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Durch das Jahr

Februar 2018

Nun ist der Februar schon fast vorbei, in ein paar Tagen beginnt der März und es ist bitter kalt: nachts -10 Grad und tagsüber unter Null – So hatte ich mir das nicht vorgestellt! Mein Plan war, die Anfang Januar ausgesäten Löwenmäulchen und den Islandmohn sechs Wochen später, sprich Mitte Februar in meine Tunnel auszupflanzen.

Blühende Wicken – ein weit entfernter Traum!

Doch die Tunnel gibt es noch gar nicht, obwohl Folie, Stäbe, Heringe, Seile und das Bändchengewebe pünktlich geliefert wurden. Der Boden ist so hart durchgefroren, die Stäbe konnte man nur mit einer Bohrmaschine in die betonartige Erde bekommen und an Bodenbearbeitung ist nicht zu denken.

„Nun ist der Februar schon fast vorbei, in ein paar Tagen beginnt der März und es ist bitter kalt – So hatte ich mir das nicht vorgestellt.“

Tja, so kaufe ich immer wieder Kerzen und beheize damit meine drei kleinen Plastikgewächshäuser auf der Terrasse. Das ist überhaupt nicht optimal und jenseits irgendeiner Proffessionalität, aber es funktioniert! Dazu stelle ich mehrere große IKEA Boxen, die nachts drinnen unter künstlichem Licht stehen tagsüber mit Deckel raus. Das geht auch.

Ich halte mich allerdings strickt an meinen Aussaatplan der versetzten Pflanzung und so schiebt immer wieder neues Grün nach… Es wird wirklich eng langsam. Angeblich soll es in einer Woche wärmer werden und so könnte ich in spätestens zwei Wochen auspflanzen, meine Hoffnung.

Samenkiste

Bis dahin hole ich immer mal wieder eine Wagenladung Kompost von der städtischen Deponie, damit ich den gleich griffbereit habe, sobald der Boden bearbeitet werden kann.
Ich pflanze Tiefwurzelndes, wie Wicken, Artischocken oder Lupinen in tiefe Planzgefäße um, damit sie mehr Raum haben und es länger drinnen aushalten.

Es gibt sogenannte „Roottrainer“, dass sind eben schmale, sehr tiefe Töpfe. Ich mache es mit der kostenlosen Methode und schneide bei diversen Tetrapacks (von Milchtüten, Saftpaketen etc) den oberen Teil ab, spüle sie gründlich aus, steche mit einem Messer zwei Löcher in den Boden und fülle sie mit Erde. Damit können die Wurzeln 20cm tief wachsen und ich habe noch die zwei Wochen mehr zeitlichen Spielraum.

Man übt sich in Geduld, Gelassenheit und lernt es die Dinge so zu akzeptieren, wie sie sind

Die Abhängigkeit von der Natur wird mir dieses Jahr also schon sehr früh überdeutlich bewusst. Da kann man noch so viel lesen, planen und rechnen, am Ende kommt meist alles anders durch starken Regen, zu viel Sonne, späten Frost oder starke Stürme und Hagel.

Einerseits macht natürlich genau das den Beruf als Bauer so spannend und besonders: das Arbeiten in und mit der Natur. Man übt sich in Geduld, Gelassenheit und lernt es die Dinge so zu akzeptieren, wie sie sind und darauf zu reagieren. Plan B, C und D.

Andererseits ist es mein Ziel qualitativ hochwertige Schnittblumen professionell anzubauen und damit in Konkurrenz zu den Importen vom Großmarkt zu gehen. Bio und Regionalität bedeuten für mich nicht bunte Wiesenblumen vom Feldrand zu pflücken.

„Doch das ist alles Zukunftsmusik und ich arbeite mit dem, was ich habe und übe mich in Gelassenheit.“

Deswegen ist es mein Wunsch, mich vom Wetter ein Stück weit unabhängig zu machen, gegen die Kapriolen der Natur zu wappnen und die Saison auszudehnen. Dafür braucht man ein beheizbares Gewächshaus in dem sowohl die gesamte Sämerei passieren kann, aber auch frühes Vortreiben von Ranunkeln, Anemonen, Tulpen und Narzissen, damit die Saison im März und nicht im April beginnt.

Ich möchte große Tunnel haben, mit flexiblen Seitenwänden und Raupentunnel, unter denen bereits im Herbst Kaltleime wie Rittersporn, Islandmohn, Hasenohr und Bella of Ireland gesät werden können.

Doch das ist alles Zukunftsmusik und ich arbeite mit dem, was ich habe und übe mich in Gelassenheit. Tee trinken, weiter aussäen, Bücher und alte Ausgaben des „Cutflower Quarterly“ lesen und Blogartikel schreiben.

Und da habe ich auch diese schöne Aussage gefunden:

„Welcome to the wonderful world of farming where the weather never cooperates and your best laid plans never quite seem to work out.
If it was easy, everyone would do it.“

Bisher ist es noch ruhig hier...

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