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Durch das Jahr

März 2020

Jeder Monat hat sein Thema und im März ist es auf jeden Fall die Aussaat. In den letzten Jahren habe ich eins auf jeden Fall gelernt: lieber zu viel, als zu wenig! Am Anfang war die Rechnung für mich ganz einfach: ich möchte 60 Löwenmäulchen haben, dann säe ich 60 Samen aus. Leider musste ich immer wieder aufs Neue lernen, dass diese Rechnung selten aufgeht. Es gibt eine so hohe „Fehlerquote“: Samen, die nicht keimen, vertrocknen, schimmeln, „schießen“, erfrieren und wo weiter und so fort.

Mittlerweile säe ich so aus, dass ich einfach im Hinterkopf habe „Wenn Setzlinge übrig bleiben, verschenke ich sie!“ – und bisher habe ich noch nie vieles verschenkt… Also säe ich auch in diesem, meinem siebten Gärtnerjahr, fleißig aus. Wie ich das in diesem Jahr genau mache könnt ihr hier lesen.

Nun beginnen auch wieder die ersten neugierigen Gartenrundgänge: tut sich schon was? Was hat sich verändert? Und tatsächlich, die ersten Stauden treiben! Rittersporn, Lupinen, Astern, Phlox, Tränendes Herz, Eisenhut und Pfingstrosen zeigen erste grüne Blätter. Auch alle Zweijährigen erwachen aus dem Winterschlaf und wachsen weiter, vor allem Bartnelken und Glockenblumen sehen schon richtig kräftig aus.

„Die Ranunkeln sind noch etwas zögerlich, aber die Anemonen bilden schon erste Knospen und ich schneide den ersten kleinen Frühlingsstrauß mit Anemonen und Narzissen“

Die Forsythien blühen bereits Anfang März und so schneide ich meine Rosen zurück, die auch schon kräftig zu treiben beginnen. Von den Stammrosen ist es nun der richtige Zeitpunkt den Vliesschutz abzunehmen.

Die Ranunkeln sind noch etwas zögerlich, aber die Anemonen bilden schon erste Knospen und ich schneide den ersten kleinen Frühlingsstrauß mit Anemonen und Narzissen. Die Tulpen hingegen brauchen noch drei oder vier Wochen.

Anemonen im Blumenfeld

Und dann kommt der erste richtige Gartentag! Es ist sonnig und frisch und ich mache mich zum ersten Mal in diesem Jahr wieder so richtig ans Gärtnern: jäten, umpflanzen, schneiden, den Rasen mähen, die Apfelbäume beschneiden. So schön! Im Winter bin ich froh, das Rufen des Gartens eine Zeit lang mal nicht zu hören und es mir guten Gewissens drinnen gemütlich zu machen. Doch jetzt ist die Ruhepause vorbei, Kraft ist getankt und die Sehnsucht nach Natur, Erde und draußen sein ist wieder da.

„Doch jetzt ist die Ruhepause vorbei, Kraft ist getankt und die Sehnsucht nach Natur, Erde und draußen sein ist wieder da.“

Erfahrene GärtnerInnen sagen „Ein Garten ist nie fertig“ und auch ich fühle mich noch lange nicht bei meinem „Traumgarten“ angekommen. Die ersten zwei Jahre war ich damit beschäftigt aus diesem brachliegenden, verwahrlosten Stück Land einen Platz zu machen, an dem ich Schnittblumen anbaue, um sie zu verkaufen. Sprich lange Beete, Tunnel, praktisch, fertig. Doch je mehr ich mich von einer Blumenbauerin zu einer Blumengärtnerin entwickle, ändern sich auch meine Bedürfnisse und Ansprüche an meinen Garten.

Der hintere „Gartenraum“ mit abgedecktem Dahlienbeet

Ich möchte eine kleine blühende Oase gestalten. Mein Gartentor soll in einen prachtvollen, üppigen Blumegarten führen mit harmonischen Beeten, verschiedenen Räumen und auch Platz zum Verweilen und mit Freunden sein. Also baue ich Stück für Stück die schnurgeraden Folienbeete zurück, säe neuen Rasen aus und lege geschwungene Beete an, in denen sich Stauden und Einjährige abwechseln und ergänzen. Kleine Wege führen durch die Beete, so dass ich überall gut zum Schneiden rankomme.

Zusätzlich zu diesen gemischten Blumenbeeten habe ich noch fünf 1.5 mal 4 Meter große, praktische Beete, in denen ich mit neuen Schnittblumenarten experimentiere und rein für den Schnitt anbaue, nicht fürs Auge. Das ist für mich eine super Kombination. Denn es gibt einfach Einjährige die sehen wunderschön aus im Beet, haben ein tolles Laub und einen schönen Wuchs und blühen sehr lange.

Und andere hingegen sind spillerig, gefranst (wie zb Orlaya, Schleierkraut und alle Ammi-Sorten) und gefallen mir im Beet nicht. Auch Levkojen lohnen sich im Beet kaum, weil sie relativ schnell verblüht sind und eigenen sich hingegen perfekt für den Schnitt.

Staudenbeet am Eingang mit neuen Wegen

Und so buddel ich hier, grabe dort, verbreitere, verschmälere, setze die Kompoststelle ganz um und komme meiner Vision immer ein kleines Stückchen näher! Motto für dieses Jahr ist ganz klar: Harmonien schaffen. Gar nicht so einfach, aber ich zeige euch in den nächsten Artikeln, wie mir das gelingt – und wie und warum auch mal nicht.

„Motto für dieses Jahr ist ganz klar: Harmonien schaffen.“

Bisher ist es noch ruhig hier...

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