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Allgemein Durch das Jahr

September 2020

In diesem Monat freue ich mich besonders über zwei Dinge: zum einen gelingt es mir immer besser, dass der Blumengarten das ganze Jahr über schön aussieht. Dieses „lückenlose Durchblühen“ ist viel schwerer, als ich es mir am Anfang vorgestellt hatte. In den Gartenzeitschriften sah es immer so leicht aus: man konnte die Skizze der Beetplanung einfach „nachgärtlern“ und schwupps hat man wunderschöne blühende Beete. Ich habe das oft versucht, habe Kombinationen nachgepflanzt, genau die gleichen Stauden bestellt und die Enttäuschung im nächsten Jahr war oft recht groß. Denn manche Stauden blühten kümmerlich (z.B. die gefüllte Margarite), wodurch große Lücken entstanden waren und andere schafften es erst gar nicht durch den Winter (z.B. der Rittersporn). Wieder andere, fühlten sich pudelwohl und nahmen schnell das halbe Beet in Anspruch (z.B. Goldrute, Herbstaster oder Fetthenne). Das gelingt mir mittlerweile recht gut, weil ich viel ausprobiere, beobachte und mir Notizen mache. Mehr zur guten Beetplanung hier.

Dazu tragen natürlich auch die Dahlien bei, die den ganzen September über kräftig blühen und mir jede Woche viele Sträuße für die Wohnung und Freunde schenken. Auch da mache ich mir wieder viele Notizen, oft auch direkt auf kleine Etiketten, die ich unten um die Dahlienstiele binde. Dann kann ich die Knollen später nicht verwechseln. Jede Dahlie in meinem Garten bekommt über den Sommer so ein Etikett und ich freue mich riesig im Frühling erneuten einbuddeln, wenn ich gleich weiß, wer gut mit wem zusammen passt.

Zum anderen freue ich mich besonders über die vielen Samen, die nun reifen und auch, dass ich mittlerweile sowohl die Samenstände erkenne, als auch die Sämlinge, die überall sprießen. Ich weiß ganz genau, was ein Mini-Rittersporn, eine Kornblume, eine Orlaya oder nur „Unkraut“ ist. So sehe ich die Schätze, die gerade überall zu Haus sprießen, da ich niemals alle Blumen schneide, sondern immer eben einige Exemplare stehen lasse, damit sie ihre Kinder in die Welt lassen können.

Manche sind dabei ganz großzügig, vor allem Rittersporn, Skabiosen, Chinesisches Vergissmeinnicht, Rudbeckia, Goldlack und Jungfer im Grünen säen sich rasant aus und ich muss wohl in diesem Leben kein Saatgut mehr bestellen. Natürlich sind die Blumen dann nicht mehr nach Farben sortiert, so wie ich es beim Kauf und Vorziehen beeinflussen kann, aber das nehme ich gern in Kauf. Denn so spare ich nicht nur sehr viel Zeit und auch Geld, sondern die Blumen zeigen mir, dass sie sich wohl fühlen und geben diese Information an ihren kräftigen Nachwuchs weiter.

Einige Setzlinge pflanze ich um, da sie sich viel zu dicht ausgesät haben oder ich einen anderen Standort ausprobieren möchte. So setze ich die dutzenden Chinesischen Vergissmeinnicht als dichtes Band um das Rosenbeet, so dass ich mir für den Frühling eine leuchtend blaue kleine Hecke erhoffe. In deren Mitte, zwischen die noch jungen Rosen setze ich Orlaya, die vom Wuchs her nicht so hübsch ist, aber sehr romantische, reinweiße Blütenbälle ausbildet. So wird das Laub im Sommer von den Rosen verdeckt und die Lücken zwischen den noch etwas kleinen Büschen schließen die dichten Blüten. Ich bin gespannt auf der Plan aufgeht!

Auch Kornblumen setze ich um, damit nicht an einer Stelle hunderte wachsen, sondern im ganzen Garten größere Grüppchen von sechs oder sieben Pflanzen, so bilden sie hübsche Büsche.

Besonders freue ich mich über Glockenblumen und Fingerhut. Die haben nämlich erst letztes Jahr in meinen Garten Einzug erhalten und versamen sich zwar etwas zurückhaltend, aber doch so, dass ich sie nicht mehr neu aussäen muss – jippieh! Der Fingerhut war in diesem Jahr auch noch recht mickrig und ich hoffe, dass er nun durch die Selbstausaat schön kräftig wächst.

Dahlien „Alfred C. Lorenzen“ und „Otto`s Thrill“

Achillea und Bartnelken sind schon fast invasiv. Die beiden Stauden verbreiten sich über Wurzelausläufer und über Samen. Sie bilden oft schnell ein dichtes, faseriges Wurzelwerk und dämmen damit das Wachstum ihrer Nachbarn ein. Deswegen achte ich darauf, dass sie sich nicht zu stark ausbreiten, teile sie früh und verpflanze sie gern an Stellen, wo sonst nicht gern was wächst, z.B. unter Bäume oder an Heckenränder. Sie kommen auch gut längere Zeit ohne Wasser aus. Deswegen passen sie perfekt in meine „Trockenbeet“, dass ich einfach niemals gieße und schaue, wer damit zurecht kommt.

Ich sammle auch viele Samen, trockne sie und verpacke sie in Tütchen zum Verschenken oder säe sie in Multitopfplatten aus. Diese Platten stelle ich dann einfach unter die Apfelbäume, schaue, dass sie nicht austrocknen und verplanze die Sämlinge, sobald sie kräftig genug sind. Löwenmäulchen und Wicken kommen dabei für den Winter ins Hochbeet und werden mit Vlies abgedeckt. Sie brauchen ein wenig Schutz, sonst sind sie bei mir oft irgendwann einfach verschwunden.

Ende September überraschen mich dann mal wieder die Chrysanthmen mit ihrer Schönheit – und hey, einige der diversen Stecklinge haben tatsächlich überlebt! Das werde ich nächstes Jahr nochmal aufs Neue versuchen. Leider habe ich durch meine Vermehrungs-Versuche die Weiße Sorte verloren. Nun habe ich noch Rosa und Orange.

Und mir ist ein totaler Anfängerfehler unterlaufen: ich habe mein zweites Dahlienbeet nicht vernünftig gestützt. Irgendwie dachte ich im Frühling, ach habe ich jetzt keine Zeit zu, klappt schon so – und es klappt natürlich nicht. DIe Dahlien kippen um, brechen ab und bilden einen dicken unübersichtlichen Jungel. Ich ärgere mich sehr über mich und schreibe mir das auch dick und fett in mein Notizbuch.

Anfang September habe ich alle Ranunkeln und Anemonen in Anzuchterde gelegt und sie keimen schon nach zwei Wochen ganz kräftig. Sobald die Dahlien in ihre letzten Runden gehen, buddel ich diese aus und setze die Ranunkeln an ihre Stelle. Ich habe sonst einfach zu wenig Platz und das große Beet in der Gartenmitte hat eine super Erde. Die Dahlien kommen dann erst Mitte Mai in den Boden, was auch völlig ausreichend ist.

 

Bisher ist es noch ruhig hier...

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