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Tipps

Einen Blumengarten gestalten

Gärten sind gestaltete Natur. Diesen Satz musste ich erstmal begreifen. Doch er beschreibt genau dass, was mich am Gärtnern unbewusst von Anfang so fansziniert hat: die Möglichkeit, einen kleinen Raum ganz nach meinen Vorstellungen zu gestalten.

„Architektin zu spielen, kreativ eine Vision umsetzen. Dafür braucht es nur zwei Dinge: Leidenschaft und Zeit.“

Architektin zu spielen, kreativ eine Vision umsetzen. Dafür braucht es nicht viel Geld und auch kein großes Vorwissen oder besondere Fähigkeiten, nur zwei Dinge: Leidenschaft und Zeit. Ersteres hatte ich von Beginn an, zweites habe ich mir einfach genommen.

Es kann losgehen – mein Garten im Herbst 2016

Als der Vorsitzende des Kleingartenvereins mir den Garten zeigte, 400qm, seit sechs Jahren nicht verpachtet, ohne Haus, ohne Strom, keine Beete – dafür Brombeeren, Brennessel, Ackerschachtelhalm, Maulwurfshügel und Wühlmausgänge wo das Auge hinsah. Und ich war sofort hin und weg! Ich pachtete den Garten vom Fleck weg und fragte, ob ich heute schon anfangen dürfte zu arbeiten. Durfte ich und so wurde ich von einer Balkongärtnerin zur Gartenbesitzerin. Ich hätte nicht glücklicher sein können und heute weiß ich auch, warum.

„Ich pachtete den Garten vom Fleck weg und fragte, ob ich heute schon anfangen dürfte zu arbeiten.“

Dieses wilde Stück Land, verwahrlost und überwuchert und war genau das Richtige für mich. Tabula Rasa, ich konnte machen was ich wollte. Beim Anblick des Unkrauts verstanden Freunde und Familie meine Euphorie überhaupt nicht, im Gegenteil: sie sahen nichts als Arbeit. Ich hingegen sah geschwungene Wege, blühende Beete, ein blaues kleines Häuschen, ein Hochbeet, ein Bohnentipi und eine Bank unter dem Apfelbaum.

Nach hunderten Stunden Arbeit: Mein Garten im Frühling 2017

Es liegt wohl in der Natur des Menschen, zu gestalten und Neues zu schaffen. Etwas eigenes. Und deswegen liebe ich meinen Garten so sehr, auch wenn er nicht wirklich mir gehört, sondern nur geliehen ist – hier darf ich mich austoben, meine Ideen verwirklichen und es gibt nur mich und meinen Garten.

„Dieses wilde Stück Land, verwahrlost und überwuchert und war genau das Richtige für mich.“

Jetzt aber endlich zu meinen Tipps, was du beachten kannst, wenn du deinen eigenen Garten gestalten oder umgestalten möchtest:

1. Sei dir bewusst, dass ein Garten Zeit braucht. Meine Mama sagt immer „Gras wächst nicht schneller, wenn man dran zieht“. Neu gepflanzte Stauden, gesäter Rasen oder Gemüse und Schnittblumen – alles braucht seine Zeit um zu wachsen und den Platz zu füllen.

2. Und nicht nur die Pflanzen brauchen ihre Zeit, auch du brauchst Zeit, um deinen Garten zu pflegen und eben zu gestalten. Deswegen denke ruhig in Etappen: dieses Jahr ein Rosenbeet anlegen. Im nächsten dann der neues Sitzplatz unter den Obstbäumen oder ein Gartenhäuschen bauen. Ich wollte alles gleichzeitig, habe auch in ein paar Monaten sehr viel geschafft, aber ich war eben auch jeden Tag dort, stundenlang…

3. Einen Plan zu zeichnen macht nicht nur viel Spaß, sondern auch Sinn. Maßstabsgetreu zeigt sich so vielleicht, dass der Kompost nicht hinter das Haus passt, da der Weg für die Schubkarre zu schmal wäre oder das Hochbeet mit dieser Größe zu nah am Zaun stünde.

4. Stauden, Rosen, blühende Sträucher und Beerenobst braucht zwei bis drei Jahre um in voller Pracht zu erblühen. Deswegen diese Pflanzen am besten früh setzen. Mit einjährigen Blumen kann man dann wunderbar jedes Jahr aufs neue Lücken schließen und kreativ sein.

Meine Gartenplanung für 2017

5. Harmonie und Größe kann man schaffen, indem man in „Räumen“ denkt. In meinem Garten gibt es z.B. drei Stück: vorne die Rasenfläche unter den Apfelbäumen, dort soll Platz sein zum Spielen, für die Hängematte und ein Picknick. Hinten links steht das Häuschen, hier gruppieren sich verschiedene Staudenbeete. Im rechten Teil steht das Hochbeet im Zentrum, der Nutzgarten. Besonders schön ist es, diese Räume von einander zu trennen, z.B. durch Büsche, Hecken, Rosenbögen oder auch Zaunelemente. Soweit bin ich allerdings noch nicht…

6. Je nach Form und Größe verändert sich die Planung: ist der Garten schmal und länglich, wirkt es harmonischer, wenn man den Garten „bricht“, so schafft man zwei Räume, einen vorderen und einen hinteren. Möglich ist das mit der Beetführung, einem Sitzplatz oder einem Rosenbogen. Hat man (das Glück und) einen großen Garten, sorgen große Büsche, wie ein Jasmin, Flieder oder ein Schneeball für Ruhe. In einem kleinen Garten können filigrane Einjährige wie Cosmeen, Herbstastern und Akeleien Leichtigkeit schaffen.

7. In schattigeren Beeten leuchten helle Farben, in der Sonne entfalten sich knalligere Farben ideal. Ich pflanze weiße, rosane und gelbe Einjährige und Stauden gerne etwas schattiger und alles Rote, Pinke, Lilane und Blaue kommt in die helle Sonne.

8. Ich liebe Wege! Geschwungen sollten sie sein, mit Mulch oder Kiesel bedeckt, wie in einem Bauerngarten. Habe ich leider nicht. Noch nicht. In meinem Garten lagen hunderte von Gehwegplatten, schnurgerade, praktisch – hässlich. Ich habe sie Stück für Stück ausgegraben und in einer Ecke des Gartens gestapelt. Eine wahnsinns Arbeit, aber auch sehr befreiend. Mal schauen, wann ich den Raum und die Zeit habe, einen schönen Weg anzulegen.

9. Mein Herzenstück sind natürlich die Blumenbeete. Achte darauf, welche Stauden farblich und von der Form her schön zusammen wirken, was kommt niedrig nach vorne ins Beet, was wächst hoch im Hintergrund. Welche Einjährigen schließen von Monat zu Monat bunte Lücken. Dazu hilft dir vielleicht die Übersicht „Was blüht wann“.

Solltest du einen Garten dein eigen nennen dürfen, kannst du dich wirklich glücklich schätzen!

„Ob üppiger Bauerngarten, viel Gemüse, eine große Rasenfläche, dicht bepflanzt, weit und hell, bunt und wild oder ruhig und klar – mach, was du willst!“

 

 

 

 

 

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