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Durch das Jahr

September 2018

Der Sommer will einfach nicht enden und so stehe ich mal wieder allabendlich im Garten und gieße. Mittlerweile schaffe ich es, dass Gießen nicht mehr als „Zeitklauer“ zu empfinden, als nervige, langwierige Prozession, sondern die Zeit zu nutzen, meinen Garten zu beobachten, die Abendstimmung zu genießen und alles auf mich wirken zu lassen.

Gießen, gießen, gießen

Und auch wenn Sonne und Wärme noch nicht weichen möchten beginnen die Herbstvorbereitungen: ich ziehe viel Verblühtes heraus, wie meine Löwenmäulchen, um neuen Platz in den Beeten für Coolflowers zu schaffen.

Diese Jahr habe ich verschiedene Nelken, Orlaya, Kornblumen, Glockenblumen und Ammi ausgesät, die ohne Schutz überwintern sollen – mal gucken, ob das klappt!

„August im September.“

Zwei meiner einjährigen Beete gestalte ich zu Staudenbeeten um. Um Freude und Spaß am Gärtnern und Blumenanbauen nicht zu verlieren, möchte ich meinen Garten noch entspannter gestalten.

Und Stauden machen einfach viel weniger Arbeit, als einjährige Blumen: kein Aussäen, Vorziehen, Umpflanzen, keine Folie, keine Netze, weniger gießen. Natürlich brauche ich die Einjährigen (und liebe sie!), da sie unermüdlich hunderte von Knospen ausbilden, aber Stauden haben eben auch den großen Vorteil, dass sie oft größere, kräftigere Blüten haben, die perfekt als zentrale Blüte in Sträußen und Arrangements eingesetzt werden können.

Altes raus: beste Erde, für neue Pflanzen bereit

Ich ziehe also Rittersporn, Nelken und Löwenmäulchen raus, nehme die Folie hoch, säubere sie und rolle sie fürs nächste Jahr zusammen. Der Boden ist perfekt! Kein Unkraut, lockere Erde – Folien sind einfach das Beste, um schönen Humus entstehen zu lassen. Umgraben kann man sich sparen!

Ich habe bereits vor vier Wochen bei einer großen Staudengärtnerei im Umland eine lange Bestellung aufgegeben:

  • Phlox (Cool Water, Youniqe White, Blue Paradise)
  • Lavendel (Imperial Gem, Munstead, Miss Katherine, Hidcote Pink)
  • Helleborus (Pink-, Yellow-, White- und Red Lady)
  • Mutterkraut
  • Margeritten (Polaris, Luna)
  • Schafgarbe/Achillea (Lachsschönheit, Winderful Wampee)
  • Lupine (Gallery Blue)
  • Und ganz viel große Apfelminze

Diese Stauden habe ich dann mit Kompost und Hornspänen (außer Lavendel und Achillea) eingepflanzt und kräftig gegossen. Natürlich sind sie alle noch sehr klein und sehen recht kümmerlich aus so zurückgeschnitten. Es wird etwa zwei Jahre dauern, bis sie zu kräftigen Stauden gewachsen sind, von denen ich tatsächlich ernten kann.

Deswegen werde ich im kommenden Jahr viele Einjährige dazwischen setzen um die Lücken zu schließen. Das sieht hübsch aus und ich kann dadurch das Beet auch schon zum Schnitt nutzen. Natürlich muss man dann darauf achten, die Stauden nicht völlig zu zupflanzen und ihnen jegliches Licht zu nehmen.

Verschiede Flieder habe ich gespflanzt

Dazu habe ich mir einen weiteren Wunsch erfüllt: blühende Sträucher. Und so habe ich an die Grundstückgrenze zwei Hortensien (blau) gesetzt, eine rosane Quitte, einen Jasmin, zwei Fieder und einen Schneeball. Das dauert natürlich auch einige Jahre, bis diese Sträucher hoch und kräftig werden und ich richtig von ihnen schneiden kann – eine Investition in die Zukunft!

Auch Rosen habe ich bestellt, bei David Austin. Drei Sorten habe ich bereits:

  • The Alnwick Rose (kräftiges Rosa)
  • Princess Alexandra of Kent (warmes Rosa)
  • Carolyn Knight (Karamell)

Und vier neue, sie kommen im November (wurzelnackt):

  • Jubilee Celebration (Lachsrosa)
  • Claire Austin (Cremeweiss)
  • Desdemona (Zartrosa-Weiss)
  • Vanessa Bell (Zartgelb-Weiss)

Nun freue ich mich schon jetzt total auf die nächste Saison und bin gespannt, wie sich alles entwickelt, wächst und hoffentlich schon blüht!

Und was mir in den letzten Jahren wieder mal sehr klar wurde: ein Garten braucht Zeit, um zu werden und zu wachsen. Ein üppig blühender, lückenloser großer Garten entsteht nicht von heute auf Morgen und auch nicht in zwei, drei Jahren. Ich glaube, es dauert tatsächlich etwa fünf bis zehn Jahre, um den Garten zu schaffen, den man sich erträumt.

„Deswegen sind Notizen auch so wichtig! Sie bringen mich meiner Vision jedes Jahr ein Stückchen näher.“

Denn einerseits zahlt man viel Lehrgeld: vieles funktioniert einfach nicht so, wie ich mir das im Winter am Schreibtisch ausgeheckt habe. Zum Beispiel war der Standort für meine Rosen schlecht – also umpflanzen. Ich hatte so viele Ritterspornstauden gepflanzt – alle eingegangen, mögen meine Erde nicht. Nun ziehe ich einjährigen Rittersporn eben aus Samen, was wunderbar klappt.

Und es gibt noch so vieles mehr, von dem ich dachte: „Au ja! Das wird großartig!“ Und dann kümmern die Pflanzen doch vor sich hin oder werden viel zu groß oder passen einfach nicht zusammen. Deswegen sind Notizen auch so wichtig! Sie bringen mich meiner Vision jedes Jahr ein Stückchen näher.

Nicht immer gehen meine Pläne auf…

Und der Weg ist wirklich lang, aber Gott sei Dank eben so wunderschön. Einen fertigen Garten, ein Endziel gibt es ja sowieso nicht. Aber ich bin von meinem Traum noch recht weit entfernt. Ich wünsche mir eine Kombination aus Bauerngarten mit geschwungenen, naturnahen Staudenbeeten, Rosen, Obstbäumen und kleinen Gemüsebeeten und quadratischen, langen einjährigen Schnittblumenbeeten.

Letzteres hat toll geklappt! Ich habe in den letzten Jahren zehn Beete (4 x 1.5m) umgegraben und angelegt, fünf davon mit Tunneln darüber, alle mit Folien. Die sind fertig und müssen im Herbst und Frühjahr nur ein bisschen gepflegt werden.
Aber die Staudenbeete sind noch weit davon entfernt üppig blühend und lückenlos zu sein.

„Doch die Gestaltung, sich überlegen, was möchte ich pflanzen und wohin, macht so viel Spaß, da plane und pflanze ich gerne noch ein paar Jahre vor mich hin!“

Bisher ist es noch ruhig hier...

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