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Tipps

SOS – Schnecken im Blumengarten

Das leidige Thema Schnecken… Es soll ja Gärten gäben, in denen kaum Blumen angeknabbert werden – meiner gehört definitiv nicht dazu. Dazu kommt, dass ich einen Schrebergarten habe – also nicht jeden Abend auf Schnecken-Sammeljagd gehen kann und ein gutes „Abwehrsystem“ brauche. Es soll auch GärtnerInnen geben, die mit dem Thema ganz entspannt sind und den „kleinen Dieben“ ihre Beute gönnen. Dazu gehöre ich leider auch nicht – wenn ich nach wochenlanger Pflege meine kleinen Zinnien ins Beet setze und am nächsten Tag sind nur noch traurige Stiele übrig, da kommen mir die Tränen…
Ich habe also alles ausprobiert: Schneckenkorn, Absammeln, Bierfalle, Bretterfalle, Schneckenzaun – manches hat leider gar funktioniert (Bierfalle, Barrieren aus Sägemehl, Lavendel), anderes ist für micht praktikabel (Schneckenzaun wegen vieler geschwungener Beete).


Doch mit drei dieser intensiv erprobten Mitteln fahre ich mittlerweile wirklich gut! Ich habe teilweise gar keine Fraßschäden mehr (zb an Delphinium, Zinnien und Cosmeen), teilweise nur noch sehr wenige (zb an Lupinen und Eisenhut). Deswegen möchte ich sie hier mit euch teilen:

1. Tipp: Schneckenkragen

Schneckenkragen habe ich erst vor zwei Jahren für mich entdeckt. Ich bin immer davor zurück geschreckt, da ich sie so hässlich finde. Die verzinkten sind zwar ganz schön, aber eben auch recht teuer mit knapp 10 Euro das Stück. Doch ich war so frustriert, dass meine gesamten Delphinium-Stauden überhaupt keine Chance hatten, jemals groß zu werden, dass ich mir dann doch einen Satz durchsichtiger Kragen beim Biohof Jeebel bestellt habe. Sie sind aus Polypropylen, kosten nur knapp 2 Euro und sind wirklich recht unauffällig im Blumenbeet. Zudem sind sie langlebig und sehen nun im dritten Jahr und Dauereinsatz noch aus wie neu. Ich nutze Schneckenkragen vor allem für Stauden wie Lupinen, Eisenhut, Delphinium und Dahlien beim Austrieb. Sobald ich sehe, dass irgendwo geknabber wird, kommt sofort ein Kragen drauf. Wenn die Pflanzen dann größer sind und nicht mehr so Attraktiv für Schnecken, nehme ich die Kragen ab und setze sie wieder auf andere Pflanzen. Ich habe mittlerweile so 20 Stück und bin sehr glücklich damit – ich habe sogar wieder Delphinium in meinem Garten! Man muss nur entweder schnell sein, wenn die Pflanzen austreiben die Kragen sofort drüber zu stülpen. Ich habe die Kragen jedoch einfach schon im Herbst wieder über den Delphinium gesetzt und in diesem Jahr sind die Stauden direkt dort rein ausgetrieben – nicht eine Schnecke konnte an ihnen knabbern!
Mein Fazit: Schneckenkragen sind mein Favorit! Sie sind zwar nicht super schön und eignen sich nur für einzelne Pflanzen, dafür sind sie zu 100% sicher, schaden keinem Lebewesen und sind super günstig und nachhaltig.

2. Tipp: Absammel-Pflanzen

Über den Trick mit der Absammel-Pflanze bin ich durch Zufall gestolpert! Ich hatte meine kleinen Zinnien ausgepflanzt, eigentlich ein Festmahl für Nacktschnecken. Am nächsten Tag kam ich wieder und bin davon ausgegangen, dass mindestens ein Viertel vernichtet wäre – doch es standen tatsächlich noch alle kleine Pflänzchen gesund und munter im Beet! Da sah ich neben den Zinnien zwei große Beinwellbüsche, völlig durchlöchert von Schneckenfraß. Es schien tatsächlich so, dass die kleinen Biester den Beinwell leckerer fanden, als die Zinnien. So säte ich viel Beinwell aus (der total unproblematisch keimt und sich versamt) und pfanzte ab da in die Nähe meiner Zinnien- und Cosmea-Jungpflanzen Beinwell. Es funktioniert! Der Beinwell wird wirklich gemein heimgesucht, kann sich aber trotzdem durchsetzen und wird groß und kräftig und seitdem habe ich keine Schäden mehr an Cosmeen, Zinnien und Wicken. Und zusätzlich mache ich aus dem Beinwell eine Jauche. Und die Bienen lieben ihn!

3. Ferramol-Schneckenkorn

Ich nutze Schneckenkorn nicht gern, auch wenn es wie „Ferramol“ auf Eisenbasis angeblich für alle Tiere (außer Schnecken) unbedenklich ist. Zum einen glaube ich da nicht ganz dran, weil manche Vögel das vielleicht dann auch zu Hauf aufpicken und zum anderen mag ich es einfach nicht, etwas in den Garten zu streuen, was sich für mich nicht zu 100% organisch anfühlt. Und doch nutze ich „Ferramol“ an Stellen, wo ich mit Schneckenkragen oder Absammelpflanzen nicht weiter komme. Das ist bei mir bei Wicken zb der Fall. Die Wicken klettern an einem langen Gerüst aus Bambus empor. Dort kann ich wieder 50 Schneckenkragen setzen, noch Beinwell zwischensäen. Der würde die Wicken dann komplett verdängen. Hier streue ich eben das Korn, aber gerin dosiert und ich verstecke es unter den Blättern, damit es Vögeln nicht gleich ins Auge sticht. Da man die verendenden Schnecken nicht sieht, weiß man natürlich nicht, ob das Korn irgendwann weg ist, weil es vielleicht auch von anderen Tieren gefuttert wurde, oder weil es seinen Dienst geleistet hat. Auf jeden Fall habe ich weniger Fraßschäden, wenn ich „Ferramol“ streue, deswegen ist es bei mir, an besonderen Stellen und gering dosiert mein Mittel der Wahl.

Das sind sie also, meine drei Hilfen gegen Nacktschäden. Ich hoffe, sie helfen euch auch!

Bisher ist es noch ruhig hier...

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