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Tipps

Ein neues Blumenbeet anlegen – „No-Dig“ mit Vlies oder Pappe

In diesem Artikel geht es darum, aus Rasen, Wiese oder einem wilden Feld ein fruchtbares, unkrautfreies Blumenbeet zu machen ohne umzugraben.

Als ich meinen Garten das erste Mal, war ich sofort hin und weg von seiner Aura. Eine große, wilde Wiese, drei Apfelbläume und ganz viel Licht, Himmel und Horizont. Mitten in der Stadt fühlte ich mich wie auf dem Land, weit weg, nur ich und dieser Garten. Nach der anfänglichen Begeisterung musste ich dann feststellen, dass die große, wilde Wiese durchwachsen von Unkraut war: Quecke, Ackerschachtehalm, Brennessel und (am schlimmsten) Winde…

„Blumenbeete gab es nicht und so begann ich, Rasensonde für Rasensonde mit meinem Spaten abzustechen“

Blumenbeete gab es nicht und so begann ich, Rasensonde für Rasensonde mit meinem Spaten abzustechen, -zuklopfen und -zuheben. Bei über 100qm reiner Beetfläche war das eine Riesenarbeit. Es funktionierte gut, ich sammelte die Unkräuter raus, arbeitete Kompost ein und deckte alles mit meiner Lochfolie ab.

Doch würde ich das heute nie wieder so machen! Erstens war eine riesengroße Zeitverschwendung und zweitens habe ich das intakte Bodenleben meines wilden Gartens unnötig mit meinem Gesteche und Gegrabe total gestört.

Die einfachste, am Ende auch schnellste und vor allem gesündeste Methode ist es, die zukünftige Beetfläche nur abzudecken, um allen unerwünschten Pflanzen das lebensnotwendige Licht zu entziehen. So wird aus Gras und Unkraut wunderbarer Humus, ohne sich groß anzustrengen und das intakte Erdsystem unnötig zu stören.

Hier sollten bald große Blumenbeete entstehen!

Du möchtest Schnittblumen anbauen und hast dafür einen extra Bereich:

  1. die gewünschte Fläche mit einer lichtundurchlässiger Plastikfolie abdecken.
  2. nach ca. drei Wochen die Folie anheben und auf die vereits vergilbten und geschwächten Gräser und Unkräuter ca. 5cm dick Kompost streuen – nicht umgraben!
  3. Nun die Plastikfolie gegen eine Lochfolie/Bändchengewebe tauschen und in diese Löcher Einjährige pflanzen
  4. Am Ende der Saison ist unter dem Bändchengewebe wunderbarer Humus entstanden. Die Folie abnehmen, Kompost ausbringen – nicht umgraben – und wieder bepflanzen, z.B. mit Cool Flowers, Stauden oder einer Gründüngung (z.B. Bienenweide).

Wenn du einen schönen Blumengarten ohne Bändchengewebe haben möchtest:

  1. Decke den Bereich trotzdem für drei Wochen mit einer lichtundurchlässigen Folie ab
  2. Siehe oben bei 2.
  3. Decke den Bereich großzügig mit Pappe ab oder mehreren Lagen Zeitung. Es darf kein Licht mehr an den Boden gelangen.
  4. Streue nun ca. 10 cm dick Kompost auf die Pappe-/Zeitungsschicht.
  5. Steche nun Löcher durch die Kompost- und Pappschicht und pflanze hier deine Stauden, Sträucher hinein. Bei Einjährigen brauchst du keine Löcher stechen.
  6. Im nächsten Frühjahr musst du die Papier-Schicht erneuern und auch wieder Kompost ausbringen.

Ob Folie, Pappe, Teppich – alles ist erlaubt!

Die Erde mit all ihren Organsimen ist unser wichtigster Helfer und die Basis all unseren Tuns. Wir sollten sie kennen, respektieren, schützen und ihr helfen. Deswegen ist es so wichtig, sie nicht in ihrer eigenen Ordnung zu (zer-)stören, sondern sie behutsam in ihrem verästelten System unterstützen.

„Und das weitere ganz einfache Argument für diese Methode aus Wiese Blumenerde zu machen: viel weniger Arbeit, Schweiß und Tränen – ich weiß, wovon ich spreche!“

5 Comments

  • Reply
    Susanne Kruse
    28. Februar 2019 at 12:55

    Hallo Katharina, ich hab jetzt seit bestimmt 1 Jahr ein Beet, das voll mit der bösen und gemeinen Ackerwinde ist, mit Folie und Mulch abgedeckt. Trotzdem wächst die Ackerwinde ab und an heraus! Meine Sorge ist jetzt, dass, wenn ich Löcher aussteche und Blumen pflanze, auch die Winde wieder offiziell durchkommen kann. Was für Erfahrungen hast du damit gemacht? Liebe Grüße, Susanne

    • Reply
      Katharina
      28. Februar 2019 at 13:41

      Liebe Susanne, die Ackerwinde war auch in meinen Beeten sehr verbreitet und ist es im Rasen nach wie vor. Bei mir hat es tatsächlich geholfen, jedes kleine Stückchen, dass sich dann doch einen Weg nach oben bahnt, sofort herauszuziehen. Denn auch die Winde als Wurzelunkraut benötigt Licht zum Überleben. Wenn man ihr das konsequent raubt, stirbt sie irgendwann ab. Das ist meine Erfahrung und ich habe tatsächlich keine Winde mehr in meinen Beeten… Liebe Grüße und ganz viel Erfolg!

  • Reply
    Katarina
    19. März 2021 at 5:42

    Da ist er ja, der perfekte Beitrag für meinen Start als Blumenbäuerin!! 😍😍
    DANKE!

  • Reply
    Linda Asgodom
    5. Juni 2021 at 2:59

    Hallo Katharina,
    ich lese mich gerade fleißig durch deinen Blog und möchte für die vielen tollen Tipps danken! Ich lebe zwar in Neuseeland, aber natürlich hilft es mir trotzdem sehr viel!
    Ich habe eine Frage: Ich möchte nun mein erstes Beet für Schnittblumen anlegen, auf einer mit Unkraut (Kikuyu Gras, teufelszeug) durchwachsenen Wiese. Hier ist gerade winteranfang, daher frage ich mich ob deine empfohlene Methode so zu übernehmen ist, da ja nach den drei wochen mit Folie abdecken immer noch mitten im Winter ist. soll ich dann trotzdem direkt in den Kompost ein paar hardy annuals säen wie in deinem „winteraussaat“ artikel beschrieben, oder doch vllt lieber erstmal nochmal mulch draufhauen und sich alles zersetzen lassen und später einpflanzen… warm wirds hier wieder so ab september, wobei es hardiness zone 8 ist, also nie mega kalt.

    LG Linda

    • Reply
      Katharina
      5. Juni 2021 at 14:45

      Liebe Linda, wow, eine Leserin aus Neuseeland, wie toll! Ich würde die Folie den gesamten Winter auf der Fläche lassen (sie sollte wasser- und luftdurchlässig sein, sonst schimmelt es) und dann erst in eurem Frühling beginnen, die Folie abzunehmen, die Fläche mit Pappe zu bedecken und mit Kompost oben drauf zu schichten. Dann solltest du ein wunderbares, „Beikraut“-freies Beet haben. Wobei ich mich mit Kiyuku Gras natürlich nicht auskenne – aber mit Brennesseln, Winde und Ackerschachtelhalm funktioniert es 🙂
      Liebe Grüße nach Down-Under,
      Katharina

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