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Tipps

Dahlien-Stecklinge

Dahlien sind die Königinnen des Spätsommers. Es gib sie in tausend Farben, Formen und Größen und sie sind wunderschöne, sehr begehrte Schnittblumen, trotz ihrer kürzeren Haltbarkeit von ca. Fünf bis sechs Tagen.

Klassischerweise vermehrt man Dahlien über Teilung. Das bedeutet, dass man die Knollen, die sich über den Sommer vermehrt haben, im Herbst oder Frühling teilt (über Pflanzen, Pflegen und Teilen hier mehr).

Es gibt eine weitere Methode der Vermehrung von Dahlien: Stecklinge

Doch gibt es noch eine weitere Methode der Vermehrung, die vor allem dann von Bedeutung ist, wenn man z.B. eine wunderbare neue Sorte entdeckt hat und nicht die finanziellen Mittel hat, sich gleich zehn Stück davon zu kaufen.

Bei mir ist das in diesem Jahr mit sechs Sorten der Fall: „Lindas Baby“, „Honey Dew“, „Albatrax“, „Cornell“, „Gretchen“ und „Alfred Lorenzens“. Diese Sorten hatte mein Händler des Vertrauens (Dahliengärtnerei Wagschal) vorrätig und hat sie mir netterweise schon im Januar zugeschickt. Denn zu diesem Zeitpunkt beginnt bereits die Anzucht der Steckling, damit die Dahlien noch im gleichen Sommer blühen.

Der Steckling entwickelt über den Sommer seine eigenen Knollen und diese kann man dann im folgenden Winter teilen und Anfang des Jahres erneut Stecklinge nehmen. Man multipliziert einfach seinen Bestand. Kostenlos!

Man multipliziert einfach seinen Bestand. Kostenlos!

So nehme ich Dahlienstecklinge:

  1. Mitte Januar die einzelne Dahlienknolle aufrecht in feuchte (nicht nasse!) Anzuchterde stecken. Dabei ist es besonders wichtig, dass der Hals mit den Augen nicht von Erde bedeckt ist. Denn hier treibt der Steckling heraus.
  2. Nun die Töpfe oder Kisten entweder unter ein Dachfenster, in ein Gewächshaus oder künstliches Licht stellen. Es sollte warm sein, ca. 18 bis 20 Grad und eben sehr hell. Die Erde nun erstmal nicht mehr gießen!
  3. Jetzt heißt es warten. In der Regel dauert es ca. zwei bis drei Wochen, bis man die ersten Triebspitzen erkennen kann.
  4. Wenn der Trieb zwischen zehn und 25 Zentimeter groß ist mit einem scharfen, sauberen, am besten desinfizierten Messer direkt am Ansatz, also der Stelle zwischen grünem Trieb und hölzerner Knolle, mit einem glatten Schnitt abschneiden.
  5. Den Trieb entweder direkt in einen Topf mit Anzuchterde stecken oder vorher mit Bewurzelungspulver behandeln.
  6. Damit der empfindliche Steckling nicht verletzt wird und das Weidenwasser dran bleibt, mit dem Finger oder Bleistift ein Loch in die Anzuchterde drücken. Das Dahlientriebende in das Weidenwasser tauchen und direkt in die Erde stecken.
  7. Nun die Töpfe warm und hell stellen und am besten eine Haube drüber, für die Feuchtigkeit – die Erde darf nie austrocknen. Ich habe eine einfache durchsichtige Plastiktüte benutzt, seht ihr oben auf dem Foto.
  8. Nach ca. 14 Tagen sollten sich Wurzeln gebildet haben. Das merkt man daran, wenn man den Steckling ganz vorsichtig anstubst, sollte ein Widerstand zu spüren sein. Nun vielleicht nochmal in größeren Topf umpflanzen und pinzieren, je nachdem wie lange es noch bis zum Auspflanzen nach den letzten Frösten dauert.

Scharfes Messer und Weidenwasser

Gut beschriften!

Plastiktüte für Feuchtigkeit

Noch ein paar Erfahrungen von mir: Die Sorte „Cornel“ trieb bei mir als erste aus, nach knapp zwei Wochen. „Honey Dew“ keimte hingegen erst nach ganzen fünf Wochen, „Lindas Baby“ zeigt jedoch bis heute, nach sechs Wochen noch keine Anzeichen. Es ist also sehr unterschiedlich. Das Ansprühen der Augen mit Wasser soll angeblich helfen.

Wann man den Steckling schneidet ist nicht festgelegt. Einige schneiden bereits, wenn der Trieb drei Zentimeter groß ist. Doch da ich Platzprobleme habe, warte ich bis zu einer große von ca. 25cm.

„Da ich keine Chemie verwende, benutze ich Weidenwasser.“

Da ich keine Chemie verwende, nehme ich kein Bewurzelungspulver, sondern benutze Weidenwasser. Weidenäste beinhalten eine recht hohe Konzentration an Wurzelhormonen. Wenn man also eine Weide im Garten hat oder jemanden kennt, der einem einen Zweig Weide schenken kann, ist das eine gute Möglichkeit. Einfach den Weidenast „schälen“ und Inneres und Äußeres für 24 Stunden in Wasser einlegen. Das Weidenwasser hält sich nur ein paar Tage, deswegen am besten immer nur eine kleine Menge ansetzen und verbrauchen.

Insgesamt kann man bis zu zehn Stecklinge pro Knolle nehmen. Ich nehme etwa sechs Stück, damit die Mutterknolle noch viel Kraft besitzt. Mitte April den letzten Steckling schneiden, sonst wird die neugezogene Dahlie nicht mehr in diesem Jahr blühen.

Die Stecklinge sollten wie alle Jungpflanzen abgehärtet werden. Also auch hier die Töpfe ab Mitte April tagsüber nach draußen in den Schatten stellen und über Nacht noch ins schützende Haus.

Auspflanzen, Pflegen und Schneiden wie alle Dahlienknollen auch. Eine genaue Anleitung findest du hier.

„Die Anzucht mit Stecklingen ist schon eine kleine Herausforderung, aber wenn man die Zeit und den Platz dafür hat, sollte man es auf jeden Fall einmal ausprobieren!“

Bisher ist es noch ruhig hier...

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