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Allgemein Durch das Jahr

Dezember 2019

Der Dezember ist für mich im Gartenjahr sowas wie die Stunde Null, eine Pause, eine Lücke im emsigen Treiben. Im Januar beginnt die erste Anzucht, im Februar geht es dann richtig los, das Gewächshaus wird voll, der März bringt Tulpen und Narzissen, der Boden wird langsam Wärmer, der Garten ruft, das Blumenjahr ist in vollem Gange, alles beginnt zu wachsen und zu blühen, bis es dann zum Oktober hin wieder ruhiger wird und mit dem November alles zum Stillstand kommen.

„Der Dezember ist für mich im Gartenjahr sowas wie die Stunde Null, eine Pause, eine Lücke im emsigen Treiben.“

Nun bin ich also mittendrin in der Winterpause und genieße sie in vollen Zügen. Jede Jahreszeit hat ihren Reiz und dieser dunkle, gemächliche Dezember schenkt mir Ruhe und Kraft. Ich lese in meinen Gartennotizen, wie war das Jahr, was war besonders schön, was hat nicht geklappt und ich sammle meine Wünsche und mache Pläne für den nächsten Sommer.

Ich plane am liebsten mit Stift und Papier

Es gibt Blumensorten von denen ich mich trennen werde: Federnelken oder Chabaud-Nelken gehören leider dazu. Ich liebe sie, diese altmodischen, feinen Blüten, aber sie keimen schlecht, wachsen kreuz und quer und lassen sich nur schwer schneiden. Auch Skabiosen werde ich nur noch wenige anbauen. Sie haben ellenlange Stiele, die leider nur sehr dünn sind, wodurch sich die Blütenköpfe weit hinunter neigen und man viel Stütze braucht. Zudem halten sie mir einfach nicht gut genug in der Vase.

Dafür möchte ich unbedingt wieder viele Löwenmäulchen haben! Die Anzucht hat im letzten Jahr leider gar nicht geklappt und so werde ich es dieses mal statt in der Gärtnerei wieder zu Hause versuchen. Da habe ich natürlich viel zu wenig Platz, aber für zwei SAMLA-Boxen Löwenmäulchen muss genug Platz sein!

 

Und so plane ich meine Beete, zeichne sie auf, rechne, wie viel Platz ich habe und wie viele Pflanzen ich anziehen kann. Da es ein neues großes Himbeerbeet gibt und viele neue Rosen und Stauden wird der Platz für Einjährige immer etwas weniger. Doch sie werden einfach überall noch dazwischen gesetzt und bilden gute Lückenfüller in den jungen Staudenbeeten.

„Und so plane ich meine Beete, zeichne sie auf, rechne, wie viel Platz ich habe und wie viele Pflanzen ich anziehen kann.“

Wichtig ist mir bei meiner Planung auch, dass ich viele Nektarspendende Blumen im Garten habe, damit Bienen, Hummeln und Schmetterlinge viel zu Futtern finden. Deswegen werde ich wieder viel Mohn aussäen, vor allem Päonienblütigen. Auch Kapuzinerkresse und Wicken pflanze ich immer besonders viele, als duftendes Buffet.

Bienen lieben Mohn!

Als es dann kurz vor Weihnachten ans Geschenk einpacken ging, dachte ich zuerst daran, die Päckchen mit Tannengrünzweigen zu verzieren. Doch dann kam mir die Idee, kleine Ministräuße aus getrockneten Blumen zu binden und diese an das Geschenk zu stecken. Ich finde es ist wunderschön geworden und gleich noch ein kleines Geschenk obendrauf, da man sich diese Sträußchen in eine kleine Vase stellen kann oder einfach hinlegen oder -stellen – nachhaltiger Blumenschmuck ohne jeglichen CO2-Abdruck! Wie ich das genau mache, könnt ihr in diesem Artikel lesen.

Seitdem mein Fokus nicht mehr auf dem Verkaufen der Blumen liegt, sondern auf dem Experimentieren, der Freude und dem darüber Schreiben, ist meine Planung deutlich entspannter geworden. Ich muss nicht durchkalkulieren, genaue Blühzeitpunkte berechnen, auf Hochzeiten hinplanen und immer auch Sorge haben, dass alles funktioniert. Stattdessen schaue ich einfach, was ich mir wünsche, wie viel Platz ich in etwa habe, was hübsch zusammen aussieht und dann rechne ich einfach ein paar Pflanzen mehr drauf und fertig. Zu viele Blumen hatte ich eh noch nie!

Der Druck und die Verantwortung sind einer Leichtigkeit und einer Entspanntheit gewichen, um die ich sehr dankbar bin! Ich habe so viel gelernt in den letzten Jahren und ich wäre sicher nicht so routiniert und gelassen, wie ich es jetzt bin, wenn ich nicht auch durch Stress und Perfektion gegangen wäre. Ich möchte diese Zeit auf keinen Fall missen, denn ohne sie würde ich meinen Blumengarten heute wahrscheinlich nicht so genießen können. Es fühlt sich ein bisschen an, wie die Kür nach der Pflicht, etwas, das ich mir erarbeitet habe und erst jetzt so richtig genießen kann.

„Es fühlt sich ein bisschen an, wie die Kür nach der Pflicht, etwas, das ich mir erarbeitet habe und erst jetzt so richtig genießen kann.“

Bisher ist es noch ruhig hier...

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