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Tipps

Kleiner Schnittblumengarten: Aussaattips

Wenn man sich glücklich schätzen kann und einen Garten hat, sei es direkt am Haus oder aber einen Schrebergarten, würde ich jedem empfehlen, sich einen kleinen Bereich für einen privaten Schnittblumengarten anzulegen!

Was gibt es schöneres, als am Freitag in den Garten zu gehen und sich einen großen, bunten Strauß für das Wochenende zu schneiden? Die eigenen Blumen auf den Küchentisch zu stellen macht mich jeden Tag glücklich!

„Die eigenen Blumen auf den Küchentisch zu stellen macht mich jeden Tag glücklich!“

Bei uns zu Hause stehen von März bis in den Oktober hinein mittlerweile in jedem Zimmer frische Blumen, selbst im Bad – es ist ein wahrer Luxus! Oder man bindet kleine Sträuße zum verschenken – es gibt kaum ein Mitbringsel, über dass sich jemand mehr freut.

Bunter Strauß für die Küche

Nun gibt es zwei Möglichkeiten: entweder man setzt die Blumen in bestehende Beete hier und da dazwischen. Kleine Grüppchen von fünf bis sechs Blumen. Das sieht hübsch aus, birgt aber auch eben das Problem, dass man nicht mehr so beherzt zuschneiden möchte, da die Beete nach einer Ernte dann natürlich nicht mehr so schön bunt sind, sondern kahle Stellen bekommen.

Und man muss darauf achten, dass man nicht zu viele Einjährige setzt, die dann doch meist größer werden, als man beim Pflanzen denkt und den Stauden im Beet Licht und Platz klauen.

Deswegen würde ich die zweite Möglichkeit empfehlen: ein abgetrennter Bereich nur für Schnittblumen. Wie ein Gemüsebeet, dass auch der Ernte dient. Es soll nicht in erster Linie schön aussehen, sondern funktional sein und die Schönheit ins Haus bringen (aber ich versichere: es sieht trotzdem schön aus!).

„Deswegen würde ich die zweite Möglichkeit empfehlen: ein abgetrennter Bereich nur für Schnittblumen.“

Eine minimale Fläche, so dass jede Woche mindestens ein kleiner Strauß gepflückt werden kann, sollte ca. 3 qm haben. Diese Fläche wird praktisch gestaltet, also kein geschwungenes Beet und hübsche Wege, sondern rechtwinklig und gerade. Denn hier sollte die Erde, wenn möglich mit einer Lochfolie abgedeckt werden (siehe diesen Artikel) und am besten auch ein kleiner Tunnel aufgestellt werden. Und nun zur Planung!

Wie viele Sorten?

Das hängt wiederum von der Fläche ab: pro Sorte würde ich mindesten einen halben Quadratmeter einplanen, bei 3 qm also sechs Sorten. Bei mehr Fläche entsprechend mehr.

Welche Sorten?

Es gibt drei große Kategorien von Einjährigen Blumen:

– OHW (One Hit Wonder), diese Blumen entwickeln einen Stiel, werden geschnitten und sind damit erledigt. Dazu gehören z.B. Sonnenblumen, Levkojen, Cress, Schleierkraut oder Hasenohr. Diese Sorten sind mit viel Aufwand verbunden, da sie eben nur für genau einen Schnitt produzieren und man quasi permanent nachsäen muss, am besten alle drei Wochen. Das bedeutet natürlich, man braucht einen Anzuchtplatz, an dem diese folgenden OHW wachsen dürfen, bevor sie ins Beet anstelle der alten gepflanzt werden. Dieses Timing ist tatsächlich eine hohe Kunst und braucht ein wenig Erfahrung. Für diese Sorten braucht man hingegen auch etwas weniger Platz, da reicht ein halber Quadratmeter völlig.

MP (Medium Producer), also Blumen, die nach dem Schnitt weitere Stiele entwickelt, vielleicht so drei bis fünf. Dazu gehören z.B. Phlox, Jungfer im Grünen, Monarda, Rittersporn, Ringelblumen, Ammi und Honeworth. Diese werden optimaler Weise alle vier bis sechs Wochen erneut ausgesät.

– CC (Cut and come again), die schönste Kategorie! Denn je mehr Stiele du schneidest, um so mehr werden diese CC Blüten produzieren. Zu ihnen gehören z. B. Zinnien, Cosmos, Löwenmäulchen, Islandmohn, Kornblumen und Islandmohn. Hier reicht es völlig aus, einmal neu auszusäen, also zwei Successions zu pflanzen. Ich empfehle da Anfang Juli – dann sollten diese CC bis zum ersten Frost kräftig blühen.

Kornblumen: Cut and Come again

Das hört sich vielleicht alles ein bisschen kompliziert an. Um es etwas praktischer und einfacher zusammen zu fassen, hier nochmal eine Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Grabe im Herbst ein Beet um, füge Kompost hinzu, decke das Beet ab (z.B. mit Laub, Pappe, Zeitung oder Folie)
  2. Zeichne einen maßstabsgetreuen Plan von deinem Beet und überlege, welche Blumen du schneiden möchtest. Denke daran, dass deine Sträuße nachher schön vielfältig und ausgewogen werden.
  3. Bestelle die Menge von Samen, die du brauchst
  4. Beginne Mitte Februar mit der Aussaat der Coolflowers
  5. Beginne Anfang März mit der Aussaat der Sommerblumen
  6. Pflanze die Coolflowers im April ins Beet, füge noch einmal etwas Kompost und Hornspäne dazu, denke bei entsprechenden Sorten an eine Stütze oder Netze und ggf. Schneckenkorn
  7. Pflanze die Sommerblumen nach dem letzten Frost, ca. Anfang Mai, auch ins Beet
  8. Nun heißt es gießen und warten. Mit dem Schnitt der Coolflowers kannst du wahrscheinlich Ende April/ Anfang Mai beginnen
  9. Schaue regelmäßig nach deinem Beet, gieße und schneide verblühtes ab
  10. Deine Blumen solltest du am besten morgens schneiden, dann sind sie schön hydriert und es ist noch kühl. Ich weiß aber auch aus eigener Erfahrung, dass das oft einfach nicht geht – also schneide, wann es passt, entferne alle unteren Blätter und achte darauf, dass die Blumen sofort in sauberes Wasser kommen.

Jetzt steht einem bunt blühenden Schnittblumenbeet nichts mehr im Weg!

2 Comments

  • Reply
    Anna
    22. Februar 2019 at 14:02

    Hab seit zwei Jahren einen immer ein. bisschen größer werdenden Schnittblumengarten und schon so Einiges ausprobiert… In diesem Jahr werd ich versuchen, einjährige Buschnelken zu ziehen – und darauf bauen, daß meine ganzen im letzten Jahr geernteten Samen auch wieder aufgehen werden (natürlich im Haus).
    Ein Thema, das mich nach wie vor unendlich reizt ist die Sache mit dem Mohn (Iceland poppies, Islandmohn und die üblichen vielen kleinblütigen Varianten)! Sag mal, hast du schon Erfahrungen in Sachen Schneiden und haltbar Machen gesammelt? Die Geschichte mit ‚flammen‘ hab ich zwar im letzten Jahr getestet. Da ich aber nicht überzeugt dahinter stand, ist es natürlich nicht gelungen. Dennoch – grad geht die Poppies-Saison hier zu Ende – lässt mich die Sache nicht ruhen! Schreib einfach, du hast eine Lösung gefunden…
    Lieben Dank – Deine Seite ist wunderbar – freu mich sehr, nicht mehr alles aus dem Englischen übersetzen zu müssen (s ging zwar, aber mühsam ist es schon ein bisschen)
    Grüße aus dem Chiemgau, Anna

    • Reply
      Katharina
      22. Februar 2019 at 21:41

      Liebe Anna, wie schön, dass du deine Schnittblumen selber anbaust! Ich habe bisher mit zwei Sorten Islandmohn meine Erfahrung gesammelt: eine ganz normale Mischung, wie man sie überall bekommt und „Champagner Bubbles“. Da merkt man einen deutlichen Unterschied, was die Haltbarkeit und auch das Aussehen angeht: Chapagner Bubbles haben viel dickere Stiele und größere Blüten und halten ca. 5 bis 7 Tage in der Vase. Der normale Islandmohn hat dagegen sehr dünne Stiele und hät nur etwa 3 bis 4 Tage. Flämmen hat bei mir keinen Unterschied gemacht. Nur der Schnittzeitpunkt ist sehr wichtig: Schneiden, bevor sie von Bienen bestäubt werden, am besten sehr früh morgens, gleich nach dem Aufblühen. Dieses Jahr säe ich nur zwei Sorten aus: wieder Champagner Bubbles und dazu noch Colibris. Das ist dieser riesige Mohn, den man auch in ausgewählten Blumenläden für viel Geld kaufen kann. Ich habe ihn in Italien bestellt. Bisher keimt er so mittelmäßig und wächst langsam, wie alle Islandmohnsorten. Blühen sollte er Ende Mai. Ich schreibe dann auf jeden Fall meine Erfahrungen hier im Blog auf. Dir ganz viel Spaß mit deinem Blumengarten! Viele Grüße, Katharina

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