wahrscheinlich riesige Schneckenfamilien und müssen sich abends nur wenige Zentimeter bewegen, um sich direkt satt und dick zu futtern. Dort arbeite ich mit Schneckenkragen, wovon ich wohl noch mehr bestellen muss…

Noch größere Probleme…

Und dann gibt es noch eine Hiobsbotschaft: der Rapskäfer hat ALLE Löwenmäulchen zerstört! Ich wusste bis zu diesem Juni gar nicht, dass es diesen Käfer überhaupt im Garten gibt! Die kleinen Käfer nagen an den Blüten, um zum Pollen zu gelangen. damit verkrüppeln alle Blüten oder werden komplett aufgefressen. Und das bei meinen Löwenmäulchen, die einzige Art, die ich unter Licht seit Januar vorgezogen hatte. Sie sahen so gut aus, ich habe mich so sehr um sie gekümmert und nun ist alles hin!

Ich werde nun alle Stiele mit den kaputten Blütten abschneiden, sie quasi sehr stark pinzieren, und dann schauen, ob es im September eine 2. Blüte gibt. Denn ab August verschwindet der Rapskäfer angeblich. Dazu werde ich eine Lösung mit Zitronengras-Öl auf die Erde sprühen, wann immer ich im Garten bin – den Geruch mag der Käfer wohl gar nicht.

Was noch zu tun ist

Die Aussaat der Zweijährigen steht an: Fingerhut, Glockenblume, Bartnelken und Nachtviole. Ich säe in Saatschalen und stelle diese einfach unter eine Haube in den Garten. Am Ende keimen vor allem Bartnelken und Nachtviolen. Dann setze ich bei Fingerhut und Glockenblume auf Selbstaussaat der blühenden Pflanzen und helfe noch ein bisschen nach, in dem ich ihre Samen überall uns Beet werfe.

Zudem säe ich Kornblumen in Multitopfplatten, die ich dort lasse, bis sie etwas größer und kräftiger sind. Ich werde sie dann im Juli in die Lücken setzen, die der verblühte Mohn und auch bereits verblühte Kornblumen hinterlassen.

„Learning“

Orlaya ist zu eng auf einem haufen zwischen den Rosen. Und Orlaya blüht vor den Rosen – das war nicht so geplant! Ich wollte, das beides gemeinsam blüht und auch auf gleicher Höhe: Rosa und Weiß. Nun ist Orlaya viel höher und wenn die Rosen blühen ist Orlaya schon durch und eher unansehnlich. Ich möchte sie dann aber auch nicht schneiden, da ich die Samenstände ausreifen lassen möchte, damit sich die Blume wieder kräftig versamt.

Ich werde Orlaya im nächsten Jahr ins Pfingstrosen-Beet pflanzen. Dort blüht sie dann gemeinsam mit den Pfingstrosen, dem Fingerhut und Katzenminze. Zu den Rosen kommt im nächsten Jahr einjähriger Phlox! Der blüht nämlich genau dann und wirkt wunderschön romantisch.

Einjähriger Phlox ist traumhaft! Unbedingt noch viel, viel mehr davon vorziehen. Er blüht toll und hält wochenlang in der Vase – ich glaube so drei Wochen steht er nun in meiner Vase. Schön auch in Kombination mit Mutterkraut, Bartnelken und Pfingstrosen.

Auch Ende Juni regnet es noch mal richtig heftig. So ein Segen! Der Juli kann kommen…

 

10 Comments

  • Reply
    Gudrun
    2. Juli 2021 at 21:52

    Liebe Katharina,
    sei dir sicher: deine Artikel werden gelesen! Ich lese jeden und freue mich schon immer, wenn du einen neuen Monat Revue passieren lässt. Für mich ist es immer wieder eine kleine Jahreszeiten-Geschichte. Danke dafür und schreib bitte weiter!
    Deine Gudrun

    • Reply
      Katharina
      2. Juli 2021 at 21:53

      Oh liebe Gudrun, wie schön, das zu lesen! Deine Worte freuen mich wirklich ganz doll, vielen Dank!

  • Reply
    Eva
    5. Juli 2021 at 7:42

    Liebe Katharina,
    mir geht es da wie Gudrun. Ich freue mich über jeden deiner Monatsrückblicke! Ich finde sie nicht nur sehr inspirierend, sondern sie führen auch dazu, dass bei mir das eine oder andere neue Blümchen einzieht. Und dass du auch darüber schreibst, was bei dir nicht so gut geklappt hat, empfinde ich als sehr hilfreich. Danke dafür und liebe Grüße, Eva

    • Reply
      Katharina
      5. Juli 2021 at 12:14

      Liebe Eva,
      danke für deine Worte! Ich freue mich sehr über eine kleine, feine Leserschaft dieser Rückblicke 😉 Schön, dass du dabei bist!

  • Reply
    Sinje
    7. Juli 2021 at 8:50

    Liebe Katharina, Deine Beiträge können gar nicht lang genug sein. Immer wenn ich etwas suche oder nicht weiter weiß, durchforste ich Deinen Blog. Das mit den Notizen machen klappt bei mir nicht:-( Aber hier ist ja alles vermerkt. Danke und mach bitte weiter so !!!

    • Reply
      Katharina
      8. Juli 2021 at 13:52

      Liebe Sinje, vielen Dank! Schön, wenn auch andere die Notizen für sich nutzen können 🙂 Ich mache auf jeden fall weiter, es ist so eine schöne Erinnerung, vor allem in dunklen Wintertagen!

      • Reply
        Sabi
        9. Juli 2021 at 10:54

        Ich lese und liebe deine Beiträge. Durch dich habe ich dieses Jahr zum 1. Mal Dahlien und auch zum 1. Mal meine ganzen Beete voll mit selbst gezogenen Blumen (nach dem ich letztes Jahr nur eine einzige Ringelblume zum Wachsen bringen konnte)
        Eine Frage dann noch zum Säen der Cool Flowers im August: brauchen die auch einen Kältereiz zB durch den Kühlschrank?

        • Reply
          Katharina
          9. Juli 2021 at 19:03

          Liebe Sabi, das zu lesen macht mich wirklich richtig glücklich! Wie toll 🙂 Man sagt, sie bräuchten den Kältereiz, aber da sie bei Selbstaussaat bereits im herbst ohne Kältereiz keimen, mache ich das nicht. Und es funktioniert 🙂

  • Reply
    Nicole
    22. Juli 2021 at 22:57

    Liebe Katharina,
    auch wenn ich ein bisschen später dran bin, kann ich mich nur anschließen: Ich finde deinen Blog ganz großartig und hole mir jede Menge Inspirationen bei dir. Vielen Dank dafür!!!
    Leider hat dann der Rapskäfer wohl auch bei mir zugeschlagen. Ich habe mich über die merkwürdigen Käfer schon gewundert und hatte das Gefühl, dass die Blüten nicht so schön ausgebildet sind…. Jetzt kenne ich den Übeltäter 😉
    Ich wünsche dir alles Liebe und hoffe, dass du weiterhin so viel Freude am Schreiben deines Blogs hast.
    Nicole

    • Reply
      Katharina | Aus dem Garten
      29. August 2021 at 19:00

      Liebe Nicole,
      vielen Dank für deine Nachricht, es ist so schön, diese Unterstützung zu lesen!
      Ja, der Rapskäfer… Ich bin noch unsicher, ob ich es nächstes Jahr wieder drauf ankommen lasse oder alle Löwenmäulchen einfach sehr spät aussäe, erst im Mai. Dann blühen sie im August, wenn der Käfer wieder verschwunden ist. Oder Halb Halb, na mal schauen. Berichte gern, wenn due einen Trick gefunden hast!

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