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Durch das Jahr

Dezember 2017

Das Besondere, wenn man in und mit der Natur arbeitet, ist der Rhythmus der Jahreszeiten, der alles bestimmt. Und so bleibt man im Dezember zu Hause, darf ausschlafen (wenn es die Kinder erlauben) und macht es sich mit Tee und Keksen am Küchentisch gemütlich.

Es sind nicht mehr zwölf Stunden Tage, aber es ist trotzdem eine Menge zu tun, vor allem wenn man noch einen „richtigen Job“ hat, so wie ich als Lehrerin.

„Das Besondere, wenn man in und mit der Natur arbeitet, ist der Rhythmus der Jahreszeiten, der alles bestimmt.“

Mein großes Thema im Dezember (wie auch im Oktober und November schon) ist die Planung der kommenden Saison – und zwar meiner ersten Saison, in der ich meine Blumen auch verkaufen möchte..… Vieles ist wie die letzten Jahre: das Zeichnen der Anbaufläche, Planung der Beete übers Jahr, das anschließende Bestellen der Samen.

Doch es kommt auch einiges Neues hinzu: versetzte Pflanz-Planung, Erntezeiträume, die darauf abgestimmt werden müssen, dass ich jede Woche von Anfang Mai bis Anfang Oktober ca. 20 Blumensträuße binden kann… Das ist ziemlich kompliziert, da ein schöner Strauß immer aus verschiedenen Komponenten besteht und es ziemlich blöd wäre, im August auf einmal nur noch zentrale Blumen zu haben, aber keine Füller oder Luftiges – denn dann wären die Sträuße viel zu voll, mächtig und eintönig (hier der Artikel zum Binden eines Blumenstrauß).

Darüber hinaus habe ich mich entschlossen etwa 40 neue Sorten auszuprobieren, dafür muss ich mich über ihre Besonderheiten, Anzucht, Standortansprüche, Erntezeiträume und Haltbarkeit informieren und immer am besten alles in meine Listen eintragen. Lieber immer gleich – am Ende vergesse ich es sonst.

„Und wie es nun mal so ist bei den Blumen: jede Blume mehr bedeutet auch mehr Arbeit, in jedem Bereich.“

Und alle Bereiche: Planung, Bestellung, Anzucht, Beetvorbereitung, Düngen, Wässern, Schneiden und Binden haben sich im Vergleich zum Vorjahr vervierfacht! Und wie es nun mal so ist bei den Blumen: jede Blume mehr bedeutet auch mehr Arbeit, in jedem Bereich.

Bild mit Blumensamen

Bestellung meiner Blumensamen

Ein weiteres für mich natürlich komplett neues Thema ist nun der Verkauf, was wiederum auch viel Zeit in Anspruch nimmt – aber alles macht so viel Spaß, dass es sich bisher immer noch nicht wie Arbeit anfühlt! Ja, ich könnte auch auf dem Sofa liegen und ein Buch lesen, statt mich über die Tipps und Tricks der Haltbarkeit von Narzissen zu informieren…

„Aber alles macht so viel Spaß, dass es sich bisher immer noch nicht wie Arbeit anfühlt!“

Das Ganze hat dadurch auf einmal eine Ernsthaftigkeit bekommen und ich spüre immer wieder den Druck und die Verantwortung, dass das alles irgendwie klappen muss. Allerdings macht es mir keine Angst – im Gegenteil! Ich kann es kaum erwarten, bis es endlich richtig los geht und ich Anfang Januar die ersten Samen in die Erde stecke!

Ich freue mich auf das Graben in der Erde, darauf meinen Blumen beim Wachsen zu sehen zu können, den Tag der ersten Ernte und das Binden des ersten Blumenstrauß, das erste Mal auf dem Markt zu stehen, meinen ersten Kunden und den ersten verkauften Strauß. Es ist wirklich fürchterlich aufregend! Ich denke da auch selten drüber nach und versuche mich immer auf den nächsten Schritt zu konzentrieren.

Mit einer genauen und sorgfältigen Planung steht und fällt die kommende Saison, das habe ich schon die letzten Jahre erfahren dürfen. Sich jetzt im Dezember genügend Zeit dafür zu nehmen zahlt sich am Ende doppelt und dreifach aus! (HIER der Artikel, wie ich bei der Planung genau vorgehe)

Man kann seine Planung natürlich auch Anfang des Jahres machen, aber da ich mit der Anzucht von Islandmohn und Löwenmäulchen bereits kurz nach Silvester starte, Ende Januar bereits die ersten Levkojen folgen und im Februar dann alle Cool Flowers, muss meine Planung spätestens Mitte Dezember abgeschlossen sein. Dann weiß ich nämlich welche und wie viele Samen ich von jeder Sorte brauche und kann meine Bestellungen abschicken, damit die Samen pünktlich (am besten vor Weihnachten) da sind.

„Es gibt für mich keine schönere Weihnachtspost, als Briefumschläge oder Päckchen, die beim Schütteln keinen Zweifel daran lassen, dass sich in ihnen tausende von kleinen Samen verstecken.“

Ein weiterer Vorteil der frühen Planung ist, dass man die breite Auswahl der Samenfirmen hat, denn spätestens im Februar kann es gut passieren, dass heißbegehrte Sorten bereits ausverkauft sind.

Es gibt für mich keine schönere Weihnachtspost, als Briefumschläge oder Päckchen, die beim Schütteln keinen Zweifel daran lassen, dass sich in ihnen tausende von kleinen Samen verstecken. Ich liebe es, die Samentütchen auszubreiten, in Ruhe anzuschauen, was ich da nochmal alles gekauft habe (immer zu viele!) und vom nächsten Sommer zu träumen. Dann sortiere ich alles alphabetisch in meine Samenkiste, die mein Papa mir mal gebaut hat.

Als ich noch keine Blumen verkauft habe und viel weniger Sorten und Mengen hatte, habe ich die Samen nach Monaten einsortiert. Also im Januar dann alles, was ich im Januar aussähen wollte. Doch sobald man versetzt pflanzt, macht das System keinen Sinn mehr. Persische Kresse zB säe ich drei mal aus, Sonnenblumen vier mal und Schleierkraut auch. Dann müsste ich die Samentüten immer weiter stecken, zum nächsten Monat und wenn ich eine Sorte schnell brauche, zB um mit einer anderen Blumenbäuerin Samen zu tauschen, suche ich mich tot…

Manche Sorten, von denen ich sehr viele habe, bekommen ein ganz eigenes Fach, wie zB Cosmea, Löwenmäulchen oder Levkojen.

Schrebergarten im Winter

Mein Garten im Dezember

Gestern war Weihnachten, meine Saisonplanung 2018 ist abgeschlossen und wird wohl etwas sein, woran ich mich immer zurück erinnern werde: meine erste Saison als Flowerfarmerin!

In einem Jahr werde ich wahrscheinlich wieder hier auf dem Sofa vorm leuchtenden Weihnachtsbaum sitzen und mein Resümee ziehen, wie war das Jahr, was hat gut geklappt, was nicht, was waren die Überraschungen und Enttäuschungen, was würde ich genauso wieder machen und was auf gar keinen Fall? Ach, würde ich da jetzt gerne schon einen Blick rein werfen… (Du kannst es bereits – zurück in die Zukunft)

Bisher ist es noch ruhig hier...

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