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Was ich in 2021 gelernt habe

Mein fünftes Jahr im Blumengarten ist vorüber und auch in diesem Jahr habe ich wieder viel gelernt!

So viel weiß ich mittlerweile: jedes Jahr ist anders… Mal ist es besonders trocken, es gibt Stürme oder Hitze, der letzte Sommer war ungewöhnlich nass, es hat super viel geregnet – ich musste tatsächlich nur einmal (!) im Frühling gießen.

Damit zusammen hängen häufig spezielle Schädlinge. Diesmal waren es die Horden von Nacktschnecken und ich durfte das erste Mal den Rapsglanzkäfer kennen lernen, was kein besonderes Vergnügen war – er hat nämlich ALLE meine hunderte von Löwenmäulchen zerstörrt. Unten dazu mehr.

Davon abhängig ist dann natürlich, welche Blumen besonders gut funktionieren und welchen es wiederum nicht so gut gefällt. Meine blühenden Büsche wie Jasmin, Flieder und Schneeball haben sich bei dem vielen Regen pudelwohl gefühlt und sind so viel gewachsen, wie in den vier Jahren davor zusammen. Die Dahlien hingegen sind teilweise etwas kleiner geblieben und haben nicht ganz so üppig geblüht.

Da ich mir wie immer fleißig Notizen gemacht habe, möchte ich nun meine Learnings aus 2021 hier für euch zusammen fassen. Vielleicht helfen sie euch ja auch ein bisschen!

Stauden in Gruppen pflanzen

Herrje, ich fühle mich regelmäßig aufs Neue wie ein absoluter Anfänger. In jedem Gartenratgeber steht bei der Beetgestaltung, man solle von einer Staudensorte mehrere zusammen pflanzen. Und was tue ich aus Gewohnheit? Hier einen Fingerhut, dort einen Storchenschnabel und dazwischen noch eine Lupine… Das sieht am Ende leider nicht abwechslungsreich, sondern nur total unruhig aus. Ich habe es mir dick und rot in mein Tagebuch geschrieben: Stauden in Gruppen pflanzen! Also am besten gleich zu viert oder fünft. Das ergibt schon im ersten Jahr, wenn die Stauden noch kleiner sind ein ruhigeres Bild und sobald sie richtig groß werden, kann man sie einfach teilen.

Vorgezogenes abhärten

Und wieder: die absolute Anfängerin lässt grüßen… Da es vorm Auspflanzen sehr sonnig war, bin ich dem Trugschluss aufgesessen, ich müsste meine Didiscus-Setzlinge ja nicht mehr abhärten. Falsch gedacht: sie hatten so einen starken Sonnenbrand, dass über die Hälfte danach eingegangen ist. Also: entweder nur bei richtig schlechtem Wetter auspflanzen (wichtig ist dann, das es die kommenden Tage auch bedeckt ist) oder aber die kleinen Pflänzchen zunächst in den Schatten, dann in den Halbschatten stellen und danach erst in die Sonne pflanzen!

Keine Direktsaat mit Sonnenblumen

Das ist natürlich sehr gartenabhängig, aber als ich kurz nach der Aussaat meiner wunderschönen Sonnenblumensorten wieder in den Garten kam, fand ich nur ein völlig aufgewühltes Beet vor, hier und da leergeknabberte Samen… Die Vögel fanden die Samen so lecker, dass sie jedes Korn heraus pickten und aufknabberten. Für mich also die Erkenntnis: entweder die Saat schützen, zb mit einem leichten Vlies oder Netz oder aber in Töpfe aussäen, geschützt stellen und erst später auspflanzen.

Orlaya bringt Unruhe

Meine geliebte Orlaya oder auch Schlossblume oder Strahlenbreitsame genannt, versamt sich dankenswerter Weise super fleißig im Garten. Sie ist eine sehr frostharte Coolflower und wandert durch die Beete. Ich setze sie dann im Frühling an die Stellen, wo ich sie gern hätte.
Im letzten Jahr dachte ich eine Kombination mit rosanen David-Austin-Rosen und Kornblumen wäre schön. Allerdings stellte sich zum einen heraus, das Orlaya früher blüht, als die Rosen und zum anderen sah das auch sehr unruhig aus. Orlaya hat keinen schönen Wuchs, aber eine hübsche Blüte.
Sie gehört in den mittleren oder auch je nach Höhe der Nachbarpflanzen hinteren Teil eines Beetes. Dazu ist es wichtig sie nur in kleineren Gruppen zu pflanzen, sonst wird es zu unruhig. Ich versuche es im nächsten Jahr mit ca. drei bis vier Pflanzen pro Ort und kombiniere sie mit Pfingstrosen und Fingerhut (siehe unten).

Sommerblumen lange vortreiben

Vorgezogene Sommerblumen, wie Cosmea, Zinnien, Sonnenblumen oder Didiscus ruhig bis Ende Juni in Töpfen wachsen lassen, bis sie wirklich groß und kräftig sind (bei einer Anzucht Anfang April).

Mein Problem im letzten Jahr: die kleinen Pflänzchen, die ich Mitte Mai nach den Eisheiligen zwischen Stauden, Rosen und Büsche setzte, konnten dem Druck der Nachbarpflanzen nicht stand halten. Die gaben nämlich so Gas im Mai, das viele meiner sorgsam vorgezogenen Blumen erdrückt wurden und verschwanden oder von Schnecken weggeknabbert wurden. Ich werde sie im kommenden Jahr also doch noch einmal größer umtopfen, bevor ich sie einpflanze. Das ist natürlich viel Arbeit, aber sie lohnt sich, denke ich.

Pfingstrosen + Fingerhut + Orlaya

Meine neue Lieblingskombination! Ich habe dieses Jahr wieder zehn neue Pfingstrosen gepflanzt – obwohl sie nur einmal im Jahr für ca. zwei Wochen blühen, sind sie einfach wunderschön. Zudem habe ich durch meinen neuen Trick auch noch viel länger was davon.

Genau zur gleichen Zeit mit den Pfingstrosen blühen die Stauden Frauenmantel, Katzenminze und Storchenschnabel. Die passen gut in den Vordergrund. Im Hintergrund ist Fingerhut als Staude super schön. Bei rosanen Pfingstrosen am besten weißen Fingerhut wählen, bei weißen Pfingstrosen eine rosane Sorte. Da ich immer gern noch Einjährige zwischen pflanze, um das Blühfenster zu verlängern, wähle ich im nächsten Jahr Orlaya. Die blüht nämlich nach Selbstaussaat genau gleichzeitig und bildet mit ihren filigranen Blüten einen tollen Kontrast.

Und wo ich gerade bei Pfingstrosen bin: noch mehr davon nach dem Schnitt in den Kühlschrank legen, und sie Strauß für Strauß noch sechs Wochen später in die Vase stellen. Wie das geht, hier.

Rosen + Phlox + Mohn

Meine zweite neue Lieblingskombination! Ich habe viele verschiedene Rosen in den letzten Jahren gepflanzt und da sie noch nicht ihre volle Größe erreicht haben, unterpflanze ich sie gern mit Einjährigen. Wenn die Rosen dann irgendwann so groß sind, dass sich die Lücken zwischen ihnen automatisch schließen, brauche ich keine Einjährigen mehr zum Füllen.

Super schön finde ich dabei Mohn und einjährigen Phlox. Zum einen, weil sie genau gleichzeitig mit den Rosen blühen, dafür habe ich sie Anfang März ausgesät. Zum anderen, weil es sie in sehr vielen schönen Farben gibt. Bei Phlox habe ich die Sorten “Albus” in weiß, “Blushing Bride” in hellrosa, “Sugar Stars” in leichtem Blau und “Cherry Caramel” in Lila-Beige. Phlox blüht, nur einmal ausgesät das ganze Jahr hindurch bis in den Herbst, ist schneckenfest und hält ewig in der Vase!

Bei Mohn sind meine Favoriten “Pandora” in Bordeaux-Lila, “Mother Of Pearl” in Bonbonfarben und “Falling in Love” in Rot-Weiß-Rosa.

Soweit meine Learnings aus dem letzten Jahr. Da mein Kopf häufig ein Sieb ist, lese ich mir jeden Winter auch meine älteren Gartentagebücher wieder durch. Sonst kann es passieren, dass die die Fehler aus den Jahren zuvor dann noch einmal wiederhole…

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8 Kommentare

  • Antworten
    Andrea Pesch
    31. Januar 2022 at 20:00

    Das war wieder sehr interessant. Danke fürs Teilen Deiner Erfahrungen.

  • Antworten
    Jul
    1. Februar 2022 at 8:44

    Hallo, hast du phlox und mohn vorgezogen oder direkt ins Beet gesät? Tolle Kombination mit dem Rosen, das übernehme ich mal, danke!

    • Antworten
      Katharina | Aus dem Garten
      4. Februar 2022 at 16:26

      Hallo,
      ich ziehe beides vor. Ich säe nur Sonnenblumen im Mai direkt und sehr harte Coolflowers im herbst.
      Es ist wirklich eine sehr schöne Kombi 🙂
      LIebe Grüße

  • Antworten
    Adrian
    1. Februar 2022 at 15:56

    Danke auch von mir für die Erfahrungen. Wir fangen in diesem Jahr erst so richtig an und können Deine Erfahrungen nun super einbauen. 🙂

  • Antworten
    Michaela
    10. März 2022 at 9:16

    Liebe Katharina,

    Ziehst du Mohn vor? Ich hatte im letzten Jahr das Gefühl, dass sich das nicht lohnt??? Aber ich finde ihn so schön und habe mir vorgenommen, das mit den Gruppen dieses Jahr auch stärker zu beherzigen!!!

    Will dieses Jahr Pfingstrosen neu pflanzen und dazu Dahlien (Tipp von dir), Katzenminze und als einjährige Buntschopfsalbei. Was meinst du?

    LG! Michaela

    • Antworten
      Katharina | Aus dem Garten
      11. März 2022 at 14:47

      Liebe Michaela,
      ja, ich ziehe Mohn vor. Eine Direktsaat funktioniert bei mir wegen der Schnecken leider überhaupt nicht.
      Katzenminze ist toll, Buntschopfsalbei fand ich als Schnittblume nicht so geeignet, schwierig zu schneiden. Aber als Kombination im Beet bestimmt auch ganz hübsch. Ist sich von der Form her recht ähnlich, aber mit Dahlien und Pfingsrosen sicher gut.

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