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Durch das Jahr

Januar 2020

Und da ist sie wieder: die Vofreude! Endlich!

Ich muss gestehen, im November und Dezember bin ich meinen Blumengarten ziemlich leid… Es ist ein bisschen wie in einer Beziehung: wenn man ständig aufeinander hockt, braucht man auch mal etwas Abstand voneinander. Der Garten ist winterfest, die Beete abgedeckt, er kommt sehr gut ohne mich klar und das ist irgendwie ein befreiendes Gefühl. Ich fahre dann auch tatsächlich nicht hin, dieses Jahr besonders wenig und habe ein bisschen ein schlechtes Gewissen – ich müsste doch mal Hallo sagen und schauen, ob es ihm gut geht. Aber ich will meine Ruhe und na klar, der schafft den Winter auch wirklich gut allein. Da ich nicht mehr mit Plastikfolie als Winterschutz arbeite, sondern mit Vlies, muss ich auch nicht mehr Lüften. Das geht auch alles ohne mich ganz gut, vor allem da es bisher eh viel zu warm war und nur einmal Frost gab.

„Ich muss gestehen, im November und Dezember bin ich meinen Blumengarten ziemlich leid…“

Und dann auf einmal greife ich im Bücherregal nach einem Gartenbuch, schaue im Floret-Workshop vorbei und in den Facebook-Gruppen „Flower Farmers“ und „Slowflower-Bewegung“, scrolle mich auf Insta durch schöne Acounts und lass mich inspirieren und motivieren. Krame meine Samen-Box hervor, sichte den Bestand, liste alles auf und merke, wie ich mich schon auf die erste Aussaat freue!

Doch dieses Jahr säe ich vier Wochen später aus, als in den letzten Jahren. In der Gärtnerei war es einfach noch zu dunkel im Januar und zu Hause möchte ich nicht mehr so viel künstliches Licht einsätzen, um weniger Energie zu verschwenden. Ich starte dieses Jahr erst Anfang Februar und dann auch nur mit zwei Boxen, die ich beleuchte, mehr nicht (vor zwei Jahren waren es noch acht Boxen…). Und dann werde ich Ende Februar mit der großen Aussaat aller Cool Flowers in der Gärtnerei starten, Anfang März mit den Sommerblühern und dann stetig weiter in mehreren „Wellen“ bis Mai.

Doch ganz nachhaltig ohne Energieverschwendung klappt es mit der „Winteraussaat„. Das mache ich Mitte Januar. Im Artikel gibt es eine genaue Anleitung dazu.

Ich mache mir zum Jahresanfang häufig ein bisschen Sorgen: bin ich noch so Blumenvernarrt? Kommt meine Motivation und Liebe wieder? Doch eigentlich weiß ich es doch mittlerweile wirklich besser – na klar! Gärtnern mit der Natur bedeutet auch Leben mit den Jahreszeiten und der Winter war schon immer eine Zeit des Innehaltens und Kräfte sammelns. Tiere fahren ihren Stoffwechsel runter, haben einen höheren Blutdruck, das Immunsystem verändert sich und auch das Schlafbedürfnis durch die kurze Tageslichtzeit.

„Ich ziehe mich wortwörtlich zurück, genieße die Ruhe und zelebriere die Gemütlichkeit.“

Seitdem ich gärtner, verbringe ich von März bis November natürlich sehr viel Zeit draußen unmittelbar in der Natur. Ich glaube, dadurch hat sich mein Biorythmus tatsächlich verändert und das lasse ich nun auch gerne zu. Ich ziehe mich wortwörtlich zurück, genieße die Ruhe und zelebriere die Gemütlichkeit. Denn ganz bald schon geht es wieder los und erinnert mich immer an eines der Lieblingslider meiner Tochter:

„Januar, Februar, März, April, die Jahresuhr steht niemals still. Mai, Juni, Juli, August, wecken in uns allen die Lebenslust. September, Oktober, November, Dezember – und dann, und dann, fängt das ganze schon wieder von vorne an…“ (Rolf Zuckowski)

 

Bisher ist es noch ruhig hier...

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