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Tipps

Haarkranz binden

Blumen im Haar – das hat immer etwas romantisches, verspieltes, jugendliches. Je nach Blumen und Bindung ist von hippiemäßig-locker bis hin zu einem üppigen Oktoberfestkranz alles möglich.

Ich fand Blumenkränze schon immer schön, habe mich nur lange nicht dran getraut. Oder irgendwie hat sich die Gelegenheit nicht ergeben. Bis ich eines Nachmittags einer Freundin, die am anderen Tag heiraten wollte, ihren Brautstrauß brachte.

„Je nach Blumen und Bindung ist von hippiemäßig-locker bis hin zu einem üppigen Oktoberfestkranz alles möglich.“

Sie bat mich, ein paar Blüten mitzubringen, sie wolle noch einen Haarkranz für ihre kleine Tochter binden. Und da ich Zeit hatte setzte ich mich dazu und fing einfach auch an, zu binden. Ohne Plan und Ziel – es wurde ein wunderschöner Kranz, vielleicht sogar mein schönster, und meine Freundin beschloss, diesen auf ihrer Hochzeit zu tragen.

Mein erster gebundener Haarkranz

Und so begann ich mich mit dem Binden zu beschäftigen, ich machte einen Online-Workshop bei Kiana Underwood von Tulipina, schaute mir diverse Tutorials an, Fotos, Posts, Anleitungen und übte und übte. Im Nachhinein wundert es mich, dass mein erster Kranz an diesem Nachmittag so gut hielt – er war nämlich ziemlich stümperhaft gebunden. Anfängerglück!

„Im Nachhinein wundert es mich, dass mein erster Kranz an diesem Nachmittag so gut hielt. Anfängerglück!“

Beim Binden eines Blumenkranzes, ob fein oder üppig, gibt es nämlich einiges zu beachten. Um einen wirklich gut sitzenden, gleichmäßigen Kranz zu binden, der nicht nur schön aussieht, ohne dass man Draht sieht, sondern vor allem auch den ganzen Tag ohne Wasser frisch bleibt und bombenfest hält, damit der Braut nicht irgendwann eine Blume in die Stirn rutscht…

Hier zeige ich euch nun, wie ich meine Kränze binde:

Die Utensilien

  1. Bindedraht: Ich habe Stärke 0.65mm. Bekommt man im gutsortierte, großen Blumenladen, auf dem Großmarkt bei den Zubehörläden oder im Internet. Ich habe dunkelgrün gewählt – da ich den Draht vollständig umwickel ist die Farbe aber eigentlich egal
  2. Floristenband/Floristentape: Das ist dieses grüne, krepppapierartige Band, dass nur klebt, wenn man es dehnt. Also nicht wundern, es ist nicht kaputt, man muss nur etwas dran ziehen, es unter Spannung setzen, dann beginnt es zu haften. Damit umwickle ich den nackten Drahtkranz, um später die Blumen besser festbinden zu können. Außerdem sieht das auch an den Ösen unten für das Haarband schöner aus.
  3. Dünner Bindedraht: Dieser Draht ist sehr fein, 0.35mm. Damit kann man wunderbar die einzelnen Blüten festbinden.
  4. Blumen: Möchtest du den Kranz nur für zwei, drei Stunden, vielleicht nur die Trauung im Standesamt oder schöne Fotos, kannst du jede Blume nehmen, die du schön findest. Soll der Kranz jedoch den ganzen Tag halten, nimm auf jeden Fall Blüten, die eben auch ohne Wasser lange halten, damit du nicht irgendwann einen schlappen, welkigen Kranz auf dem Kopf hast.

Folgende Blumen sind toll:
Nelken, Rittersporn, Schleierkraut, Kamille, Levkojen, Strohblumen, Strandflieder, Kornblumen, Blüten von Rosmarin, Salbei, Minze

Als Grün:
Um den Kranz etwas aufzulockern würde ich in jedem Fall etwas Grün mit einbinden. Je nach Geschmack kannst du viel oder wenig davon verwenden. Ich nehme dabei am liebsten Buchsbaum, Eukalyptus und Lavendel, weil das toll lange hält, unterschiedliche Farbnuancen reinbringt und ich es im Garten habe.

Schleifenband:
Aus Satin, ich nehme 1 Zentimeter breite und schaue farblich, dass das Band zum Kranz passt.

Jetzt geht es los:

  • Als erstes formst du mit dem dicken Draht einen offenen Kreis, orientiere dich dabei an deinem Kopfumfang. Um auf Nummer sicher zu gehen, mache den Kreis so groß, als würde der Draht ganz eng an deinem Kopf sitzen. Da er offen ist und mit Bändern zu gebunden wird hast du später genug Spiel. Lege den Draht mindestens doppelt, ich lege ihn dreifach.
  • Nun formst du an beiden Enden eine Öse. Die Enden des Drahtes legst du flach an den Kreis an, sie verschwinden gleich durch das Umwickeln mit dem Floristentape. Das Tape jetzt komplett um den ganzen Draht wickeln, schön sauber, ohne Wülste und Knicke. Bei den Ösen ist es etwas schwieriger, aber das Tape verzeiht einem vieles – einfach immer schön andrücken.

Jetzt ist die Grundlage fertig!

  • Schneide nun ein langes Stück vom dünnen Draht ab. Lieber zu lang, als zu kurz, ich würde gute 50cm empfehlen. Die Mitte dieses Drahtstücks legst du an die Mitte des Kranzes an und wickelst es dort einmal fest. Nun arbeitest du dich von dieser Mitte aus zu beiden Seiten hinunter.

„Beginne mit Blüten, die dir wichtig sind, denn diese sind später genau über der Stirn und immer zu sehen.“

  • Beginne mit Blüten, die dir wichtig sind, denn diese sind später genau über der Stirn und immer zu sehen. Achte nur darauf, dass die Blüten nicht zu groß sind. Das ist sowieso sehr wichtig! Die Blüten und auch das Grün lieber in kleineren Häppchen anbinden (außer du möchtest die sehr üppige Oktoberfestvariante).
  • Du legst die erste Blüte an und wickelst den dünnen Draht zweimal herum. Nun kommt die nächste Blüte und dann etwas Grün. Es wirkt erstmal sehr nackt und komisch, aber trau dich, mache einfach weiter! Ich binde immer so, dass die Seite, die nach oben zeigt, auch oben ist. Ich achte darauf, dass dort kein Draht durchscheint, dass darf er nur unten/innen.
  • Lass dir Zeit, ein Kranz ist ein kleines Kunstwerk – völlig überflüssige Schönheit! Für mich ist es wie nähen oder zeichnen: eine Handarbeit die Spaß macht.

  • Die letzte Blüte sollte etwa zwei bis drei Zentimeter über der Öse enden. Nun schneide die Stiele ab, wenn dort unten noch welche rausstehen und nimm ein Stück Tape, so 7cm. Umwickle den Draht und Stiel der letzten Blüte, so dass alles schön ineinander übergeht und die Öse unten abschließt.
  • Jetzt machst du mit der anderen Seit genau das gleich. Oben hängt der lange dünne Draht. Ich schaue immer, dass der Kranz einigermaßen symmetrisch wird. Nicht perfekt, aber eben ausgewogen von Farben und Formen, das schafft Harmonie.
  • Halte dir den fertigen Kranz an und schaue in den Spiegel. Nun ist der Zeitpunkt, eventuell auszudünnen, indem du vorsichtig mit einer spitzen Schere doch die ein oder andere Blüte entfernst oder verkleinerst. Oder noch etwas hinzufügst – wobei das gar nicht so einfach ist, da du dafür ein extra Stück feinen Draht benötigst und diesen zum befestigen durch die Blüten nesteln musst…

„Soll der Kranz erst am nächsten Tag oder in mehreren Stunden getragen werden, brauchst du einen großen Zip-Gefrierbeutel und Küchenpapier.“

  • Möchtest du den Kranz nun direkt tragen, fädle durch beide Ösen ein Stück Schleifenband, mache je einen Knoten und schneide es auf die Länge, wie es dir am besten gefällt.
  • Soll der Kranz erst am nächsten Tag oder in mehreren Stunden getragen werden, brauchst du einen großen Zip-Gefrierbeutel und Küchenpapier. Befeuchte das Papier kräftig, lege den Kranz darauf und schiebe beides in den Beutel. Nun legst du den Beutel in deinen Kühlschrank, bis du ihn brauchst. Das Schleifenband binde ich erst, wenn der Kranz aufgesetzt wird, damit es nicht feucht wird.

Wenn du nur Blumen genommen hast, die sich auch zum langfristigen Trocknen eignen (Strohblumen, Strandflieder, Schleierkraut, Eukalyptus u.a.), dann kannst du deinen Kranz nach dem Tragen einfach aufhängen und für die Ewigkeit behalten.

2 Comments

  • Reply
    Julia
    9. Februar 2019 at 20:14

    Der Kranz ist so mega schön! Die Farben sind genau mein Ding. Leider weiß ich keine Idee, wann ich so einen Kranz tragen kann… Aber ich werde es sicher trotzdem einfach mal ausprobieren 🙂 Danke für die Anleitung! LG, Julia

    • Reply
      Katharina
      9. Februar 2019 at 20:17

      Liebe Julia, schön, dass dir der Kranz gefällt. Dann musst du einfach eine Gelegenheit zum Tragen schaffen 🙂 Liebe Grüße, Katharina

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