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Allgemein Blumenportraits

Apfelminze

Es hört sich natürlich erst mal ein wenig ungewöhnlich an: Minze als Schnittblume? Ja! Denn zum einen sieht Minze wunderschön aus, in leuchtendem Grün, hat sehr schöne Blätter, sie riecht traumhaft fruchtig-frisch und dazu vermehrt sie sich ruck zuck von selbst. Aber nun etwas genauer:

Nachdem ich verschiedene Minzen in meinen Garten gepflanzt hatte, um sie als Schnittblumen auszuprobieren, stand ganz schnell klar, dass mein großer Favorit die Apfelminze ist: mentha suaveolens). Unter den Apfelbäumen habe ich zwar noch marokkanische Minze, da sie etwas kleiner und dunkler ist, aber Apfelminze ist unschlagbar: sie hat dicke, flauschige, puschellige, Maigrüne Blätter, sie wird bis zu 80cm hoch und duftet sehr frisch, fruchtig und lieblich, da sie recht wenig Menthol enthält. Marokkanische Minze hingegen hat mehr Schärfe.

Apfelminze hält super lange in der Vase – KundInnen erzählten sogar, dass sie in der Vase begann zu wurzeln und sie die Minze, nachdem der restliche Strauß verblüht war, einfach in ihr Beet gepflanzt hatten.
Zudem ist sie absolut pflegeleicht. Sie mag einen feucht-frischen Platz, am besten im Halbschatten in einem humusreichen Beet und braucht ansonsten wirklich keine Pflege. Ja, sie breitet sich gern aus – aber für mich gibt es nichts Schöneres! Sie darf sehr gern in meinen Beeten wandern, da sie einfach so schön anzusehen ist. Möchte man das nicht, pflanzt man sie am besten im großen Topf oder ein Holzrahmen-Beet.

Ein Strauß mit Apfelminze

Für einen ausgewogenen Blumenstrauß braucht man nicht nur viele Blüten, sondern auch „Filler“, als Grün, dass den Strauß eben füllt und ihm Ruhe gibt. Das geht z.B. mit Hasenohr, Basilikum, Wolfsmilch oder Eukalyptus. Doch die beiden ersteren muss man aussäen, hat also mit der Anzucht zu tun und die beiden letzteren sind Stauden bzw. ein Strauch, der auch schnell leer geschnitten ist. Minze hingegen vermehrt sich eben schnell selbst und wenn man sie schneidet, treibt sie von unten neu aus. Deswegen ist es wichtig, sie immer über einer Blattachse zu schneiden.

Schön ist auch, dass sie sehr früh „verfügbar“ ist. Bereits Ab Mitte April sind die Triebe so hoch, dass man sie wunderbar für die Vase schneiden kann. Wenn der restliche Strauß verblüht ist, nutze ich die Minze weiter für Limonaden, Nachttisch oder Tee. Ab Juli beginnt die Minze zu blühen. Die Rispen wirken recht unscheinbar, sind aber immer noch sehr hübsch im Strauß. Und vor allem ein perfektes Bienen- und Schmetterlings-Buffet. Also wirklich ein Allrounder!

Apfeminze zwischen Himbeeren, Beinwell und Löwenmäulchen

Nach der Blüte schneide ich sie zurück und erhalte so, im September noch einmal viel neue Minze, die ich wieder schneiden kann, bevor sie sich im Winter ganz zurück zieht. Sie ist extrem frosthart und braucht keinerlei Schutz. Es ist dann im nächsten Jahr immer wieder spannend, wo sie sich neu angesiedelt hat.

Wichtig ist, die Minze sofort in Wasser zu stellen, sie macht erstmal nämlich schnell schlapp. Wenn das nicht gelingt, oder die Minze troztdem den Kopf hängen lässt – vielleicht weil es zu heiß ist, gibt es einen Trick: man wickelt die geschnittene Minze straff in Zeitungspapier und stellt sie für ein paar Stunden oder über Nacht in einem Glas mit Wasser in den Kühlschrank. Da sie so hoch ist, pass sie bei mir nur in das Getränkefach in der Kühlschranktür. So hydrieren die Stiele und stehen danach wieder prall und stark und sind bereit für den Strauß.

  • Kategorie: Stauden, Füller
  • Höhe: ca. 50 – 100 cm
  • Pflanzung: Frühling oder Herbst
  • Düngen: nein
  • Schnittzeitraum: April – Juni
  • Erntefenster: lang
  • Haltbarkeit: lang
  • Essbar: Ja

Ein Frühlingsstrauß mit Apfelminze, Lupine, Wasserlilie, Nachtviole, Frauenmantel, Salbei, Pfingstrose und Katzenminze

4 Comments

  • Reply
    Marianne
    5. Juni 2021 at 14:40

    Liebe Katharina, ich kenne Minze, aber von Apfelminze habe ich noch nie gehört. Ich hatte mal eine im Garten, die war aber längst nicht so schön, wie auf deinen Bildern. Eher ein kleineres Blatt und auch nicht so wirklich lecker. Damit hatte ich mit Minze irgendwie abgeschlossen. Aber das hört sich ja super an! Vielen Dank für die Info, da werde ich im herbst gleich mal einen Topf pflanzen!!!! Viele Grüße von Marianne

    • Reply
      Katharina
      5. Juni 2021 at 14:41

      Liebe Marianne, das freut mich sehr! Ich kannte die Apfelminze vorher auch nicht, aber sie ist wirklich sehr hübsch! Viel Spaß damit, liebe Grüße, Katharina

  • Reply
    Vroni Bichler
    5. Juni 2021 at 17:54

    Liebe Katharina, toller Beitrag, vielen Dank! Ziehst du die Minze selber oder hast du eine gute Quelle von der du die Töpfchen beziehst? Beste Grüße Vroni

    • Reply
      Katharina
      5. Juni 2021 at 19:06

      Liebe Vroni, nein, ich ziehe sich nicht selber. Mit der Anzucht von Stauden habe ich noch keine Erfahrung. Ich habe sie bei einem Gärtnerei hier in meiner Stadt gekauft. Du kannst sie aber sonst sicher auch bei einer Staudengärtnerei im Internet bestellen. Liebe Grüße, Katharina

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