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Allgemein Tipps

Blumenbeete mulchen

Mulchen bedeutet, dass man Erde abdeckt. Die Natur ist dabei unser Vorbild: es gibt keine nackte, bloße Erde. Im Wald ist der Boden mit Laub, Moss und kleinen Ästen bedeckt, die zusammensacken und über die Jahrtausende eine nährstoffreiche, kostbare Humusschicht bilden. Auf den Wiesen, insofern es denn überhaupt noch unkultiviertes Land gibt, machen sich Bodendecker, Büsche und Wildblumen breit. Die Natur ist also immerzu damit beschäftigt, das kostbarste überhaupt, die Erde, zu bedecken und so zu schützen.

Diese natürliche Bedeckung hat gleich mehrere Funktionen: sie speichert Feuchtigkeit und verhindert Verdunstung, sie unterdrückt das Sprießen jeglecher Pflanzen, da natürlich Platz und Raum zum Atmen und Entfalten der bestehenden Pflanzen benötigt wird und sie schützt das Bodenleben – all die winzigkleinen Millionen von Bodenlebewesen, Insekten und Pilzen die dafür sorgen, dass Erde nahrhaft ist und Pflanzen wachsen.

Es ist also nur logisch, seine Erde im Garten zu bedecken. Ob man dass nun mit Bodendeckern, Pappe, Folie oder Naturmaterialien macht hängt vom Standort, Zweck udn persönlichen Vorlieben ab. In meinen großen rechteckigen Schnittblumenbeeten, in denen ich die Einjährigen anbaue, bedecke ich die Erde mit einer Lochfolie.

Doch in meinen Staudenbeeten und auch in den Gemüsebeeten benutze ich dafür Rasenschnitt, Pappe, Zeitung und Holzhackschnitzel. Denn hier kann ich keine Folie legen, die Stauden sind ja alle schon da, außerdem sind meine Beete überwiegend geschwungen und habe keine Ecken und Kanten. Der beste Zeitpunkt für das Mulchen ist in meinem Garten der April. Denn nun sehe ich schon, wo wieder welche Staude ausreibt, die Unkräuter halten sich noch in Grenzen und die Erde hat sich durch die Sonne bereits erwärmt.

Ich mache es so, dass ich zunächst die Erde im Beet schön locker, ihr nochmal ein wenig Kompost hinzufüge und die Stauden und Einjährigen, die ich bereits ausgepflanzt habe, kräftig gieße. Im zweiten Schritt decke ich die Erde dann mit Zeitungen oder dünner Pappe ab, wässere diese, damit sie sich dem Boden anpasst und bedecke diese Schicht dann etwa zehn Zentimeter dick mit Holzhackschnitzeln. Bitte keinen Rindenmulch nehmen – das ist ganz wichtig! Am Anfang kannt ich diesen Unterschied noch nicht und habe meine Stauden (und auch meine Erdbeeren – oh Gott…) mit Rindenmulch bedeckt. Doch die Gerbsäure hat meine Erde völlig ausgelaugt und alles kümmerte nur traurig vor sich hin.

Ich nehme also Holzhackschnitzel, das ist gehäckselter Astschnitt. Also ganze Äste, die z.B. beim Obstbaumschnitt anfallen oder wenn man einen Busch beschneidet oder bei sonstigen Gartenarbeiten. Ich brauche so viele Schnitzel, dass ich sie mir bei einer Gärtnerei abholen darf – dort fällt immer vieles beim Gartenservice an. Dabei achte ich darauf, dass es keine Tanne oder andere Nadelbäume waren, da sie wieder zu sauer sind. Man kann übrigens auch wunderbar mit dem Staudenschnitt arbeiten, der nach der Winterpause anfällt, der hat tolle Nährstoffe, doch das würde bei mir überhaupt nicht reichen.

Auf die feuchte Zeitung schichte ich die Holzschnitzel

Das Mulchen hat dabei wie auch in der Natur gleich zwei wichtige Vorteile: es findet keine Verdunstung mehr statt und der Boden bleibt feucht. Es ist wirklich enorm, wie viel weniger man gießen muss, wenn ein Beet dick gemulcht ist! Ich würde sagen, ich gieße dort statt im Hochsommer jeden Tag nur einmal die Woche und jetzt im Frühling nur alle zwei Wochen, wenn es nicht regnet!

Der zweite Vorteil ist die Unterdrückung des Unkrauts. Durch die Zeitungsschicht und dann auch den Mulch kommt kein Tageslicht, das Wurzelunkräuter so sehr brauchen. Man entzieht ihnen das Licht und die Lebensgrundlage und die Wurzeln sterben ab und werden praktischerweise gleich zu Nährstoffen. Bevor ich meinen Garten übernommen habe lag dieser sechs Jahre lang brach – er bestand komplett aus Brombeere und Quecke, Ackerschachtelhalm, Brennessel und Winde. Seitdem ich meine Beete mulche habe ich dort keine Unkräuter mehr! Es ist wirklich so! Denn in den Holzschnitzeln können wiederum auch keine Samenunkräuter wurzeln schlagen.

Man spart also nicht nur kostbares Grundwasser, Zeit und Mühe – es sieht auch noch schön aus, finde ich! Am Anfang ist es immer ganz schön viel Mulch, doch je größer die Stauden und Einjährigen werden und Blattmasse bilden, umso mehr schließen sich die Lücken.

4 Comments

  • Reply
    Christina
    15. Mai 2020 at 16:16

    Liebe Katharina,

    wow, das ist ja ein toller Tipp! Also von Mulchen hatte ichs chon viel gehört, aber dache immer, dass es ja mit Rindenmulch ist und da hatte ich dann auch Sorge wegen der Säure. Tolle Idee mit den Holschnitzlen, ich frage mal bei der Gärtnerei hier in der Nähe, die machen auch Baumpflege. Die Idee mit der Zeitung hört sich echt super an! Das muss ich echt ausprobieren, wir haben sowieso immer Berge an Zeitungen 🙂 🙂
    Viele Grüße von Christina

    • Reply
      Katharina
      15. Mai 2020 at 18:57

      Liebe Christina,
      das freut mich! Ich drücke dir die Daumen, dass die Gärtnerei schönes Mulchmaterial für dich da hat 🙂
      Viele Grüße,
      Katharina

  • Reply
    Nora
    23. August 2020 at 15:13

    Hallo Katharina,
    vielen Dank für den tollen Tipp! Wir wohnen hier direkt neben einer Gärtnerei wo immer viele Berge Hackschnitzel liegen. Ich werde mal fragen, was das für Sorten sind und ob ich mir da was „abzwacken“ darf 🙂 Sieht auf jeden Fall schön aus bei dir!
    Nora

    • Reply
      Katharina
      23. August 2020 at 15:14

      Hallo Nora,
      na das hört sich doch super an! Die Gärtnerei kann dich sicher gut beraten, was den Säuregehalt des Mulchs angeht.
      Liebe Grüße,
      Katharina

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