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Allgemein Tipps

Was ich in 2018 gelernt habe

Eine meiner Lieblingsbeschäftigungen im Winter ist es, meine dicken Gartentagebücher vom vergangenen Jahr durch zu lesen. Ich schreibe tatsächlich fast täglich hinein und so ausführlich wie möglich, weil ich weiß, dass ich das alles vergessen werde, so sehr ich mich später auch versuche zu erinnern. Ich drehe mich einmal um und zack – vergessen.

Und so freue ich mich, wenn ich lese „Beinwell hält überhaupt nicht nach dem Schnitt, nicht anbauen, Platzverschwendung!“, „Hasenohr schneiden, wenn ganz offen, pinzieren nicht vergessen…“ oder „Zwei Tage nicht im Garten gewesen und nun ist alles explodiert – der Frühling ist voll da! (22.5.).“ Das hilft mir einfach ungemein für meine Planung des nächsten Jahres.

„Ich schreibe tatsächlich fast täglich hinein und so ausführlich wie möglich“

In diesem Artikel möchte ich meine Erfahrungen aus dem Blumengarten 2018 mit euch teilen: was möchte ich wieder so machen, was hat gar nicht funktioniert und was ist einen Versuch wert?

  • Ganz grundsätzlich mal zuerst: ich bin total froh, dass ich so klein begonnen habe (mit 100qm reiner Beetfläche in einem 450qm großen Garten) und mich nicht von meiner Begeisterung für das Flower Farming in den Größenwahn hab stürzen lassen. Es war ja so schon zu viel, durch den Verkauf. Deswegen auch mein Tipp wenn du Blumen anbauen möchtest: starte lieber klein und lass dir Raum zum Ausprobieren!
  • Jede Notiz ist wichtig, man kann gar nicht genug aufschreiben! Toll auch immer die Blühzeiträume der einzelnen Sorten fest zu halten.
  • Viel verkaufen macht mich nicht glücklich, ich möchte gärtnern und ausprobieren. Ich möchte meine Zeit nicht mit Marketing, schneiden, binden und verkaufen verbringen, sondern im Garten sein, zupfen, rupfen, säen ohne den Blick auf die Uhr und Stress.
  • Jedes Jahr ist anders! Verlasse dich nicht darauf, dass das Nächste auch so feucht/trocken, warm/kalt wird, es späten Frost gibt oder dein Flieder kaum blüht – nächstes Jahr ist es vielleicht genau anders herum. Sei flexibel und habe alle Eventualitäten im Hinterkopf.
  • Unbedingt mehr blühende Sträucher, Stauden und Rosen pflanzen! Ich bereue, dass ich das nicht gleich gemacht habe, als ich den Garten übernommen habe. Dann würde der kleine Jasmin, den ich erst letzten Herbst gepflanzt habe nun schon groß sein und prächtig blühen.
  • Es hat mich gestört, dass die langen, quadratischen Beete mit Folie und Tunnel in meinem Garten so unpraktisch waren und auch nicht schön aussahen. Ich trenne nun in diesem Jahr meinen Blumengarten mit geschwungenen Beeten, Wiese, Apfelbäumen und Sitzplätzen noch mehr von meinem Anbau-Garten. Dort gibt es fünf große praktische lange Beete mit Lochfolie, Tunnel, Netzen und auch Folie in den Wegen, was nicht schön aussieht aber die Arbeit extrem vereinfacht. In meinem Blumengarten gibt es nun nur noch zwei von diesen Beeten, statt wie im letzten Jahr fünf. So ist das Praktische und Effiziente noch mehr vom Schönen und Romantischem getrennt.
  • Cool Flowers im Herbst aussäen! Ich habe das zwar schon ein bisschen gemacht, aber immer noch viel zu wenig! Der August soll ab diesem Jahr zu meiner Hauptaussaatzeit werden. Denn diese Cool Flowers blühen dann bereits ab April und Mai und genau das ist die Zeit, wo ich Blumen so liebe und gar nicht genug von ihnen bekommen kann.
  • Pflanznetze unbedingt über die Skabiosen spannen, sonst fallen sie um und wachsen krumm und schief
  • Wicken brauchen viel Platz nach oben, das Gerüst sollte auf jeden Fall zwei Meter Höhe haben
  • Keimausfälle einplanen! Es ist so schade, wenn man plant und genau abgezählt aussät und dann keimt und wächst nur die Hälfte. Lieber mehr aussäen und wenn es doch zu viele sind, einfach die Setzlinge verschenken
  • Ich bin sehr sehr froh, dass ich meine Beete im Anbaugarten schon im Herbst komplett vorbereitet habe: gesäubert, Kompost aufgelegt, Folien wieder drüber gesteckt. So kann ich jetzt, wenn es wärmer wird, direkt anfangen, sie zu bepflanzen.
  • Folientunnel immer öffnen, sobald die Sonne scheint, sonst wird es viel zu warm und die zarten Pflänzchen bruzzeln vor sich hin, so wie meine Löwenmäulchen…
  • Blumen können nicht nur viel enger gesetzt werden, als empfohlen, sondern auch zu zweit in ein Loch.
  • Schnecken lieben Schleierkraut und Phlox, den Mohn lassen sie überraschenderweise in Ruhe
  • Im April sind blühende Sträucher wunderschön: Quitte, Blutpflaume, Pfirsich, Zierkirsche, Flieder und Schneeball
  • Jede Dahlie mit einem kleinen Schild markieren, sobald sie verblüht sind, hat man sonst vergessen, welche Sorte es war
  • Mit Kompost mulchen! Viel weniger Unkräuter, sieht sehr schön und natürlich aus und schont und schützt zudem das gesamte Bodenleben
  • Levkoje „Apricot“ ist traumhaft schön und duftet so intensiv, unbedingt mehr von pflanzen!
  • Durch das Pinzieren kann man den Blühzeitraum staffeln: wenn man die Hälfte der Blumen einer Sorte pinziert, blüht diese etwas später, davor kräftiger, als die nicht pinzierte, die früher blüht
  • Ich wünsche mir großblumige Stauden wie Phlox, Pfingstrosen, Lupinen und Hortensien
  • Und mir fehlen Füller, ich möchte viel Apfelminze neu anpflanzen, die ist so hübsch, hellgrün und samtig und hält ewig
  • Hasenohr ist der perfekte Füller: ganz oft aussäen!
  • Strohblumen unbedingt pinzieren, sonst bekommt man einen dicken Besenstiel…
  • Einjährigen Rittersporn kann man sehr eng setzen (ca. 10cm)
  • Ich wünsche mir Lavendel!
  • Ringeblume „Red Buff“ hat eine ungewöhnliche, tolle Farbe! Nicht so groß, keine so langen Stiele wie „Princess Ivory“, aber sehr schön, unbedingt wieder
  • Ich lerne Zinnien lieben! Sie haben eine tolle Form für Sträuße und die Sorten „Benary`s Giant Apricot“ und „White“ sind sehr hübsch
  • Chinesisches Vergissmeinnicht hat zwar recht kurze Stiele, aber ein unvergleichliches dunkles, leuchtendes Blau!
  • Strandflieder in reinem Weiß ist traumhaft für Sträuße und hält ewig
  • Stetig weiter aussäen, lieber zu viel, als zu wenig, gerade im Juli ist schon viel verblüht und dann ist es super, vorgezogene Blumen in die leeren Beete zu pflanzen
  • Atriplex „Plume“ hat eine tolle Farbe, bordeauxrot, toller Füller, unbedingt pinzieren.
  • Ich möchte meinen Balkon endlich wieder schön machen und ihm im nächsten Sommer mehr Zeit und Aufmerksamkeit widmen
  • Ich habe zu viele knallige Farben im Garten, viel Pink und Rottöne, oft schwierig zum kombinieren, mir fehlen sanftere Farben, vor allem ganz viel Weiß!
  • Sedum ist toll als Füller im Spätsommer, vor allem im noch geschlossenen Zustand, ein schönes Grün im Strauß
  • Blumensamen die sehr einfach zu nehmen sind: Rittersporn, Ringelblumen, Kapuzinerkresse, Mohn und Wicken
  • Löwenmäulchen blühen auch noch nach den ersten Frösten bis Ende November

Ich hoffe, meine Erfahrungen aus dem Jahr 2018 helfen euch ein bisschen. Nun freue ich mich schon auf alle Erlebnisse, Experimente, Freuden, Fehler, Erfolge und Lehren des kommenden Blumensommers.

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